Presseberichte

TSV Mimmenhausen – TSV Grafing

1:3 (25:16, 22:25, 24:26, 19:25)

 

Mimmenhausen hat die Meisterschaftsfrage nicht noch einmal spannend machen können. Am Karsamstag unterlag die Mannschaft dem Tabellenführer mit 1:3. Nichts wurde aus dem Wunsch von Christian Pampel, als einzige Mannschaft in der Saison den Gast zweimal zu besiegen. Grafing setzte sich gegen einen Gastgeber durch, der sich mit allem, was er hatte, wehrte, auf Augenhöhe mit dem zukünftigen Meister.

 

Was der TSV Mimmenhausen zu leisten im Stande ist, wenn er konzentriert und im Kopf frei Volleyball spielt, zeigte er im ersten Satz. Das versetzte er Grafing in Staunen, und die Fans der Gelb-Blauen ins Schwärmen. Unglaublich, wie sicher sie aufschlugen, die Gastgeber, in der Annahme sattelfest waren, Zuspieler Michael Diwersy präzise passte, der Block auf Ballhöhe und die Angreifer, vor allem Christian Pampel (13 Punkte), jede auch noch so geringe Möglichkeiten zum Punkten nutzten. Nur konsequent deshalb: Mimmenhausen setzte sich schnell und entscheidend ab (8:7, 16:11, 24:14), blieb dominant bis zum überraschend deutlichen 25:16.

 

Dass sich das Grafing im zweiten Satz nicht mehr bieten lasse würde, war so klar wie die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass Mimmenhausen noch einmal solch eine brillante Vorstellung aufs Parkett würde zaubern können. Und so entwickelte sich der zweite Satz zum echten Spitzenspiel. Mit Chancen auf beiden Seiten. Gute Aufschläge (in der Hauptsache Floats) der Bayern setzten Mimmenhausen unter Druck, die Grafinger hatten sich gut auf Pampel und dessen Angriffskollegen eingestellt:

Punkten ging nun nicht mehr so leicht von der Hand. Und so unterlag Mimmenhausen am Ende (7:8, 16:15, 21:20, 22:24) nach einem spannenden Schlagabtausch, den es nicht zwingend hätte verlieren müssen.

 

Hin und her, auf und ab ging es auch im dritten Satz zur Sache. Mal führte Mimmenhausen (8:6), dann wieder Grafing (16:15). „Wir haben gezeigt“, sagt Außenangreifer Lukas Ott, „dass wir gute Leistung abliefern können.“ Mimmenhausen blieb dran, glich durch Hoffmann zum 23:23 aus, musste den Satzball hinnehmen. Den egalisierte Pampel, der zum MVP gewählt wurde. Aber den zweiten verwandelten im entscheidenden Moment die etwas glücklicheren Gäste zum 26:24.

 

Schon früh im vierten Abschnitt sah sich Mimmenhausen in die Defensive gedrängt (6:8, 11:16). Nichts lief mehr locker wie am Schnürchen. Der Tabellenvierte, nun mit zwei Liberos (Pilihaci in der Annahme, Schlag für die Abwehr), musste um jeden Punkt hart kämpfen – und blieb oftmals auch in langen Rallyes (zum Beispiel nach Pampels spektakuläre Fußabwehr) zweiter Sieger. Grafing auf der anderen Seite gelang nun so gut wie alles, hielt Mimmenhausen auf Distanz (15:21) und gewann das Spitzenspiel am Ende mit dem 25:19 3:1. Mimmenhausen hätte zumindest einen Punkt verdient gehabt, war „aber nicht traurig über das 1:3, weil wir gut gespielt haben“, wie Lukas Ott zurecht anmerkte.

 

TSV Mimmenhausen: Birkenberg, M. Diwersy (Waldinger), Ott, Streibl, Pampel, Hoffmann, Pilihaci, Schlag.

 

 Hermann Hummler, Südkurier



14.03.2021

TSV Mimmenhausen – TSV Mühldorf

3:0 (25:20, 25:20, 29:27)

 

Mimmenhausen hat weder das Volleyballspielen noch das Siegen verlernt. In einem sehr unterhaltsamen Duell setzte sich am Samstag der Tabellendritte nach zuletzt deutlichen 0:3-Niederlagen hochverdient mit 25:20, 25:20 und 29:27 durch. „Wir haben 3:0 gewonnen“, war Christian Pampel, der auf einen Einsatz verzichtet hatte, zufrieden, hätte aber an der Seitenlinie gerne „etwas häufiger durchgeatmet“. Das dürfen er und das Team nun in der kommenden Woche. Mimmenhausen freut sich auf ein spielfreies Wochenende.

 

Aus der 14-tägigen Coronaquarantäne heraus – mit nur einem Training am Freitag – stellte sich der Aufsteiger dem favorisierten Gastgeber. Das Team von Michael „Michi“ Mayer kam mit der Empfehlung von neun Siegen aus 18 Partien – und hielt, was es damit versprach. Auch ohne propere Vorbereitung. Frech und unbekümmert traten sie auf, die jungen Burschen (Fritz Vöhning ist 16, Kilian Nennhuber 17 Jahre). Hätten die Unerfahrenen ihre Eigenfehlerquote minimieren können, Pampels Unruhe am Seitenrand wäre noch größer geworden. So aber „bedankte“ sich der TSV für einige kampflose Punkte beim 25:20.

 

Ein ärgerlicher Satzverlust für Mühldorf und eine deutliche Warnung an den TSV Mimmenhausen nicht nachzulassen, weiter konzentriert in Annahme und Angriff zu arbeiten. Der präsentierte sich auch nach dem Wechsel so, wie ihn seine Fans gerne sehen: mit viel Kampf, Einsatz und Leidenschaft und letztlich einem verdienten Erfolg. Nichts erinnerte mehr an die pomadigen Auftritte in Karlsruhe und gegen Leipzig. 

„Wir haben ein paar Schrauben neu eingestellt und gehofft, dass sie auch wirken“, so Co-Trainer Christian Oswald.

 

Taten sie. Mühldorf musste um jeden mickrigen Punkt kämpfen. Und falls es ein Manko bei den Gastgebern zu monieren gab, dann das, dass sie ihre Breakchancen nicht konsequenter nutzten.

Der Durchgang wäre im optimalen Falle noch schneller und deutlicher an die Blau-Gelben gegangen. "Viele Pässe von Federico Cipollone sind angekommen", lobt Christian Pampel, "aber wir haben nicht alle in Punkte umwandeln können." Im Unterschied zum Schlagabtausch zuvor hatte Mühldorf dxdennoch nichts zu bestellen. Zu viele Aufschlagfehler! Gegen eine der heimstärksten Mannschaften der Liga. Auch der Satz endete mit 25:20 zugunsten der Gastgeber.

 

Die durften keinen Millimeter nachlassen in der Annahme. Die Mühldorfer Aufschlagkanoniere hatte sich im dritten Satz eingeschossen. „Ass oder Aus“ beschrieb Christian Oswald treffend die Taktik der Mühldorfer. „Haben sie einen guten Tag, gibt es ein Gemetzel.“ Nicht am Samstagabend, trotz der geringen Fehlerquote. Der Mimmenhauser Annahmeriegel hielt auch im dritten Durchgang, der gegen Ende hin noch einmal richtig spannend wurde (8:6, 16:14, 23:21, 24:23). Einen Satzball hatte Mühldorf (25:24). Den wehrte Zuspieler Cipollone, der Mann des Matches auf Mimmenhauser Seite, mit einem Angriff statt Zuspiel ab. Lukas Ott (28:27) sorgte für den fünften Matchball, und Jonas Hoffmann beendete die Partie mit dem 29. Punkt.

 

TSV Mimmenhausen: Ott (Hammer), Streibl, Waldinger, Hoffmann, Birkenberg, Cipollone (MVP), Müller.

 Hermann Hummler, Südkurier



08.03.2021

Baden Volleys Karlsruhe - TSV Mimmenhausen

3:0 (28:26, 25:19, 25:21)

 

Der TSV ist aus etwaigen Meisterschafts-träumen gerissen. Von Tabellenführer Karlsruhe, der von Beginn an das Heft in die Hand nahm – und es über weite Strecken des Spitzenspiels auch behielt. "Karlsruhe war in den Kernelementen besser", fand Pampel klare Worte. "Wir hatten teilweise nur Oberliganiveau." Mimmenhausen fand nie zu seinen Stärken, zusätzlich gehandicapt durch den frühen Ausfall von Christian Pampel. Der Spielertrainer verletzte sich am Rücken und musste ausgewechselt werden. Für ihn übernahm Youngster Benedikt Waldinger die Diagonale.

 

18:22 stand es da aus Mimmenhausener Sicht. In einem Auftaktsatz mit viel Nervosität und Fehlern auf beiden Seiten. Aber Karlsruhe hatte den besseren Tag erwischt, setzte sich gegen wenig überzeugende Gäste immer wieder scheinbar mühelos durch. Mimmenhausen benötigte dagegen oft mehrere Anläufe für einen Punkt. Und dennoch waren die nie aufgebenden Volleyballer in Weiß nach klarem Rückstand (12:16) nur eine Handbreit vom ersten Satzgewinn entfernt. Ihre Aufholjagd zum 24:24 aber blieb nach vier abgewehrten Satzbällen unvollendet (26:28).

 

Auch im zweiten Durchgang lief Mimmenhausen den Baden Volleys hinterher, die an ihre tolle Leistung aus dem Satz zuvor anknüpfen konnten (8:4, 16:13). „Alles läuft gut“, meinte Trainer Antonio Bonelli in der Mimmenhausener Auszeit. Das stand es 20:15 für Karlsruhe, und der Konstanzer in Diensten der Gastgeber sollte Recht behalten. Nicht nur, was diesen Durchgang betraf. Dieses Mal gelang Mimmenhausen keine Aufholjagd. Jonas Hoffmann, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, verballerte seinen Angriff zum 19:25.

 

Böse unter die Räder gekommen – so begann der dritte Schlagabtausch zwischen einem Gastgeber, dem – mit dem nötigen Glück – alles gelang. Und Gästen, die kein Bein auf den Boden brachten, bald 0:6 zurücklagen. Lukas Ott, einer der Besten beim TSV, gelang das 1:6 und er sorgte auch jetzt wieder mit seinen Aufschlägen für Nervosität auf der anderen Netzseite (4:8, 13:16). Erstaunlich aber, wie die Mannschaft sich gegen einen top eingestellten Gegner und die eigene Unzulässigkeit wehrte, nie aufgab – und noch einmal für Karlsruher Anspannung sorgte (21:22). Der wusste nur zu gut, dass Mimmenhausen auch unglaubliche Rückstände in Siege verwandeln kann. Aber nicht am Samstag. Hoffmann verzog seinen Aufschlag knapp ins Aus, Jens Sandmeier blockte die Annahme von Libero Joshua Müller zurück ins Mimmenhausener Feld, und der Aufschlag von Waldinger landete zum 21:25 und 0:3 im Aus.

TSV Mimmenhausen – L.E. Volleys Leipzig

0:3 (13:25, 14:25, 27:29)

 

Die Frage war doch: Wie hat der TSV Mimmenhausen das brutal deutliche 0:3 am Samstag in Karlsruhe verkraftet. Viel Zeit zum Aufarbeiten und über die Gründe nachdenken blieb Spielertrainer Christian Pampel und seinen Spielern nicht. Schon am Sonntag um 15 Uhr mussten gegen Leipzig angetreten werden.

 

Es zeigte sich sehr schnell, dass die deutliche Niederlage mental doch einigen Schaden beim Tabellendritten angerichtet hatte. Zu Beginn lief bei den Gastgebern überhaupt nichts zusammen. Total von der Rolle in Annahme, Zuspiel und Angriff gingen zwei katastrophale Sätze an Leipzig (13:25, 14:25). Sah es jeweils zur Ersten Technischen Auszeit noch einigermaßen hoffnungsvoll für den TSV aus (5:8, 6:8), musste zur Zweiten Technischen Auszeit (10:16, 9:16) Schlimmes befürchtet werden. Und so kam es: Mimmenhausen erholte sich nicht und ging zweimal richtig baden.

 

Zwar sammelten sich die Gastgeber, Schlag und Becker waren für Hoffmann und Birkenberg auf dem Feld, spielten im dritten Durchgang auf Augenhöhe. Aber nicht auf der Höhe ihres Könnens. Und so unterlag der Gastgeber auch im dritten Durchgang, nach hartem Kampf. Lange wogte das Geschehen hin und her, keine Mannschaft konnte sich einen entscheidenden Vorteil erschmettern (8:8, 16:15). Dann aber setzte sich der TSV doch auf 22:19 ab, brachte aber den Vorsprung nicht über die Zeit (23:23). Waldinger versemmelte seinen Angriff – und plötzlich hatte Leipzig Matchball! Zwei Leipziger Fehler verhalten Mimmenhausen zum ersten von drei Satzbällen. Keiner wurde zu Ende gespielt. Die Sachsen machen das besser, nutzten zwei TSV-Fehler zum 29:27 und 3:0.

 

Die zweite Pleite an diesem Wochenende. In dieser Verfassung zählt der TSV Mimmenhausen nicht zur Spitze der 2. Liga.

 

TSV Mimmenhausen: Schrempp, Cipollone (MVP), Ott, Birkenberg, Pampel (Waldinger), Hoffmann, Schlag (MVP), Hammer, Müller.

 

Hermann Hummler, Südkurier



01.03.2021

GSVE Delitzsch – TSV Mimmenhausen

0:3

 

Auf der längsten Heimfahrt der Saison, lange 600 Kilometer durch die Nacht, hatte der TSV Mimmenhausen reichlich Gelegenheit, das 3:0 in Delitzsch zu feiern. Christian Pampel, der seine achte Goldmedaille als „wertvollster Spieler“ erschmetterte, hatte beim 25:20, 25:20 und 25:23 „nie das Gefühl, dass es brenzlig werden könnte“.

 

Beide Außen, Lukas Ott und Jonas Hoffmann, hätten „echt starke schöne Bälle mit vielen Variationen“ gespielt.“ Die „halbe Miete“ beim klaren Mimmenhauser Sieg war jedoch, so Pampel, dass es Block und Feldabwehr dieses Mal fast perfekt gelang, die starken Schnellangreifer der Delitzscher in Schach zu halten. „Das haben wir echt gut gemacht“, lobt der Spielertrainer. Allen voran Mittelblocker Julius Schrempp überzeugte in seinem ersten Spiel nach monatelanger Verletzungspause.

 

Mimmenhausen legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Nach zwei Punkteserien hintereinander lagen die Gäste deutlich vorn (8:3), und bis zum ersten Satzball änderte sich nur der Abstand zwischen Tabellendrittem und – elften (16:7, 24:18). Sechs Delitzscher Zähler hintereinander ließen zwar den TSV-Vorsprung abschmelzen, am souveränen Satzgewinn änderten die aber überhaupt nichts (25:20).

Mimmenhausen machte im zweiten Durchgang da weiter, wo es im ersten aufgehört hatte. Delitzsch konnte sich vom Druck des Favoriten nie befreien und lag permanent deutlich zurück (3:8, 12:16). Der ließ sich auch von einem Zwischenspurt der Sachsen auf der Zielgeraden (18:21) nicht aus der Ruhe bringen.  Fünf Satzbälle hatten Pampel & Co. (24:19), nur zwei benötigten sie. Dann war der zweite Durchgang in trockenen Tüchern.

 

Bis dahin hatten es die Hausherren in der „Beckerschachtel“ nicht verstanden, den Vorteil der kleinen, dunklen und niedrigen Halle zu ihren Gunsten zu nutzen, hatten nur phasenweise starke Szenen. Mimmenhausen setzte sich erneut ab (8:5, 16:14), hatte aber, je näher das frühe Dienstende winkte, Probleme, den satten Vorsprung über die Zeit zu bringen. Delitzsch gelang der Ausgleich zum 18:18. Das beflügelte die Mannschaft von Trainer Frank Pietzonka. Plötzlich wurde es spannend, denn Delitzsch blieb dran (21:21, 22:22, 23:23). Es hatte aber am Samstag nicht die Power, Mimmenhausen zu stoppen. Auch Satz Nummer drei ging an die Gäste, wenn auch nur knapp mit 25:23.

 

„Das war insgesamt ein ruhiger Abend“, fasste Pampel zusammen, „weil Delitzsch sein erstes Tempo nicht wie gewohnt spielen konnte. Wir haben es ihnen madig gemacht."

 

Hermann Hummler, Südkurier



22.02.2021

TSV Mimmenhausen – GSVE Delitzsch

3:1 (25:23, 25:15, 16:25, 25:20)

 

Mit einer insgesamt überzeugenden Vorstellung ist der TSV Mimmenhausen aus der zehntägigen, coronabedingten Quarantäne zurück in den Spielbetrieb gestartet. Und der lange verletzte Zuspieler Federico Cipollone sowie Außenangreifer Jonas Hoffmann feierten beim 25:23, 25:15, 16:25 und 25:20 gegen ein unangenehmes Delitzsch ein erfolgreiches Comeback.

 

Der Einsatz der beiden kam nicht überraschend. Dass Spielertrainer Christian Pampel zugunsten von Benedikt Waldinger aber auf der Bank blieb, eher schon. Der Youngster auf der Diagonalen war aber einer der Aktivposten bei den Gastgebern. „Das hat gut geklappt und mir gut gefallen“, lobt Pampel. Grundvoraussetzung dafür seien aber die guten Leistungen von Hoffmann und Lukas Ott gewesen. Ein „gutes Team habe ihn getragen“, so Pampel.

 

Anfangs profitierte Mimmenhausen vor allem von der katastrophalen Aufschlagfehlerserie der Delitzscher (8:5, 16:13), deren Schnellangriffe dennoch kaum zu bremsen waren. Obwohl Abwehrchef Doru Pilihaci und seine Nebenleute immer wieder dran waren. Als aber das Delitzscher Service kam, wurde es nach eineitigem Verlauf am Ende doch noch spannender, als es Mimmenhausen lieb sein konnte (23:22). Den zweiten Satzball verwandelte Lukas Ott, der Außenangreifer wurde zum MVP gewählt, zum 25:23.

 

Viele Fehler auf beiden Seiten prägten den Beginn des zweiten Durchgangs (8:5, 16:13).

Weil Delitzsch seine blitzgefährlichen Angriffe über die Mitte nicht mehr so erfolgreich inszenieren konnte, auf der anderen Seite Mimmenhausen sein Sideout beinahe fehlerlos hielt, blieb der Abstand enorm. Und beim 19:15 schritt Cipollone zum Aufschlag. Sechsmal drosch er den Ball übers Netz, sechsmal punkteten die Blau-Gelben; Bogdan Birkenberg blockte Benedikt Bauer zum 25:15.

 

Delitzsch war aber keine zehn Punkte schlechter als der Gastgeber. Das unterstrichen die Gäste nach dem Wechsel. Mimmenhausen geriet in der Annahme ordentlich unter Druck, brachte kaum ein Sideout ins Feld und musste früh einem Rückstand hinterher rennen (5:8). „Da hat uns Delitzsch komplett den Zahn gezogen“, kommentierte Pampel die nervenaufreibende Sequenz. Der Mimmenhausener Rückstand wuchs auf sechs Punkte an (10:16). Nicht einmal dabei blieb es. Während bei Delitzsch jetzt alles klappte, haderten die Mimmenhausener mit ihrem Spiel und dem deutlichen 16:25.

 

Abhaken, sich neu einstellen. Auf ein Delitzsch, das kaum Fehler machte, Glück bei einigen Aktionen hatte (7:8). Dann aber setzten sich die angefixten Gastgeber wieder konzentriert durch. Beim 16:9 schon waren Satz und Spiel entschieden. Da konnte sich Delitzsch winden und wehren, wie es wollte. Mit dem zweiten Matchball, Karl Erik Pöhnitzsch servierte zum 25:20 ins Netz, beendete Mimmenhausen das Duell.

 

TSV Mimmenhausen: Becker (Streibl), Cipollone, Ott (MVP), Birkenberg, Waldinger, Hoffmann, Pilihaci.

 

Hermann Hummler, Südkurier



08.02.2021

TSV Mimmenhausen - TV/DJK Hammelburg

3:1 (25:21, 16:25, 25:23, 25:22)

 

Nach zwei Niederlagen in Folge hat es Mimmenhausen geschafft, die negative Serie schnell zu unterbrechen. Am Sonntagabend setzte sich das Team von Spielertrainer Christian Pampel nach heftigem Auf und Ab gegen den Tabellenvierten mit 25:21, 16:25, 25:23, 25:22 durch und hält auf Rang drei engsten Anschluss an die Tabellenspitze. Mit den beiden lange Zeit verletzten Jonas Hoffmann und Federico Cipollone im Teileinsatz. Dafür fehlt Libero Joshua Müller verletzt. Ihn vertrat Doru Pilihaci.

 

Hoffmann war natürlich das erste Ziel der gefürchteten Hammelburger Aufschläger Lorenz Karlicek, Oscar Benner und Moritz Rauber – und es sah zunächst gar nicht gut aus für die Gastgeber. Die aber machten aus dem 1:4 ein 8:7, 16:12 und 24:21. Den Satzball verwandelte Christian Pampel zum 25:21.

 

Der zweite Durchgang begann wie der erste: Mimmenhausen unter Druck (2:5). Weil die Gäste ihre Fehlerquote minimierten, über ihre Aufschläge viel Druck erzeugten, wurde der beim Gastgeber immer größer. Mimmenhausen machte Fehler (5:8, 9:16), dem TSV fehlte ohne Annahme die Durchschlagskraft. Symptomatisch der frühe Satzball: Hoffmann konnte Vinatorus Aufschlag nicht bändigen beim 16:25. „Jonas kann nach zwei Monaten Pause noch nicht gleich wieder der alte sein“, zeigte Pampel Verständnis.

 

Schon mit den letzten Ballwechseln im Satz zuvor hatte sich der TSV wieder in den Rhythmus gebracht. Der trat mit Heiko Schlag für Hoffmann an und hielt den Anschluss (6:8), musste aber Hammelburg ziehen lassen (12:16),

obwohl Cipollone für Diwersy zuspielte. Mit verbundener Hand. „Das war gut“, lobte Pampel, „wenn er rein kam. Leider können wir ihn derzeit noch nur auf den hinteren Positionen einsetzen.“ Dann hatte sich Mimmenhausen gefangen, drehte die Partie (12:16, 18:18) zum 24:22. Einen Satzball wehrten die Hammelburger ab, Pampel aber machte den Sack zum 25:23 zu. Der erste Punkt für den TSV. Werden es drei?

 

Mimmenhausen schickte auch im vierten Durchgang Tobias Streibl für Becker auf die Platte, musste aber nach dem 3:1 die Führung an Hammelburg abgeben (6:8). Es kam wie im zweiten Satz: Mimmenhausen haderte mit Annahme und Angriff (auch Pampel wurde geblockt), Hammelburg gelang einfach alles (16:9). Aber die Hausherren kämpften, um den Anschluss im Satz, und die drei Punkte. Erneut mit Cipollone, der eine Aufholrallye mit guten Aufschlägen startete, und Lars Hammer (zum ersten Mal stand der ehemalige USC-Konstanz-Spieler für Mimmenhausen auf dem Feld) gelang eine blitzsaubere Aufholjagd (20:19), die in Pampel (er wurde zum MVP gewählt) den herausragenden Mann hatte. Lukas Ott, ebenfalls einer der Aktivposten, war es vorbehalten, den letzten Ball der Partie zu machen. Mimmenhausen gewann 25:22 und 3:1.

 

„Wir haben ein paar gute Sachen gemacht“, freute sich Pampel über den Sieg. Das Ergebnis aber zeige nicht, dass „uns Hammelburg in die Hände gespielt hat“.

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Birkenberg, Pampel, Hoffmann (Schlag, Hammer), Becker (Streibl), Diwersy (Cipollone), Pilihaci.

 

Hermann Hummler, Südkurier



01.02.2021

SV Schwaig – TSV Mimmenhausen

3:0 (25:18, 25:20, 25:19)

 

14 Spiele hintereinander hatte der TSV Mimmenhausen in der 2. Bundesliga alles aus dem Weg geräumt, was sich in den Weg stellte. Seit Februar 2020 (1:3 gegen Unterhaching II kein Zweitligaspiel mehr verloren).

 

Seit einer Woche aber ist der Wurm drin beim Spitzenreiter. Dem wenig erfreulichen 1:3 zu Hause gegen Gotha folgte am Samstag eine erstaunlich schwache Leistung beim Tabellenfünften. Spielertrainer Christian Pampel und seine Crew unterlagen einem stark aufspielenden Schwaig ernüchternd deutlich 18:25, 20:25 und 19:25.

 

Dass Zuspieler Federico Cipollone und Außenangreifer Jonas Hoffmann derzeit verletzt fehlen, das Thema seit Wiederbeginn der Runde, ist zweifellos eine gravierende Schwächung für den TSV Mimmenhausen. Aber in der Hans-Simon-Halle lag es in erster Linie nicht daran, dass die Gäste ohne zwei ihrer Topleute antreten mussten.

 

Vom ersten Ballwechsel an hatten sich die Schwaiger mit ihren Aufschlägen auf Joshua Müller konzentriert. Mit beträchtlichem Erfolg. Der Mimmenhauser Libero hielt dem Druck nicht immer stand. Hilfestellungen seiner beiden Außenangreifer brachten nicht die erhoffte Stabilität. „Im Vergleich zu Schwaig waren wir im Komplex Aufschlag/Annahme extrem schlecht“, ärgert sich Pampel.

Entsprechend schwer hatte es Michael Diwersy. Der Zuspieler musste sehr häufig dem Ball hinterherrennen, und außerhalb der Drei-Meter-Zone auf seine Angreifer passen. Keine guten Voraussetzungen also für Christian Pampel und Lukas Ott, die die Hauptlast der TSV-Angriffe zu tragen hatten. Heiko Schlag war in Schwaig zwar wieder mit von der Partie, konnte aber keine großen Akzente setzen.

 

Dennoch hielten die Mimmenhauser in jedem Durchgang lange irgendwie mit, ließen sich bis zur zweiten Technischen Auszeit nicht entscheidend abhängen. Das ständige Hinterherlaufen hinter einem immer besser ins Spiel findenden SV Schwaig sorgte aber nicht gerade für Selbstbewusstsein und Zuversicht bei den ganz in Weiß spielenden Gästen vom Bodensee.

 

Und hatten sie sich doch wieder herangerobbt an Schwaig, sorgte prompt ein weiterer Eigenfehler für eine eiskalte Dusche. Nicht verwunderlich also, dass am Ende stets die Gastgeber jubelten und sich in 72 Minuten für das knappe 0:3 im Hinspiel revanchierten. Sportlich applaudiert von den Spielern des unterlegenen TSV Mimmenhausen.

 

Die sind zwar immer noch Spitzenreiter. Aber der TSV Grafing – vorausgesetzt er gewinnt beide Nachholpartien – hat jetzt die besten Karten im Rennen um die Meisterschaft.

 

Hermann Hummler, Südkurier



25.01.2021

TSV Mimmenhausen - Blue Volleys Gotha

1:3

 

Jetzt hat es auch den TSV Mimmenhausen erwischt. Die 14 Spiele lange Siegesserie ist gestern Nachmittag zu Ende gegangen. Gothas lange Kerle blockten den Tabellenführer auf dem Weg zum 15. Erfolg. Zurecht. Die Gäste waren beim 28:26, 28:26, 25:22 und 23:25 den entscheidenden Tick besser als der Spitzenreiter. Der bleibt zwar auf dem „Platz an der Sonne“, aber Grafing mit zwei Spielen weniger kann Mimmenhausen den Rang ablaufen.

 

Am Freitag hatte der Spitzenreiter schon mehr Mühe als erwartet, gewann aber dennoch mit 3:1 bei den Volley YoungStars Friedrichshafen. Mit gegenüber dem YoungStars-Spiel auf einer Position veränderten Aufstellung ging Mimmenhausen ins Duell mit dem Tabellensechsten. Für den verletzten Heiko Schlag stand Michael Kasprzak nach langer Verletzungspause wieder auf der Matte. An ihm lag es sicher nicht, dass Mimmenhausen dem großen Druck der Gothaer Tribut zollen musste.

 

Zwar hatten die Gastgeber nach gutem Beginn (4:1, 8:8, 16:14) immer wieder Probleme, ihre Angriffe am Gothaer Riesen-Block und der Feldabwehr vorbei aufs Parkett zubringen. Den ersten Satzball (24:23) hatten sie dennoch. Den wehrte Gotha ab, nahm nun seinerseits das Heft in die Hand, profitierte von TSV-Unsicherheiten, und mit dem dritten Satzball machten die Thüringer den Sack zu (28:26).

 

Über den Aufschlag Druck machen, das hatten sowohl Spielertrainer Jonas Kronseder als auch sein Pendant bei den Blau-Gelben, Christian Pampel, im Vorfeld der Partie gefordert. 

Das ergibt Sinn in der niedrigen Halle der BZ-Arena, erhöht aber auch die Gefahr von Fehlaufschlägen. Die sieben Fehlangaben von Gotha reichten Mimmenhausen jedoch nicht. Im erneut sehr umkämpften zweiten Durchgang lagen die Hausherren immer wieder vorn (8:7, 16:15, 24:22), machten erneut den ersten Satzball perfekt. Den vergab Lukas Ott (24:23) – und dann kam wie schon beim Endspurt des ersten Satzes Jonas Kronseder. Seine Aufschläge (As zum 25:24) setzten die Mimmenhauser Annahme so unter Druck, dass auch der zweite Durchgang an Gotha ging (28:26). Das zweite bittere Ergebnis für den Zweitliga-Spitzenreiter.

 

Mit Johannes Becker statt Tobias Streibl in der Mitte und für Libero Joshua Müller organisierte Doru Pilihaci die Abwehr, ging der TSV den dritten Satz an. In dem hatte er schon klare Vorteile (7:8, 16:11), ließ sich aber erneut in die Suppe spucken (18:18). Dennoch jubelten Pampel & Co.: Die Gastgeber ließen nicht nach und hatten wieder die Chance, den Durchgang zu beenden. Dieses Mal klappte es. Christian Pampel versenkte seinen Angriff zum 25:22.

 

Die arg hängenden Mimmenhauser Köpfe hoben sich, mit Zuversicht alleine aber war Gotha an diesem Tag nicht beizukommen. Beim 8:6- und 15:16-Zwischenstand sah das immer noch gut aus, war der Tiebreak und damit die mögliche Rettung der Serie im Visier. Vier Ballwechsel später stand es 17:20, war die Hoffnung Makulatur. Würde der TSV Mimmenhausen das erste Spiel der Saison verlieren? In der Tat. Die Gäste setzten sich auf 24:21 ab. Mimmenhausen konterte zum 23:24, aber Pampel brachte seinen Angriff nicht durch: 23:25 - Mimmenhausen musste sich 1:3 geschlagen geben.

 

Hermann Hummler, Südkurier



23.01.2021

 YoungStars Friedrichshafen  -

TSV Mimmenhausen

1:3 (25:21, 20:25, 19:25, 28:30)

 

Wohl selten zuvor in seiner langen und erfolgreichen Karriere hat Christian Pampel eine Goldmedaille mehr verdient gehabt als jene am Freitagabend. Der Spielertrainer des TSV Mimmenhausen hat quasi im Alleingang den Nachwuchs des Bundesstützpunktes besiegt. 39 Punkte steuerte der einstige Weltklasse-Diagonalangreifer zu einem – nur dem Ergebnis nach – standesgemäßen Erfolg bei. Ohne ihn hätten Kapitän Michael Diwersy und seine Kollegen wahrlich nicht meisterlich ausgesehen.

 

Gegen Friedrichshafener YoungStars, die mit viel Mut und Engagement sich dem Tabellenführer stellten, und ihn mehr forderten, als es Pampel & Co. lieb gewesen sein konnte. Schade nur, dass sich die jungen Volleyballer von Trainer Adrian Pfleghar für ihre tolle Vorstellung nicht mit dem Tiebreak und zumindest einem Punkt belohnten. Den hätten sie verdient gehabt.

 

 

Am Ende aber mussten sie nach dem verdienten Gewinn des ersten Satzes dem TSV Mimmenhausen doch noch alle Zähler überlassen. Die größere Routine hatte sich in einem dramatischen Finale durchgesetzt. Da hatte Mimmenhausen, lange zurückliegend (5:8, 14:16, 18:18) eigentlich den Sack schon mit dem 26:24 zugemacht. Aber die Schiedsrichter waren sich nicht sicher, ob Christian Pampel ins Feld oder ins Aus geblockt worden war. „Wiederholung!“ lautete ihr Urteil. Und auch den Rückschlag verdaute der 41-jährige Diagonalangreifer und seine Nebenmänner stoisch. Zwei Satzbälle der YoungStars mussten sie überstehen, dann sorgte Lukas Ott (mit 16 Punkten zweitbester Mimmenhauser) mit zwei erfolgreichen Aktionen hintereinander für einen doch noch erfolgreichen Abend in der Zeppelin Cat Halle A1.

 

Mimmenhausen hat nun auch – mit zugegeben auch ein wenig Glück - das 14. Saisonspiel gewonnen und sich einen Sechs-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Karlsruhe erschmettert.

 

Hermann Hummler, Südkurier



17.01.2021

TGM Mainz-Gonsenheim - TSV Mimmenhausen

 0:3

 

Der TSV Mimmenhausen ist ohne Rostansatz an der Volleyballmaschine aus der langen Weihnachtspause in die zweite Saisonhälfte gestartet. Obwohl die Mannschaft von Spielertrainer Christian Pampel auf zwei wichtige Akteure, Federico Cipollone und Jonas Hofmann, hatte verzichten müssen, setzte sich der Tabellenführer im ersten Spiel des neuen Jahres wie geschmiert durch. Beim 25:19, 25:14 und 25:19 wurden die Gäste vom Bodensee allerdings von einem Gastgeber tatkräftig unterstützt, der coronabedingt sein erstes Punktspiel nach einer zweimonatigen Zwangspause austrug, und wohl auch deshalb sein Können nicht fehlerfrei abrufen konnte. Auf der anderen Seite aber hat zum klaren Resultat in erheblichem Maße beigetragen, dass der TSV trotz ersatzgeschwächter Aufstellung kaum Fehler machte. „Am meisten freut mich“, lobt Pampel“, „dass die Mannschaft unter diesen Voraussetzungen so gut gespielt hat. Das rechne ich ihr hoch an.“

 

Kapitän Michael Diwersy etwa, die Cipollone-Vertretung. „Er war echt gut, auch in den Situationen, in denen die Annahme mal nicht so optimal war.“ Seine Zuspiele sorgten für durchschlagskräftige Angreifer. Nur ganz wenige Bälle konnte Mainz-Gonsenheim im Spiel halten. Meist gingen auch die längeren Ballwechsel an den Favoriten. Egal, wen Diwersy anspielte, Pampel, Ott, Streibl oder Birkenberg: Sie machten einen Punkt nach dem anderen.

 

 

Vor allem im zweiten Durchgang, in dem die Hausherren mächtig unter die Räder gerieten. Meist lagen Libero Hendrik Diwersy, der Cousin von Michael Diwersy, und seine Kollegen zwischen sieben und zehn Punkten zurück, und sie waren nach einer beinahe fehlerfreien Mimmenhauser Fahrt sehr weit von der Ziellinie entfernt (14:25).

 

Oftmals hatten die Volleyballer vom Bodensee nach solch einer souveränen Vorstellung Probleme, den Fuß auf dem Gaspedal zu halten. Nicht am Samstag. Eine überaus positive Rolle spielte, wie in den Durchgängen zuvor schon, Heiko Schlag. Der Mann, der für Hoffmann auf der Platte stand, hatte einen echten Sahnetag erwischt. „Sein größter Verdienst“ lobt Pampel: „Er hat die Annahme auf einer großen Spielfläche stabil gehalten.“ Mit Aufschlägen, am Netz und in der Feldabwehr stets präsent, verkörperte er einen hellwachen TSV, der in den vier Wochen Pause nichts von seinem Können eingebüßt zu haben schien. Zwar hatte Mainz jetzt eine gute Aufstellung gefunden, war der dritte Durchgang umkämpft. Am glatten 3:0 ließen die Mimmenhauser aber keinen Zweifel aufkommen.

 

Lohn für die souveräne Vorstellung: drei Punkte, der 13. Sieg im 13. Saisonspiel – und die Goldmedaille für Heiko Schlag als MVP. Tolle Gründe für riesigen Jubel nach dem Schlusspfiff.

 

TSV Mimmenhausen: Schlag (MVP), Streibl, Diwersy (Waldinger im Block), Ott, Birkenberg, Pampel, Müller (L).

 

Hermann Hummler, Südkurier



13.12.2020

TuS Kriftel – TSV Mimmenhausen 1:3

 

Das Dutzend ist voll beim TSV Mimmenhausen. Als einzige Zweiligamannschaft bleiben die Gelb-Blauen auch nach diesem Wochenende ungeschlagen: Ehe aber das standesgemäße 25:22, 25:22, 22:25 und 25:23 perfekt war, hatte die Sechs von Spielertrainer Christian Pampel, der zum MVP gewählt wurde, erheblich mehr Aufwand zu betreiben, als aufgrund der Tabellenlage im Duell mit dem Tabellenzwölften zu erwarten war.

 

Und weil Karlsruhe in Hammelburg überraschend 0:3 verlor, das Grafinger Spiel in Bliesen abgesagt wurde, steht nun Mimmenhausen wieder an der Tabellenspitze. „Das hat uns in die Karten gespielt“, freut sich Pampel über das erfolgreiche Wochenende. „Wir wollten unbedingt drei Punkte in Kriftel holen.“ Ziel: Hinrundenmeister werden. Denn angesichts der Coronapandemie ist es gut möglich, dass die Saison nach der Halbserie beendet wird.

 

Mit Kapitän Michael Diwersy im Zuspiel startete der Gast vom Bodensee in den ersten Satz. Und lag zur ersten Technischen Auszeit „nach einigen Eigenfehlern“ (Pampel) gleich ordentlich zurück (4:8, 13:16), drehte dann aber zum Ende hin den Satz. Beim 21:19 führte Mimmenhausen zum ersten Mal in der Partie – und gab die Führung nicht mehr ab (24:21). Den ersten Satzball verwandelte der TSV prompt.

Ähnlich verlief der zweite Durchgang. In dem aber fanden die blau-gelben Volleyballer schneller zu ihrem Spiel (5:8, 16:13), obwohl sie ab dem 10:7 auf einen ihrer besten Angreifer verzichten mussten. Jonas Hoffmann verletzte sich am rechten Fuß. Für ihn kam Heiko Schlag. „Er hat gut funktioniert“, lobt Pampel. Und wie zuvor genügte dem TSV ein Satzball – zum 25:22 und 2:0.

 

Aus dem 3:0 wurde aber nichts. „Weil ich falsch aufgestellt hatte“, ärgert sich Spielertrainer Pampel darüber, Schlag weiter auf der Hoffmann-Position spielen zu lassen, statt ihn an die Stelle von Lukas Ott zu beordern. Damit war der schwächere der beiden Angreifer im Verlauf der Rotationen öfters vorn am Netz. Und Kriftel gelang zudem eine Rallye zum 6:1 und 8:2. Der Wechsel auf der Zuspielposition, Federico Cipollone kam, half nicht (6:16, 18:24). Mimmenhausen wehrte zwar vier Satzbälle ab, Kriftel gewann trotzdem 25:22.

 

13:10 lag der Gast im vierten Durchgang vorn, da wurde Cipollone mit einer aus TSV-Sicht ungerechten Roten Karte bedacht. Zuvor schon hatte es immer wieder strittige Entscheidungen in einem manchmal „käsigen Spiel“ gegeben. Kriftel schloss auf (12:13). Aber Mimmenhausen, bekannt für starke Nerven, ließ sich nicht vom Weg abbringen. „Die Ballwechsel verliefen relativ ruhig“, erzählt Pampel, der sich darüber freute, dass „die letzten beiden Punkte über die Mitte“ gemacht wurden.

 

Hermann Hummler, Südkurier



06.12.2020

TSV Mimmenhausen – Ft 1844 Freiburg

 3:0

 

Mimmenhausen hat auch das zweite Heimspiel hintereinander mit einem Drei-Punkte-Sieg beendet. 25:19, 25:20 und 25:21 lauteten die Satzergebnisse nach 83 Minuten. In einem badischen Derby, das erst zum Ende des dritten Satzes hin spannender geworden war.

 

„Das war gut“, lobte Christian Pampel, und wer den Spielertrainer kennt, weiß, dass das höchstes Lob aus berufenem Munde ist. Die Mannschaft war nahezu perfekt auf den starken Gast eingestellt, der auf „einen seiner Besten, Oliver Hein“ (Pampel), verzichten musste.

 

Die FT zeigte wie erwartet enorme Angriffspower. Vor allem über den Polen Mateusz Matias Lysikowski (Pampel: „Er ballert Vollgas!“). Die Achillesferse von Jacob Schönhagens Team aber war und ist die Annahme. Deshalb: Gut aufschlagen! Das gelang, und dass die Mimmenhauser Annahme, trotz der großen Aufschlagstärke von Freiburg, „kein einziges Ass hinnehmen musste“, das gefiel Pampel besonders.

 

Freiburg fand besser ins Derby, aber mit Federico Cipollone (zum MVP gewählt) am Aufschlag drehte Mimmenhausen die Partie. Aus dem 6:6 wurde ein 10:7 und damit ein entscheidender Vorsprung. Der vergrößerte sich sogar noch (17:12, 23:18). Und Bogdan Birkenberg sorgte mit seinem Block gegen den 2,08-Meter-Mann Paul Botho fürs 25:19.

 

The same procedure im nächsten Satz: Freiburg startete besser als die Gastgeber. Die sich, je länger auch dieser Durchgang dauerte, mit viel Power und wenigen Eigenfehlern von Punkt zu Punkt schmetterten. Schon zur zweiten Technischen Auszeit führte der Favorit 16:11 – und ließ trotz der klaren Führung nicht nach. Auch dann nicht, nachdem Christian Pampel Benedikt Waldinger statt seiner aufs Feld schickte. Der junge Diagonalangreifer setzte sich gut in Szene, machte mit dem 25:20 den Sack über Freiburg zu.

 

Spannungstötend der Unterschied zwischen einem fehlerhaften Freiburg und dem auch jetzt noch wie aus einem Guss spielenden Gastgeber. Vielleicht wirkte der erneut große Vorsprung einschläfernd (8:6, 16:11, 18:13). Freiburger Einwechslungen und ein etwas nachlassender TSV ließen die „Affenbande“ von der Dreisam im dritten Satz bedrohlich nahe rücken (21:17, 21:19, 22:21).

 

Der Satzgewinn für Freiburg war möglich. Im undurchdringlichen „Dschungel“ der BZ-Arena aber verloren Kapitän Marcus Gensitz & Co. am Ende doch wieder die Übersicht – Bogdan Birkenberg beendete die Partie mit einem Block gegen Lysikowski, den besten Freiburger.

 

Pampel hatte also während des Spiels wenig Grund zum Kopfschütteln. Umso mehr dafür nach dem Schlusspfiff: Um ihn und die Sponsorentafel herum veranstalteten die Spieler eine ausgelassene Polonaise – nach elf Partien mit immer noch Weißer Weste.

 

Hermann Hummler, Südkurier



30.11.2020

TSV Mimmenhausen – TV Bliesen 3:0

 

Der Wunsch des TSV Mimmenhausen, mal wieder ein Spiel ohne Wenn und Aber zu gewinnen, der Wunsch ist am 1. Advent zwar vom Ergebnis, aber nicht von der Art und Weise her, wie er zustande kam, in Erfüllung gegangen. Der Favorit setzte sich klar gegen den Aufsteiger mit 30:28, 25:21 und 25:18 durch, obwohl die Gastgeber einige Umstellungen hatten vornehmen müssen. Aber das musste auch der TV Bliesen, der einen Mittelblocker als Diagonalangreifer einsetzte.

 

Dass Zuspieler Federico Cipollone nicht würde auflaufen können, war schon vor der Partie bekannt. Für ihn stellte Kapitän Michael Diwersy zu. Spielertrainer Christian Pampel trat nun doch an, aber unter der Woche hatte sich Lukas Ott noch in den Daumen der linken Hand geschnitten. Der Außenangreifer biss aber auf die Zähne und trat an.

 

"Vom Ergebnis her war das eine klare Sache", fasste Christian Pampel drei Sätze zusammen, in denen der TSV dann gut war, wenn er "gut aufgeschlagen" hatte. Der Service sorgte für Breakmöglichkeiten, die meist "gut genutzt" wurden. Ein "harter Kampf" mit einem Bliesen, das "viel stärker ist, als es seine aktuelle Tabellenposition aussagt", wurde es immer dann, wenn Mimmenhausen die "einfachen Bälle nicht gut" gehandelt habe.

 

Zunächst zeigte Mimmenhausen, warum es an der Tabellenspitze mitmischt. Aber im ersten Satz schien das Netz der größte Gegner zu sein. Jedes leichte Flattern pfiffen die Schiedsrichter ab. Ein gutes Dutzend Fehler sorgten für kampflose Punkte, vergebene Chancen – auf beiden Seiten, und am Ende für ein kurioses Satzergebnis: Philipp Freere sorgte mit seiner Netzberührung für das 30:28. Die leidige Fehlerquelle in der Mitte der Spielhälfte spielte im zweiten Satz keine entscheidende Rolle mehr, die Volleyballer hatten dazugelernt.

Vielleicht aber auch ein wenig die Unparteiischen. Mimmenhausen auch in taktischer Hinsicht: Jetzt kamen die TSV-Aufschläge, und der Favorit führte bald wieder mit 8:6 und 16:11. Zu einfach ging das wohl – denn jetzt hagelte es Eigenfehler der Blau-Gelben auch über die Auszeit (17:15) hinaus (21:21). Aber mit einem sehr starken Pampel im Team setzte sich der Tabellenzweite am Ende doch noch knapp durch. Ein Netzfehler von Bliesen und ein As von Pampel machten den Sack zu (25:21).

 

Mit einem 5:1 wie im ersten Satz startete Mimmenhausen auch den dritten Durchgang – und blieb jetzt am Drücker. Zur Ersten Technischen Auszeit stand es 8:3 für die Gastgeber, die nicht mehr locker ließen. War schon im ersten Satz kaum ein Bliesener Angriff einfach so durchgekommen, machten es jetzt die Mimmenhauser den Gästen echt schwer, zu einfachen Punkten zu kommen.

 

Und im Umkehrschluss wurden aus den verteidigten Angriffen viele TSV-Zähler. Und so entwickelte sich jetzt das von Anfang an erwartete einseitige Duell gegen einen Neuling, der seine zahlreichen verletzten Spieler nicht adäquat ersetzen konnte. Und weil die Gastgeber jetzt in ihrem Spiel nichts mehr schleifen ließen.

 

Vier Satz- und Matchbälle benötigte der TSV Mimmenhausen dennoch, ehe mit dem 25:18 (ein As von Pampel, der zum „Wertvollsten Spieler“ gewählt wurde) das erhofft klare Resultat in trockenen Tüchern war.

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Streibl, Pampel (MVP), Hoffmann, M. Diwersy, Becker, Waldinger, Müller (Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



22.11.2020

TSV Mühldorf - TSV Mimmenhausen 2:3

 

Mimmenhausen hat – zum fünften Mal schon in der Saison – in letzter Minute den Kopf aus der Schlinge gezogen und bleibt auch im neunten Spiel ungeschlagen. 25:14, 23:25, 17:25, 25:22 und 15:8 lauteten die Satzergebnisse im Duell mit dem Aufsteiger, der ohne Furcht oder Respekt vor dem Favoriten auftrat.

 

Und so musste Christian Pampel viel Geduld und Vertrauen in seine Spieler aufbringen, ehe der Sieg feststand. „Der Konflikt war echt schwer“, sagt der ehemalige Weltklasseangreifer über die sehr lange dauernde Phase, in der Mimmenhausen so gar nicht souverän wirkte. „Da habe ich echt überlegt, was mache ich jetzt“, erzählt Pampel. Er wechselte sich dann aber trotzdem nicht ein. Seine Verletzung am rechten Bein, vor Wochen beim Klettern erlitten, ließ das einfach nicht zu. Punkte verschenken aber geht dem erfolgreichen Spieler und Trainer so was von gegen den Strich. Auf der anderen Seite soll Mimmenhausen „in Zukunft ja auch ohne mich gewinnen“.

 

Trotz der wenig hilfreichen drei Wochen Zwangspause wegen Corona: Das gelang. Weil Außenangreifer Jonas Hoffmann - „er hatte einen schwarzen Tag erwischt“ (Pampel) - von einem Heiko Schlag ersetzt werden konnte, der die Annahme stabilisierte, in der Abwehr ein Pluspunkt war und mit seinen Aufschlägen für Druck auf den Mühldorfer Riegel sorgte.

 

Und weil Federico Cipollone zum Höhepunkt des Duells wieder zur gewohnten Stärke fand. Zuvor hatte der Zuspieler mit internationalem Format seine Angreifer nicht immer in beste Abschlusspositionen bringen können. Was der Italiener im Tiebreak herausgehauen hat (im Block und beim Matchball), sorgte dafür, dass er zum MVP gewählt wurde. Für Christian Pampel hätte auch Lukas Alexander Ott diese Ehre verdient gehabt. „Er war aus meiner Sicht der Beste von uns“, lobt Pampel seinen Außenangreifer. Den Umschwung von „unglaublich vielen Fehlern“ (Pampel) nach dem viel zu einfach gewonnenen ersten Satz hat aber die gesamte Mannschaft fertig gebracht, mit dem Rücken zur Wand in stoischer Ruhe. Auch und gerade ein Benedikt Waldinger, der seinen Mentor auf der Diagonalen bestens vertreten hat. „Er hat mitgeholfen“, klopft ihm Pampel verbal auf die Schultern, „dass wir uns aus dem Bodenlosen wieder heraus gekämpft haben.“

 

Pampel vergisst trotz aller Freude über den Sieg in einem Spiel ohne ihn nicht, dass die Partie durchaus hätte 1:3 verloren gehen können. „Über einen oder zwei vergebene Punkte im vierten Satz ärgert sich der TSV Mühldorf, der sehr gut gespielt hat, sicher sehr.“

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Birkenberg, Waldinger, Hoffmann (Schlag), Becker, Cipollone (MVP), Müller, Kasprzak (beide Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



06.11.2020

TSV Mimmenhausen – Baden Volleys SSC Karlsruhe 3:2 (18:25, 25:20, 25:23, 22:25, 19:17). 

 

Beste Stimmung herrschte trotz geisterhaft leeren Bildungszentrums. Mimmenhausen bleibt auch im achten Spiel ungeschlagen, verteidigte seine Siegesserie gegen Karlsruhe.

 

Christian Pampel, zum MVP gewählt, und sein Team wehrten sich mit Händen und Füßen gegen ein „sehr gutes Karlsruhe“ (Pampel), wenngleich nicht immer mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Von Euphorie über den „teilweise auch glücklichen Sieg“ (Pampel) ist beim Spielertrainer nicht viel zu merken. Auf die Frage, was denn der Erfolg über den Verfolger bedeute, antwortet er trocken: „Zwei Punkte mehr.“

 

Der erste Satz verlief überhaupt nicht nach dem Geschmack der Gastgeber. Karsruhe setzte mit starken Aufschlägen den TSV unter Druck, dem hielt der Annahmeriegel nicht immer stand. Entsprechend dünn die Quote im Sideout. Zur zweiten Technischen Auszeit fiel das Zwischenresultat deutlich aus (11:16). Und der Abstand sollte sich bis zum 18:25 nicht mehr groß verringern. Jonas Hoffmann ballerte seinen ersten Angriff, einen Dankeball, ins Netz – danach aber stabilisierte sich Mimmenhausen, setzte sich auf 12:6 ab – und ließ wieder nach. Karlsruhe, das nun öfters eine Antwort auf die Aufgaben parat hatte, glich zum 15:15 aus, führte 17:16 und verlor dennoch den Durchgang. Mimmenhausen fand über den Kampf und ein paar blitzsaubere Asse von Lukas Ott zur alten Stärke zurück beim 25:20. In einem immer wieder von Eigenfehlern auf beiden Seiten durchzogenen dritten Satz erarbeiteten sich weder Mimmenhausen noch Karlsruhe einen entscheidenden Vorsprung heraus.

Dann aber hielten Pampel & Co. ihr Sideout stabil, Karlsruhe schwächelte, gebremst vom Mimmenhausener Blockwerk. Und so setzen sich die Blau-Gelben auf 18:12 ab. Und machten es unnötig spannend. Ohne treffsicheren Pampel wäre der Satz wohl weg gewesen, so aber erschmetterte Ott den 25. Punkt zum 25:23.

 

Statt nun aber den Lauf über die Satzpause hinweg fortzuführen, schlichen sich beim Gastgeber wieder Unsauberkeiten ein, auch ein überragender Pampel kann nicht alle krummen Bälle in Punkte verwandeln. Entsprechend deutlich der Mimmenhausener Rückstand (5:8, 13:16), der bis auf fünf Punkte anschwoll (18:23). Und nicht mehr aufgeholt wurde. Otts Service ins Netz zum 22:25 ließ Karlsruhe jubeln.

 

Der Tiebreak war nichts für schwache Nerven. Zwei Matchbälle verballerte der TSV (14:12), hatte dann zwei gegen sich (14:15, 15:16), die Pampel und Birkenberg verhinderten, ehe den dritten der Karlsruher Jens Sandmeier, der aufgrund seiner Leistung insgesamt zurecht zum MVP des SSC gewählt wurde, einen schwierigen Ball zum 19:17 ins Aus schnetterte.

 

Keine Fans in der Halle, also auch keine Jubelgesänge? "Gebt mir ein H", verlangte Bogdan BIrkenberg – von seinen Teamkollegen. Und die sorgten mit kräftigen Stimmen dafür, dass am Ende das "Humba, Humba Täterä" auch ohne Black Wall die Halle füllte, nach einem "merkwürdigen Spiel", wie Spielertrainer Christian Pampel die Situation umschrieb, in dem er die Anweisungen des Gegners hören konnte.

 

TSV Mimmenhausen: Streibl, Pampel, Hoffmann, Birkenberg, Cipollone, Ott, Pilihaci (Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



26.10.2020

TV/DJK Hammelburg - TSV Mimmenhausen

2:3

 

Mimmenhausen bleibt auch im im siebten Saisonspiel ungeschlagen. Beim selbst ernannten Meisterschaftsanwärter setzte sich die Mannschaft von Kapitän Michael Diwersy, der Steller musste am Samstag durchspielen, mit 26:28, 25:20, 18:25, 25:17 und 15:9 vor 151 Zuschauern in einer Stunde und 47 Minuten durch.

 

„Punkt, Punkt, Doppelpunkt!“, skandierte die Mimmenhauser Auswechselbank laut und selbstbewusst, da stand es 13:7 in der Saaletalhalle. Wer sich nur den Tiebreak im Livestream angesehen hatte, der fragte sich schon, warum der TSV überhaupt hatte in den Entscheidungssatz gehen müssen. Sehr souverän wirkten die Volleyballer vom See, Hammelburg flatterten die Nerven. Sechs Eigenfehler steuerte es zum 15:9 des Kontrahenten bei. In einem Spiel mit Höhen und Tiefen für beide Seiten.

 

Zunächst einmal hatten die Blau-Gelben den unglücklichen Ausgang des ersten Satzes zu verarbeiten, in dem sie zwei Satzbälle nicht nutzen konnten. „Das 26:28 haben wir gut weggesteckt“, sagt Spielertrainer Christian Pampel, „weil wir gut gespielt hatten.“ Hammelburg eben auch, fügt er an. "Also war das völlig okay."

 

Während Mimmenhausen sein Niveau nach dem Seitenwechsel halten konnte, legte der Gastgeber eine kleine Pause ein. Die nutzte der Tabellenführer mit einem ungefährdeten 25:20 zum Satzausgleich. Das Mimmenhauser Minimalziel war erreicht, bloß nicht 0:3 verlieren. Sollte ein Fan aber erst im dritten Satz in den Livestream eingestiegen sein, 

hätte er Schlimmes befürchten müssen. „Das sind wir untergegangen!“, ging über Mimmenhausen ein Hammelburger Aufschlaggewitter nieder, das sich gewaschen hatte. Vor allem Lorenz Karlitzek haute der TSV-Annahme die Bälle stellenweise um die Ohren. Nicht verwunderlich deshalb, dass der TSV den einseitigen Schlagabtausch deutlich 18:25 verlor.

 

Drei Minuten Zeit hatten Pampel & Co. in der Satzpause, dann musste eine handfeste Antwort auf diese Gastgeberattacken gefunden sein. Mimmenhausen fand sie, krempelte die Ärmel hoch, positionierte die Annahme etwas um. Und Hammelburg? Produzierte mit seinen Aufschlägen nun mehr „Eimer“ als Asse, musste den Kontrahenten ziehen lassen und verlor den Satz klar mit 17:25. Hammelburgs hohes Risiko zahlte sich auch danach nicht aus, sorgte mit vielen Eigenfehlern für klare Verhältnisse im Tiebreak.

 

„Finde ich gut“, freut sich Pampel, "dass derzeit keine Mannschaft uns schlagen kann." Nicht einmal dann, wenn der erste Zuspieler verletzt ist. “Michael Diwersy hat das sehr gut gemacht“, lobt ihn Pampel, der zum MVP gewählt wurde. Eine Auszeichnung, die auch Lukas Ott und Jonas Hoffmann hätten erhalten können, sagt Pampel. "Sie hatten ein paar tolle Bälle." Aber auch Benedikt Waldinger, eigentlich Diagonalangreifer, war zur Stelle, wann immer er eingewechselt wurde, um den Mimmenhauser Block größenmäßig zu verstärken.

 

TSV Mimmenhausen: Birkenberg, M. Diwersy, Ott, Streibl (4. und 5. Satz Becker), Pampel (MVP), Hoffmann, Waldinger, Pilihaci, Müller (beide Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



19.10.2020

TSV Mimmenhausen – Dentalservice Gust VC Dresden 3:2. 

 

Mehr Mühe hatte Mimmenhausen mit den jungen Wilden aus Dresden, als die Tabellenkonstellation hätte vermuten lassen. Dass am Ende eines „lehrreichen Spiels“, wie Spielertrainer Christian Pampel das 25:12, 20:25, 25:23, 25:27 und 15:7 bezeichnete, dem Spitzenreiter noch zwei Punkte gut geschrieben werden konnten, hat der seiner Erfahrenheit zu verdanken. Dresden, lobt Pampel, hätte sehr gut gespielt und den Punkt „echt verdient“.

 

Die Bäume also wachsen bei den blau-gelben Volleyballern doch nicht so mir nichts dir nichts in den Himmel. Auch wenn der Auftakt gegen den Aufsteiger den Gastgebern dies suggeriert haben mag. Wann schon ist es ihnen gelungen, in der BZ-Arena einen Kontrahenten mit 25:12 zu besiegen? „Das war zu einfach und setzte einen Prozess im Hinterkopf in Gang“, analysierte Pampel den mühelosen Aufgalopp.

 

Sehr gerne wären die Mimmenhausener auf dieser Volleyball-Autobahn weiter entlang gedüst. Aber Dresden konzentrierte sich zur besseren Annahme und der TSV baute unfreiwillig „ein paar Unsicherheiten“ (Pampel) in seine Fahrt ein. Die Annahme nicht immer auf Ballhöhe, das Zuspiel deshalb weniger präzise: „Wir haben Dresden stärker gemacht“, sagt Pampel und wundert sich nicht, dass es den Sachsen gelungen war, den TSV-Sportwagen mit dem 25:20 erst einmal von der Autobahn auf die Landstraße zu drängen.

 

Zurück auf den Highway fand der TSV nicht mehr. Obwohl er auf der dritten Etappe wieder Gas gab, gegen Gäste, die in der Satzstatistik „im Block und in der Abwehr viel besser abschnitten als wir“.

Dennoch fuhr Mimmenhausen als Erster durchs Etappenziel. Wenngleich auch nur mit marginalem Vorsprung, an dem die „Polizei“ auf dem Schiedsrichterstuhl nicht ganz unbeteiligt war. „Die doppelte Berührung bei der Annahme hätte ich nicht gepfiffen“, urteilt Pampel. Die Dresdner auch nicht. Entsprechend heftig und emotional die Diskussionen nach dem 25:23.

 

Weil aber Mimmenhausen „sein Spiel nicht veränderte“ (Pampel), Dresden sich gut ans Auftreten der Gastgeber angepasst hatte, verhinderte die Mannschaft von Trainer Niklas Peisl eine frühe Zieldurchfahrt des Favoriten. Sie ermöglichten den Blau-Gelben im vierten Abschnitt der Reise ein eher seltenes Erlebnis: Am eigenen Leib zu erfahren, wie das ist, wenn so gut wie kein Angriff ohne Blockberührung übers Netz fliegt, und die Feldabwehr wie eine Gummiwand steht. Zwei TSV-Satzbälle blieben ungenutzt, Dresden war effizienter beim 27:25.

 

„Mehr über die Mitte und aus dem Hinterfeld“, lautete die Mimmenhauser Taktik für den Tiebreak. Die ging „zack, zack, nahezu einhundert Prozent auf“, so Pampel. Auch deshalb, weil Dresden den Fahrbahnwechsel der Gastgeber wohl erst (zu) spät bemerkt hatte. Und so war Spielertrainer Christian Pampel am Ende mit der Leistung und dem Ergebnis "nicht unzufrieden". Auch, weil zumindest er schon immer gewusst hatte, dass "wir nicht fehlerfrei sind".

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Streibl, Pampel, Hoffmann (MVP), Birkenberg, M. Diwersy (Cipollone), Pilihaci.

 

Hermann Hummler, Südkurier



12.10.2020

Volley YoungStars Friedrichshafen 3:1 (25:17, 25:19, 22:25, 25:20)

 

TSV Mimmenhausen – SV Schwaig 3:0 (26:24, 25:20, 25:23).

 

So weiß wie ihr Trikot am Samstag, so weiß ist auch die Punkteweste des TSV Mimmenhausen. Der kleine Klub vom Bodensee hat etwas geschafft, was Spielertrainer Christian Pampel im Vorfeld niemals für möglich gehalten hatte: Sechs Punkte geholt und Schwaig 3:0 bezwungen. Schwaig, das noch keine Zweitligapartie gegen Mimmenhausen verlor.

 

Dass der TSV Mimmenhausen gegen die Youngstars einen Satz hatte abgeben müssen, lag einzig und alleine daran, dass Pampel auch jenen Spielern, die sonst nur auf der Bank schmoren, Einsatzzeiten gegeben hat. So stellte Kapitän Michael Diwersy, der „seine Sache sehr gut machte“ (Pampel), und für den altinternationalen Punktgaranten Pampel kam Jungspund Benedikt Waldinger (seine Leistung brachte ihm die MVP-Plakette) ab dem dritten Satz auf der Diagonalen zum Einsatz. Cipollone übernahm beim 8:11 im vierten Durchgang das doch etwas ins Schlingern geratene blau-gelbe Boot in einem „lehrreichen“ (Pampel) Spiel, bis zum erfolgreichen Ende vor 131 Zuschauern wieder ins richtige Fahrwasser gelotst.

 

Keine 24 Stunden später stand Mimmenhausen schon wieder auf der Platte. Gegen Schwaig, ein enorm schweres Zweitligakaliber. „Wir hatten uns zunächst nur auf die Youngstars vorbereitet“, verrät Pampel, dass alleine der Samstag für die Einstellung auf das Spitzenspiel gegen die ebenfalls noch unbesiegten Franken zur Verfügung gestanden habe.

Trotzdem lieferten er und seine Mannschaft vor 150 Fans in der BZ-Arena Salem eine blitzsaubere Vorstellung ab. „Tatsächlich aber auch mit etwas Glück“, bremst Pampel.

 

In der Tat. Der erste Satz hätte durchaus auch ein anderes Ende nehmen können. 24:22 führte der TSV Mimmenhausen, ließ sich von einer Stellerfinte von Nikola Scerbakov düpieren und Libero Doru Pilihaci pritschte eine Annahme unglücklich an die Hallendecke – 24:24 statt Satzende. Schwaig aber drosch sein anschließendes Service ins Aus – zum dritten Satzball für die Gastgeber: Man of the Match Federico Cipollone servierte ein halbes Ass, das Pampel trocken so kommentierte: „Die Annahme hätte nicht jeder Schiri abgepfiffen.“ Markus Schardin tat es. Mimmenhausen führte 1:0 und setzte „seine erstaunliche Leistung“ (Pampel) auch nach dem Wechsel fort, führte 2:0 nach Sätzen, und Christian Pampel versenkte den zweiten Matchball zum 25:23 und jubelnden Sieger im Kreis – mit Abstand!

 

Natürlich war der Spielertrainer des Tabellenführers am Ende des unerwartet erfolgreichen Wochenendes „sehr froh“ über ein glattes 3:0 gegen ein starkes Schwaig „auf unserem Level“. Sein Fazit nach fünf Partien: „Wer uns besiegen will, der muss wirklich gut spielen“, fasst Pampel, dem euphorische Ausbrüche echt zuwider sind, einen perfekten Start in die neue Saison zusammen.

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Streibl, Pampel, Waldinger, Hoffmann, Birkenberg, Becker, Cipollone, M. Diwersy, Müller, Pilihaci (beide Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



06.10.2020

Blue Volleys Gotha - TSV Mimmenhausen
1:3 (16:25, 25:19, 23:25, 22:25)

 

Der TSV Mimmenhausen bleibt auch im dritten Spiel der Saison unbesiegt und kehrt mit drei Punkten aus Thüringen zurück. „Während der Partie aber“, sagt Spielertrainer Christian Pampel, habe er nicht daran geglaubt, dass „wir mit drei Punkten zurück an den Bodensee fahren“. Das 25:16, 19:25, 25:23 und 25:22 „war eine tolle Teamleistung“, lobt Pampel, ohne irgendein wenn und aber.

 

„Wir haben mit guten Aufschlägen die Gothaer Annahme unter Druck gesetzt“, erzählt Pampel vom ersten Satz. Deren deshalb übersichtlichere Angriffe habe der TSV im Block und „einer sehr starken Abwehr“ gut im Griff gehabt. Bis zum klaren Satzgewinn von 25:16.

 

„Dass „Gotha hat eine sehr gute Mannschaft“ hat, wussten Pampel & Co. schon vor dem Anpfiff. Nicht verwunderlich deshalb, wie sich die Mannschaft von Spielertrainer Jonas Kronseder im zweiten Durchgang auf Mimmenhausen einstellte, „besser geworden“ (Pampel) ist, während gleichzeitig Mimmenhausen sein Niveau im Service (vor allem Pampel selbst ) nicht ganz halten konnte. Zwar führten die Gäste zur Zweiten Technischen Auszeit noch mit 16:12, am Ende aber jubelten die Gothaer (25:19).

 

Satzausgleich in einem Duell auf Augenhöhe, in dem sich jetzt lange Zeit keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil verschaffen konnte. Bis zum 24:23. Satzball oder Ausgleich? Satzball!

 

Tobias Streibls Service überrascht den Blue-Volley-Libero, Gotha hatte erhebliche Mühe, einen gefährlichen Angriff zu initiieren. Den baggerte der TSV-Mittelblocker Streibl zurück ins Gothaer Feld. Zweiter Anlauf. Den blockte Pampel. Dritter Gothaer Versuch. Die Rakete baggerte Lukas Ott von Position 6 aus zurück übers Netz! Den vierten Anlauf blockte Jonas Hoffmann. Gotha gab nicht auf nicht auf. Aber Pampels Block entschärfte den Diagonalball, Hoffmann pritschte zu Federico Cipollone. Der Mimmenhauser Zuspieler passte auf Pampel. Und der zeigte einmal mehr seine ganze Klasse, wir wertvoll der 41-Jährige immer noch für seine Mannschaft ist. Cool lobt er den Pass zum 25:23 über den Block! Ein unglaublicher Ballwechsel, der die Qualitäten dieser immer noch besser werdenden Mimmenhauser Mannschaft exemplarisch beleuchtete. Pampels Reaktion: „Ich war froh, dass wir wenigsten schon mal einen Punkt hatten. So mussten wir das Wochenende nicht komplett in die Tonne treten.“

 

Es sollte noch besser kommen: Auch im vierten Durchgang setzte sich der TSV nach umkämpftem Verlauf (8:7, 16:15, 22:21) – fast muss man sagen – wie selbstverständlich im Endspurt erneut durch. Bogdan Birkenberg verwandelte den Breakball per Schnellangriff zum 25:22 und 3:1.

 

Große Freude danach bei den Blau-Gelben, die auch im fünften Duell mit Gotha siegreich geblieben waren. Große Freude aber auch bei Christian Pampel und Doru Pilihaci: Der Libero war zum „Wertvollsten Spieler“ gekürt worden.

 

Hermann Hummler, Südkurier



28.09.2020

TSV Mimmenhausen

TGM Mainz-Gonsenheim

 

3:1

 

Der TSV Mimmenhausen hat auch sein zweites Spiel der neuen Saison gewonnen, vor heimischem Publikum, 171 Fans waren im Bildungszentrum Salem. Spielertrainer Christian Pampel und sein Team setzten sich nach Sätzen deutlich mit 21:25, 25:22, 25:23 und 25:23 durch. Aber alle vier Durchgänge waren umkämpft, und selbst im vierten Durchgang benötigte der TSV Mimmenhausen drei Matchbälle, ehe das 3:1 perfekt war. Diagonalangreifer Pampel sorgte für den dritten 25. Punkt nach nicht ganz zwei Stunden Spielzeit.

 

In der sahen die mit Abstand sitzenden Fans einen TSV, der das Heft des Handelns nichgt immer in der Hand hielt. Waren die Zwischenstände zu den jeweiligen Technischen Auszeiten noch eng gewesen (meist nur ein oder zwei Punkte Abstand zwischen den Kontrahenten), setzen sich im ersten Durchgang die Gäste aus Rheinland-Pfalz auf 24:20 ab und holten sich den Durchgang mit 25:21.

 

Nicht gerade ein Heimauftakt wie sich das Mimmenhausen erhofft hatte. Die Gastgeber traten mit Jonas Hoffmann auf der Außenbahn für Michael Kasprzak an, in der Mitte blockte Tobias Streibl für Johannes Becker. Die Erste Sechs ließ sich vom Fehlstart aber nicht beirren, und drehte den Spieß im Endspurt (16:14, 20:18, 24:21) des zweiten Durchganges um. Gleich den ersten Satzball verwandelte sie zum 25:22. Die Mimmenhauser Gummiwand funktionierte auch im dritten Satu. „Kaum ein Ball, an dem wir nicht dran waren“, lobte Pampel die kämpferische Einstellung seiner Spieler. Damit hatten Kapitän Michael Diwersy und Co den spielerisch eigentlich stärken Mainzern den Zahn gezogen. 25:23 der Endstand im dritten Schlagabtausch. Weil Mimmenhausen sich von Zwischenständen nicht mehr nervös machen lässt, mit Lukas Ott – neben Jonas Hoffmann - auf der Außenbahn einen enorm verbesserten Angreifer hat und mit Christian Pampel einen Hauptangreifer, der die entscheidenden Bälle tot macht, setzte sich der Gastgeber, trotz der Mainzer Rallye von 20:24 auf 23:24, am Ende mit 25:23 und 3:1 durch. Zum Jubelkreis mit Abstand .

TSV Mimmenhausen: Ott, Streibl (Becker), Pampel, Hoffmann, Birkenberg, Cipollone (MVP), Pilihaci, Müller (beide Libero).

 

Hermann Hummler, Südkurier



 Mimmenhausen in Grafing

 

TSV Grafing - TSV Mimmenhausen   2:3

 

Der TSV Mimmenhausen hat sich in einer dunklen Halle, an einem ungewohnt engmaschigen Netz, ohne ein einziges Testspiel zuvor bestritten zu haben, noch dazu ohne einen seiner besten Angreifer (Jonas Hoffmann wird Papa) gegen eine starke Grafinger Mannschaft im ersten Spiel der neuen Saison mit 26:24, 23:25, 25:21, 11:25 und 15:12 am Samstagabend über all diese hohen Hürden hinweggesetzt.

 

Entsprechend zufrieden zeigte sich denn auch Spielertrainer Christian Pampel: „Phasenweise waren wir schon echt gut“, lobte der ehemalige Weltklassediagonalangreifer seine Spieler. Im Block „waren wir meist auf Ballhöhe“, Lukas Alexander Ott, einer der Annahmespieler und Außenangreifer, der vergangene Saison schon „viele Elemente in seinen Angriffen gut gemacht“ habe, habe in Grafing sehr häufig gezeigt, dass „er verstanden hat, was ich ihm beizubringen versuchte“. Und der neue Mann im TSV-Dress der ersten Mannschaft, Joshua Müller, habe sein erstes Pflichtspiel in der zweithöchsten deutschen Liga „nicht schlecht gemacht, so wie eben die gesamte Mannschaft“. Viel Lob also aus dem Munde eines Spielertrainers, der ein eher zurückhaltendes Verhältnis zu Superlativen hat.

Mimmenhausen begann die Partie mit einem Ass durch Bogdan Birkenberg, und machte am Ende eines umkämpften Durchganges (8:7, 16:15) mit einem Ass von Ott den Sack zu. Der Meersburger gehörte auch nach dem Wechsel zu den Aktivposten, verkürzte auf 23:24, aber einen der drei Dankebälle zum 25:23 nutzte Grafing. Satzausgleich. Danach waren die Gastgeber erst einmal am Drücker (8:5, 16:12), die sich aber einem nie aufsteckenden Mimmenhausen im Endspurt nicht mehr erwehren konnten (21:25). Statt nun aber den Deckel drauf zu machen, „waren wir auf die harten Aufschläge der Grafinger nicht vorbereitet“, nennt Pampel einen Grund, warum der vierte Satz klar 11:25 verloren ging.

 

Daraus hatten die Jungs aber gelernt. Im Tiebreak ließen sie sich nicht mehr überraschen. Und sie nutzten gleich den ersten Matchball. Bogdan Birkenberg hatte einen Angriff aus dem Netz gefischt, der Ball ging zurück ins Grafinger Feld – und Benno Voggenreiter drosch seinen Angriff zum 12:15 ins Aus!

 

Pampel unter dem Strich zufrieden

 

„Unterm Strich bin ich zufrieden“, sagte Pampel. Nicht nur des Erfolges wegen. Auch weil Grafing die „Baustellen“ beim TSV Mimmenhausen klar aufgezeigt habe.

 

Hermann Hummler, Südkurier



02.03.2020

Der TSV Mimmenhausen hat trotz seiner prekären Personalsituation das Siegen nicht verlernt. Der Tabellenführer setzte sich am Sonntagnachmittag gegen den Tabellenachten nach einem Achterbahn der Gefühle mit 16:25, 27:25, 25:16 und 25:21 durch. Hatte vergangenen Samstag nur noch ein Ersatzspieler auf der TSV-Auswechselbank gesessen (Zuspieler und Kapitän Michael Diwersy), waren es dieses Mal nominell drei: er, Spielertrainer Christian Pampel und Timo Neßler, ein Mittelblocker aus der zweiten Mannschaft.

 

Nicht verwunderlich, dass Abteilungsleiter Klaus Diwersy bei der Begrüßung der Fans und Teams den Teamspirit besonders einforderte. Der aber hilft nur, wenn die Burschen keine Fehler machen. Taten sie aber und verhalfen Hammelburg nach ausgeglichenem Verlauf (6:8) zu einem beruhigenden Vorsprung zur ersten Mimmenhauser Auszeit (13:8). Und weil die Unterfranken so gut wie keine Fehler machten, mit ihren Aufschlägen die TSV-Annahme schwer unter Druck setzten, blieb es beim klaren Vorsprung der Gäste, die den ersten Durchgang klar mit 25:16 gewannen.

 

Das änderte sich nach dem Wechsel: Plötzlich bekam Hammelburg so gut wie keinen Aufschlag mehr übers Netz, die Mimmenhauser Annahme war entlastet, und weil die Gäste für kampflose Punkte, reichlich kampflose Punkte sorgten, stand es zur ersten Technischen Auszeit 16:9 für Mimmenhausen. Der Schock das ersten Durchgangs war verdaut. Vor allem der Block stoppte Hammelburger Angreifer (6 Punkte), der Service setzte die DJK-Annahme vor große Probleme (21:11). Trotz des riesigen Vorsprungs mussten die Fans aber noch richtig zittern. Plötzlich brachten die Gastgeber keine Angriffe mehr durch, Hammelburg holte auf (23:23), blieb

aber am Ende doch ohne Satzgewinn, weil – angespornt von der Black Wall, dem stimmgewaltigen Fanclub, und den Zuschauern – der TSV zwar drei Satzbälle benötigte, aber mit dem 27:25 den Satzausgleich tatsächlich perfekt machte, mit schierem Willen. Die zehnminütige Satzpause für ein Sponsorenevent hatte Mimmenhausen weniger geschadet als Hammelburg, das wohl immer noch der vergeblichen Aufholjagd nachtrauerte. Die Gäste waren mental noch gar nicht richtig wieder im Spiel, da stand es 1:8 aus ihrer Sicht. Alles funktionierte wie am Schnürchen, der Block ließ wenig durch, die Feldabwehr hielt die Bälle im Spiel – Hoffmann, Ott und Becker machten einen Breakpunkt nach dem anderen (16:5). Was für ein Unterschied zum völlig verunsicherten TSV im ersten Satz. Der ließ nur noch drei Satzbälle zu (24:14), dann war das souveräne 25:16 perfekt.

 

3:1 – oder Satzausgleich? Die spannende Frage blieb lange Zeit unbeantwortet. Mal führte Mimmenhausen mit zwei oder drei Punkten, ließ dann aber Hammelburg wieder herankommen. Was bis zum Ende funktionierte: der Block. Unglaublich, wie stark der gelernte Außenangreifer Severin Hauke und Johannes Becker ihren Job erledigten. Den Rest besorgten die Hammelburger mit Eigenfehlern (13 Punkte) und das stabile Side out des TSV (8:7, 16:13). Symptomatisch für den Kampfeswillen der Blau-Gelben, ihren Teamspirit: Hauke hielt irgendwie den Matchball in der Abwehr im Spiel – und Hoffmann verwandelte zum 25:21 und 3:1. „Oh wie ist das schön!“, sangen die Fans! „Das ist ein historischer Sieg heute“, freut sich Christian Pampel darüber, „dass die Jungs ohne mich gewonnen haben. Das finde ich toll!“

 

Hermann Hummler, Südkurier



24.02.2020

AlpenVolleys Haching II - TSV Mimmenhausen 3:1.

 

Mit solch einem dezimierten Kader hat es für den Tabellenführer bei der zuletzt alles andere als erfolgreichen Bundesligareserve nichts zu ernten gegeben. Ohne Bogdan Birkenberg und Spielertrainer Christian Pampel verkauften sich die blau-gelben Volleyballer, die nur noch Zuspieler Michael Diwersy auf der Ersatzbank hatten, so teuer wie möglich. Michael Kasprzak, Tobias Streibl und Julius Schrempp fehlen ja schon länger. Wunder sind, in der Aufstellung hat der TSV noch nie zusammengespielt und mangels Spielermasse war ein entsprechendes Training, schlicht nicht möglich. Dennoch standen die Blau-Gelben am Samstag kurz vor dem Gewinn des ersten Satzes, nachdem sie sich dank einer Rallye des neuen Diagonalangreifers Lukas Ott von 21:24 auf 23:24 herangekämpft hatten. Zum Ausgleich oder sogar mehr reichte es aber den tapferen Mimmenhausern nicht.

 

„Lukas Ott hat das nicht nur in diesem Satz gut gemacht“, lobte Pampel, und wies seine Spieler in der Satzpause darauf hin, dass sie weiterhin gut aufschlagen und vor allem Simeon Topuzliev in den Griff bekommen müssen. Beides klappte nicht so wie gewünscht. „Wir machten nicht nur in diesem Satz relativ viele Aufschlagfehler“, benannte der zum Coaching verdammte Christian Pampel einen der Gründe für das 18:25 im zweiten Durchgang.

 

Dazu kam, dass Jonas Hoffmann, der „Wertvollste Spieler“ beim TSV, gegen einen „starken, hohen Block nicht wie gewohnt ins Spiel fand“ (Pampel) und Außenangreifer Severin Hauke auf der für ihn fremden Mittelblockerposition aushelfen musste.

Wenn dann noch das stabilisierende Element Weltklassediagonalangreifer Pampel der Mannschaft fehlt, dann wird`'s echt schwer gegen ein Unterhaching II, bei dem „80 Prozent Profis sind und das achtmal die Woche trainiert“, so Pampel.

 

Dass der TSV Mimmenhausen dennoch gut mitgehalten hat, zeigt der dritte Durchgang. Da klappte das Zusammenspiel, wurden mit viel Geduld Breakbälle erkämpft, und die – im Gegensatz zu den übrigen Durchgängen – beim 25:21 auch in Punkte umgemünzt.

 

Das war es dann aber auch schon wieder mit den guten Phasen des Tabellenführers. Danach hatte sich Unterhaching wieder gefangen, machte Druck mit gutem, fast fehlerfreiem Service gegen verunsicherte Mimmenhauser, die keine Alternativen auf der Auswechselbank hatten, und sicherte sich mit dem 25:18 drei Punkte.

 

„Wir waren nicht so weit weg von Haching“, fasst Pampel eine Partie zusammen, in der er mit der Vorstellung seiner zusammengewürfelten Truppe durchaus zufrieden war. „Dass wir unter diesen Umständen hier punkten, war nur teilweise realistisch.“ Weil aber das Verfolgerduell zwischen Karlsruhe und Schwaig mit einem überraschend deutlichen 3:0 an Schwaig gegangen war, hat der TSV Mimmenhausen – mit einem Spiel mehr ausgetragen – noch immer vier Punkte Vorsprung.

 

Hermann Hummler, Südkurier



17.02.2020

Auf den TSV Mimmenhausen ist es am Freitagabend knüppeldick eingeprasselt. Dabei war das 19:25, 24:26, 25:18, 25:18 und 13:15 noch das geringste Übel für die Mannschaft von Christian Pampel. Viel gravierender ist, dass der Spielertrainer wegen seiner schmerzenden Achillessehne sich selber auswechseln musste, Bogdan Birkenberg unglücklich umknickte. Der Mittelblocker verletzte sich so schwer, dass nicht ans Weitermachen zu denken war. Und so stand in der entscheidenden Phase des „wahnsinnigen Spiels“ (Hallensprecher Frank Zender) ein personell arg gerupfter Spitzenreiter auf dem Spielfeld, endete das spannende Match mit zwei verdienten Punkten für die Grünschnäbel in Blau-Weiß.

 

„Sie hatten sich nie aufgegeben, ohne Angst vor dem Spitzenreiter athletischen Volleyball auf Augenhöhe“ gezeigt, lobte „Bobby“ Jalowietzki, Ko-Trainer und VfB-Legende, seine Jungs in den höchsten Tönen. Am Sieg der volleyballerischen Milchgesichter nicht ganz unbeteiligt war aber der Favorit selbst. Ohne den Erfolg der echt guten Gastgeber vor stimmungsvoller Kulisse – da sei mehr los gewesen als bei der ersten Mannschaft, lautet der Kommentar einiger Zuschauer – schmälern zu wollen: Mimmenhausen begann nicht mit der Ersten Sechs.

 

„Für uns geht es in erster Linie darum“, begründet Pampel den wohlüberlegten Schritt, „dass alle Spieler sich entwickeln.“ Nicht nur die Erste Sechs. Michael Diwersy machte seine Sache nicht schlecht, obwohl ihn sein Annahmeriegel des Öfteren vor große Probleme beim Zuspiel stellte. Und so ging der erste Durchgang zwar deutlich 19:25 verloren, Pampel aber veränderte die Aufstellung nicht.

 

Wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wäre dem Mimmenhauser Diagonalangreifer nicht der Schmerz in die schon arg strapazierte Achillessehne gefahren.

Pampel hielt durch, und seine Mannschaft - mit 15 Punkten alleine in diesem zweiten Satz - im Spiel. Am Ende aber reichte es trotzdem nicht zum Ausgleich. Sein Angriff wurde zum 24:26 geblockt.

 

Dennoch stand er auch im dritten Durchgang auf der Spielfläche. Allerdings nun nicht mehr diagonal von Michael Diwersy. Der räumte seinen Platz für Federico Cipollone. „Nicht weil Michi schlecht gespielt hat“, stellt Pampel klar. „Aber die Youngstars haben über seinen Block hinweg geschlagen.“ Diwersy ist mit 1,81 Meter eher klein geraten, das nutzte die Mannschaft von Trainer Adrian Pfleghar weidlich aus. Mit Cipollone schob der TSV einen Riegel vor.

 

Plötzlich drehte sich die Partie. Und beim 23:17-Zwischenstand im dritten Durchgang sah Pampel seine Zeit gekommen. Für ihn kam Severin Hauke und übernahm von Lukas Ott den Außenangriff, der nun unfreiwillig zum Hauptangreifer befördert war. Das klappte. Sowohl bis zum 25:18 als auch im vierten Satz (mit Heiko Schlag in der Annahme). Der komplett veränderte TSV hielt sich wacker, steckte auch den nächsten Nackenschlag weg. Irgendwie. Bogdan Birkenberg hatte sich böse den Fuß (23:18) verknackst. Für ihn übernahm Hauke. „Sie haben das gut gelöst“, lobte Pampel, der aber mit ansehen musste, wie die Mannschaft im Tiebreak gegen wie entfesselt aufspielende Nachwuchsvolleyballer „eingeknickt“ ist (6:6, 6:9). Die Mimmenhauser ließen die Köpfe hängen (8:12), wehrten trotzdem den ersten Matchball (12:14) ab. Das war's dann aber auch mit der Herrlichkeit des Spitzenreiters.

 

Überschäumender Jubel dagegen auf der anderen Seite: „Toll, wie die Jungs zurückgekommen sind“, freute sich Adrian Pfleghar. Und während Youngstar Jannik Brentel mit seiner Goldmedaille für den Wertvollsten Spieler über dem Boden der ZF-Arena schwebte, lag die silberne achtlos auf der Auswechselbank.

 

Hermann Hummler, Südkurier



09.02.2020

TSV Mimmenhausen - L.E. Volleys

3:0

 

Der TSV Mimmenhausen hat sich vom Rückschlag in Schwaig nicht verunsichern lassen und das Heimspiel auch in dieser Deutlichkeit völlig verdient gewonnen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass die Mannschaft von Christian Pampel in Gestalt des Tabellenzehnten einen echten Aufbaugegner vorgesetzt bekam. „Wir haben nicht wirklich gut gespielt“, nordete der Mimmenhauser Spielertrainer das souveräne 25:19, 25:15 und 25:14 ein. „Aber so lange es dann so deutlich für uns läuft“, war der Diagonalangreifer trotzdem mit sich und seiner Mannschaft zufrieden.

 

Die spielte in veränderter Aufstellung. Mit dem Ende der Siegesserie hatte diese Personalmaßnahme jedoch überhaupt nichts zu tun. „Ich möchte“, begründet Pampel die Hereinnahme von Michael Diwersy für Federico Cipollone, „dass auch die Spieler auf der Ersatzbank ihre Einsatzzeiten bekommen.“ Und so stand von Beginn an der Mimmenhauser Kapitän auf dem Feld, der seine Sache, so Pampel, gut gemacht habe. „Er hat schöne Pässe auf die Position 4 gestellt“, lobt der ehemalige Nationalspieler, und die Bälle gut verteilt.“ Außerdem habe er „gut aufgeschlagen“. So, wie die gesamte Mannschaft.

 

Und damit begann das Problem der Leipziger. Ihr Riegel wackelte, die Angriffe kamen deshalb oft lang und hoch ans Netz, waren deshalb meist Beute des Mimmenhauser Block. 13 Mal biss der zu, stets auf Ballhöhe entschärfte er eine Vielzahl an L.E.-Angriffen, ermöglichte so der Feldabwehr die Bälle im Spiel zu halten – und entsprechend Breakpunkte zu machen.

 

„Der Block und die Abwehr von Mimmenhausen sind sehr stark“, anerkannte Christoph Rascher die Überlegenheit des TSV Mimmenhausen. „Wir wussten“, fuhr der Leipziger Trainer fort, „dass wir hier wenig Anlass zur Freude haben werden.“

Dass es aber so schlimm kommen würde, damit hatte er nicht gerechnet. „Wir haben im Angriff keine Mittel gefunden, um zuverlässig zu punkten“, sagte er und musste seine Hoffnung auf ein knappes Resultat früh begraben.

 

Daran änderte auch der Libero-Wechsel von Lenny Diwersy auf Doru Pilihaci nichts. Der Spitzenreiter behielt auch im dritten Durchgang seine klare Linie, sorgte mit einem bis auf ganz wenige Ausnahmen einsatzfreudigen und effektiven Angriff mit Christian Pampel an der Spitze für klare, der Tabelle angemessene Verhältnisse. Nach einem 8:6 und 16:11 im ersten Satz hatte Mimmenhausen seine anfänglichen Annahmeprobleme im Griff und marschierte stramm auf das 25:19 zu. Nach dem Wechsel reduzierte Leipzig seine horrende Fehlerquote, „ein paar strittige Schiedsrichterentscheidungen“ sorgten laut Rascher jedoch dafür, dass der zweite Durchgang nicht enger verlief (8:5, 16:9, 25:15). Aber auch im dritten benötigte Mimmenhausen keine Hilfe beim 8:4, 16:12 und 25:15.

 

Einer der blau-gelben Volleyballer wird dieses erwartete und standesgemäße 3:0 dennoch mit Sicherheit so schnell nicht vergessen. Jonas Hoffmann. Der Außenangreifer wurde von Christoph Rascher zum „Wertvollsten Spieler“ beim TSV Mimmenhausen gewählt. An und für sich nichts Besonderes für den Mann mit der Nummer 3 auf dem Rücken. Das ist seine fünfte Goldene. Aber man bekommt diese Medaille nicht alle Tage von einem Stelian Moculescu überreicht. Die deutsche Trainerlegende, der unter anderem den VfB Friedrichshafen zum Serienmeister und Champions-League-Sieger gemacht hatte, stattete auf Einladung von Christian Pampel dem Tabellenführer einen Besuch ab und übernahm natürlich die Medaillenübergabe an den blonden, 1,91 Meter großen Athleten mit dem „schnellen Armzug“ (Moculescu).

 

Hermann Hummler, Südkurier



26.01.2020

Der TSV Mimmenhausen ist mit einer für alle total ungewohnten Situation, Tabellenführer der 2. Bundesliga zu sein, am Samstagabend locker klar gekommen. „Wir sind jetzt die Gejagten“, hatte Abteilungsleiter Klaus Diwersy bei der Begrüßung im Salemer Bildungszentrum gesagt. Und das bleiben die blau-gelben Volleyballer nach dem 25:19, 25:22 und 25:18 zu ihrer großen Freude. Dem Tabellenfünften Gotha überließen sie auch im vierten Zweitligaduell mit den Thüringern erneut keinen Satz.

 

Teilweise meisterlich präsentierten sich Kapitän Michael Diwersy und Crew im ersten Durchgang. Unterstützt von einer hohen Eigenfehlerquote der Gäste (24 Punkte insgesamt) setzte sich die Mimmenhauser Starting Six mit gutem Blockspiel, einer unglaublich starken Feldabwehr und von Federico Cipollone (zum „Wertvollsten Spieler“ gewählt) passgenau bedienten Angreifern schon früh ab (8:3, 16:9). „Mimmenhausen hat sehr gut gespielt, nur wenige Fehler gemacht“, lobte der Gothaer Trainer Jonas Kronseder die Vorstellung des Favoriten beim klaren 25:19-Erfolg der Gastgeber.

 

Über „drei einfache Bälle“, ärgerte sich Christian Pampel im Verlauf des zweiten Satzes. Die hätten laut Spielertrainer für ein paar kitzlige Momente gesorgt, in einem Durchgang, in dem Mimmenhausen nicht immer souverän wirkte (7:8, 15:16). Gotha reduzierte seine Fehlerquote, jetzt war der Tabellenfünfte „auf Augenhöhe“ (Kronseder). „Wir haben statt Druck zu machen, Gotha aufgebaut“, ärgerte sich Pampel.  „Nachdenken, aktiver werden“, hatte Klaus Diwersy in der Auszeit seinen Spielern per Hallenmikrofon aufgetragen. Die befolgten den Rat des Abteilungsleiters. Bis ins Satzfinale hielten die Thüringer zwar mit (21:21).

„Weil wir aber nach wie vor gut aufgeschlagen haben, eine tolle Abwehr und einen starken Block hatten“ (Pampel), setzte sich der Favorit auch in diesem hart umkämpften Schlagabtausch doch noch durch. Je zweimal Pampel und Lukas Ott verwandelten teils spektakulär im Spiel gehaltene Bälle zum 25:22.

 

„Wir hatten die Chance, den Satz zu gewinnen“, trauert Kronseder der verpassten Gelegenheit nach. „Wer weiß, wie sich das Spiel nach einem 1:1 entwickelt hätte.“ Mit dem 2:0 im Rücken aber hatte der TSV Mimmenhausen das Heft auf dem Spielfeld wieder fest in der Hand. Und dann patzten die Blue Volleys zweimal hintereinander und ein Service landete im Netz - Mimmenhausen führte mit drei Punkten (12:9) Vorsprung.

 

Was auch immer in der großen Schale auf der Auswechselbank gewesen sein mag, Gotha halfen diese Leckereien nicht. Spätestens mit dem 16:11 zur zweiten technischen Auszeit war für den Tabellenführer der zehnte Erfolg in Serie in trockenen Tüchern. Punkt um Punkt zogen die Hausherren nun davon. Pampels 18. Punkt brachte den ersten Matchball. Johannes Beckers Block machte das 25:18 und 3:0 perfekt.

 

Der TSV Mimmenhausen hat die Bewährungsprobe gegen einen unangenehmen Gegner mit Bravour bestanden, sich von der ungewohnten Rolle des Gejagten nicht aus der Ruhe bringen lassen. Entsprechend laut denn auch der ausgelassene Jubel nach dem Schlusspfiff. Und da war nicht nur einmal zu hören: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey hey!“

 

Hermann Hummler, Südkurier



20.01.2020

2. Volleyball-Bundesliga:

TuS Kriftel - TSV Mimmenhausen 1:3.

 

Der TSV Mimmenhausen sorgt weiter für Furore in der 2. Volleyball-Bundesliga. Vergangenes Jahr nur knapp dem Abstieg entgangen hat sich die Mannschaft vom Bodensee zum Topteam der Liga gemausert. Seit Samstag stehen Spielertrainer Christian Pampel und seine Volleyballer auf Platz 1, nachdem sie beim Aufsteiger Kriftel mit 25:17, 23:25, 25:14 und 25:17 ihr achtes Spiel hintereinander gewonnen hatten. Die Siegesserie hielt. Pampel war aber alles andere als zufrieden . „Wir haben Glück gehabt“, betont der Diagonalangreifer. Weil Kriftel mit Mittelblocker Florian Bonadt und Außenangreifer Jannik Weber auf zwei seiner Besten verzichten musste und diesen Aderlass nie hatte adäquat hatte ersetzen können, reichte dem Favoriten eine eher durchwachsene Leistung zum klaren Sieg.

 

„Wir, und da schließe ich mich mit ein, wir haben nicht gut gespielt“, kritisiert Pampel, dass „Explosivität und Schnelligkeit“ beim TSV gefehlt hätten. „Ich hatte Schwierigkeiten, die Bälle tot zu machen“, gibt der ehemalige Nationalspieler offen zu. Auch Lukas Ott auf der Außenbahn und der Mimmenhauser Zuspieler Federico Cipollone hätten sich anfangs schwer getan, fügt Pampel an. Und dennoch wurde der erste Durchgang klar gewonnen. Zum einen, weil TuS-Trainer Tim Schön seinem Nachwuchs eine Chance gab, sich wohl wenig ausrechnete gegen einen TSV Mimmenhausen im Flow. Zum anderen hatte Mimmenhausen eben doch die besseren Volleyballer.

 

Tim Schöne aber hatte nach derm 17:25 eine Chance erkannt, spielte nach dem Wechsel mit den „besten Spielern, die er hatte“ (Pampel). Mimmenhausen geriet prompt unter Druck, steigerte sich, schaffte es, „ein paar Punkte zu machen“ (Pampel), aber zum Satzgewinn reichte es nicht.

 

Mehr Power im Angriff der Blau-Gelben war gefragt. Und das gelang Jonas Hoffmann, der im dritten Durchgang Heiko Schlag ersetzte. „Er brachte, was wir gebraucht hatten“, lobt Pampel seinen Außenangreifer. „Er hat ein paar kräftige Dinger auf den Boden gebracht!“ Und das habe dann aber auch schon gereicht für den am Ende doch klaren und standesgemäßen Sieg des Favoriten.

 

Jetzt hatte Cipollone einen verlässlichen Angreifer, und „ich musste nicht mehr unbedingt die Punkte machen“, freut sich Pampel über die gelungene Einwechslung. Schlauer, aber nicht glorreich sei der TSV Mimmenhausen mit Hoffmann aufgetreten, der logischerweise zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Mit einem die gesamte Partie über guten Aufschlag wurden auch im vierten und letzten Durchgang die Krifteler Angriffsbemühungen effektiv zum deutlichen 25:17 und 3:1 gebremst.

 

TSV Mimmenhausen: Ott, Birkenberg, Pampel, Schlag (Hoffmann, MVP), Becker, Cipollone, L. Diwersy (Libero).

 

VI Frankfurt – TSV Mimmenhausen 0:3. - Auch die zweite Partie am Wochenende endete mit einem standesgemäßen Erfolg für Mimmenhausen. Das 25:15, 25:16 und 25:20 beim Volleyballinternat erschmetterte die gleiche Erste Sechs wie in Kriftel. Mit zwei Ausnahmen: Kapitän Michael Diwersy stand als Zuspieler auf dem Parkett. Er vertrat Federico Cipollone bestens. Außerdem bekam der zweite Libero des Spitzenreiters, Doru Pilihacy, ebenfalls Einsatzzeiten. Auch in der Formation hat sich der TSV Mimmenhausen bei den Volleyballzöglingen, die außer Konkurrenz in der 2. Liga spielen, keine Blöße gegeben, und so feiert er auf dem Nachhauseweg von Hessen an den Bodensee ein Sechs-Punkte-Wochenende, das dem Team von Spielertrainer Christian Pampel einen komfortablen Vorsprung auf seine Verfolger eingebracht hat.

 

Hermann Hummler, Südkurier



14.01.2020

Auch das erste Spiel der Rückrunde hat der TSV Mimmenhausen glatt gewonnen. Beim 25:22, 25:20 und 25:17 gab sich der Tabellenzweite keine Blöße, besiegte den Aufsteiger verdient auch in der Deutlichkeit. „Ich hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl“, sagte Spielertrainer Christian Pampel nach dem Schlusspfiff, „dass wir diese Partie aus der Hand geben.“

Nicht einmal im ersten Satz, in dem seine Mannschaft zu Beginn doch einige Unsicherheiten zeigte. Gegen Nordsachsen, die zwar ohne ihren Besten, Mittelblocker Robert Karl, auskommen mussten, dieses enorme Manko aber bestens kompensierten, sich lange mit dem Favoriten in Blau-Gelb auf Augenhöhe duellierten (8:7, 14:16). Weil die Mannschaft von Frank Pietzonka aber zwei Dinge nicht in den Griff bekam, verlor sie den ersten Durchgang. Zum einen Christian Pampel. Der Diagonalangreifer alleine sorgte für zehn Punkte in diesem Satz. Zum anderen erlaubte sich Delitzsch zu viele Eigenfehler in den entscheidenden Momenten. So auch den Angriff von Jonas Hoffmann. Auch den  verteidigte der Gast, um dann aber seinen Gegenangriff zum 25:22 ins Aus zu ballern.

„Wir haben die verteidigten Bälle nicht tot gemacht“, analysierte Pietzonka trocken, und „mussten dauernd einem Rückstand hinterher laufen. Auf die Dauer geht so etwas nicht gut.“  Vor allem im zweiten Durchgang. In dem hatte sich Kapitän Michael Diwersy freigespielt. Der Steller hatte den Vorzug vor Federico Cipollone erhalten und das Vertrauen seines Trainers voll erfüllt.

„Er hat keine Unsicherheiten mehr gezeigt“, lobte Christian Pampel, „und seine Sache gut gemacht.“ Ohne jetzt auf die unglaubliche Durchschlagskraft seines Diagonalangreifers zurückgreifen zu müssen. Christian Pampel bekam im zweiten Durchgang so gut wie keinen Ball mehr. Michael Diwersy und seine beiden Außenangreifer, Lukas Ott und Jonas Hoffmann, harmonierten prächtig über die Position 4. „Also haben wir so weitergemacht“, freute sich Pampel. Und weil  in der Abwehr, „da haben wir immer wieder toll Bälle geholt“ (Pampel), und im Block konzentriert gearbeitet wurde, hatte Delitzsch nun gar keine Chance mehr. Auch dessen zahlreiche Wechsel brachten keine Wende mehr. Die Gastgeber schaukelten das 25:20 nun locker nach Hause.

Wer glaubte, die Sache sei nun erledigt, der Zweitliganeuling besiegt, der irrte. Erst nachdem Pampel auf 14:11 stellte, die Delitzscher das 15:11 besorgten und Ott zum 16:11 blockte, war der Widerstand des Außenseiters gebrochen. Mimmenhausen blieb konzentriert und zwei weitere Delitscher Fehler besorgten den Endstand zum 25:17 und 3:0.

 

„Das war ein bisschen besser gelaufen, als ich gedacht hatte“, fasste Christian Pampel eine Vorstellung zusammen, in der Mimmenhausen „gut aufgeschlagen, mit einer tollen Abwehr“ viele Bälle im Spiel gehalten und zu Punkten umgemünzt hat. Delitzsch auf der anderen Seite fehlte eindeutig das Zugpferd, Mimmenhausen hatte nicht nur in Jonas Hoffmann, dem Man of the Match, eines.

 

Hermann Hummler, Südkurier



05.01.2020

TSV Mimmenhausen - TSV Grafing

 3:1

 

Es hat nicht ganz gereicht, ein winziger Punkt fehlt dem TSV Mimmenhausen. „Schade“, sagte Klaus Diwersy, „dass das mit der Herbstmeisterschaft nicht geklappt hat. Aber macht nichts!“ Richtig glücklich mit der mega verdienten, dennoch total überraschenden Platz zwei sind sie sind alle beim TSV. Nicht nur der Abteilungsleiter. Vizemeister! Wir, der kleine Club von Bodensee. Einfach unglaublich! Natürlich auch für Christian Pampel, den Architekten und Baumeister dieses Erfolges. Wenngleich sich der Spielertrainer eher weniger aus Tabellenpositionen macht. Ihn begeistern viel mehr die Leistungen seiner Amateure, die zu diesem hervorragenden und von niemanden in der Liga erwarteten Resultat geführt hatten. Keiner hatte Mimmenhausen auf der Rechnung. Auch Karlsruhe nicht, den Herbstmeister.

 

Der TSV Mimmenhausen hat am Samstag dort weitergemacht, wo er 2019 aufgehört hatte: Mit einem Sieg. Beim 25:23, 25:13, 26:28 und 25:23 „haben wir aber nicht gut begonnen“, war Pampel alles andere als zufrieden mit dem Auftakt nach der Mini-Weihnachtspause. „Wir haben so gespielt, wie wir trainiert haben“, kommentierte er trocken das 0:5 nach wenigen Ballwechseln. Nämlich so gut wie gar nicht. Dass dieser deprimierende Rückstand nicht zum Stimmungskiller im dicht gepackten Bildungszentrum wurde, verdankte der Gastgeber einerseits seiner unglaublichen Gelassenheit und seinem großen Selbstbewusstsein nach sechs 3-Punkte-Erfolgen hintereinander.

 

Ein wenig aber auch dem TSV Grafing, der immer häufiger Eigenfehler zur Mimmenhauser Aufholjagd beisteuerte. Und nicht zuletzt dem Ersten Schiedsrichter Malte Missoweit. „Dass er meinem Zuspieler den Pass wegen technischem Fehler abpfiff“, ärgerte Trainer Alexander Hezareth, der noch lange nach Spielschluss mit den Unparteiischen diskutierte und sich dafür die Rote Karte einhandelte. Hezareh war angefressen: Statt drei Satzbälle (24:22) für seine Mannschaft, sorgte der aus seiner Sicht ungerechte Pfiff fürs 23:23 – und den ersten Ausgleich im Satz. Pampel machte daraus die erste Mimmenhauser Führung (24:23) und prompt das 25:23. Den Schock mussten die Bayern erst einmal verdauen. So kurz vor dem ersten genussvollen Biss hatte ihnen Mimmenhausen die Wurst von der Semmel stibitzt.

 

Und das dauerte. „Der Abfall im zweiten Satz war sehr ärgerlich“, kommentierte Hezareh das Debakel nach dem Wechsel (1:8, 8:16, 13:24). Mimmenhausen nutzte die Gelegenheit eiskalt. „Jetzt hatten wir in die Partie gefunden“, war Pampel mit sich und den Seinen zufrieden, den nun aber wirklich alles gelang. „Wir haben echt gut gespielt.“ Vor allem die Aufschläge kamen, und die zahlreich verteidigten Bälle wurde im Gegenangriff zum souveränen 25:13 umgemünzt.

 

Vielleicht lief es zu gut für den TSV Mimmenhausen. Gut möglich. Im dritten Durchgang jedenfalls war die Überlegenheit wie weggeblasen, Grafing machte Druck. Die Wechselorgie von Hezareh, beinahe die gesamte Erste Sechs hatte im zweiten Durchgang eine Denkpause erhalten, zeigte Wirkung. Jetzt war die Partie zum Duell auf Augenhöhe geworden. 29 Minuten lang droschen sich Mimmenhausen und Grafing die Bälle nur so um die Ohren (6:8, 14:16, 23:23) – und dieses Mal hatten die Gäste das bessere Ende für sich. Mimmenhausen verdaddelte seine beiden Satzbälle, Grafing nicht.

 

Angestachelt vom 28:26 „gaben wir Gas“, lobte Hezareh seine Spieler, die nun zäh wie Kletten am TSV Mimmenhausen hingen. „Wir aber haben dem Druck standgehalten“, konterte Pampel. „Wir haben weiter gemacht, trotz der Enttäuschung, dass wir im dritten Satz das frühe Ende nicht perfekt gemacht hatten.“ Dafür klappte es im vierten.

 

„Christian Pampel haben wir nicht in den Griff bekommen“, sagte Hezareh, der wusste, warum das erneut enge Duell dieses Mal verloren ging. Pampel machte 36 Punkte, hätte sich aber nicht beschweren dürfen, wenn Satz vier an dedn TSV Grafing gegangen wäre. Dessen Angriff landete zwar im Feld, der Erste Schiedsrichter aber hatte ihn im Aus gesehen – 23:23 statt 24:22. Trotz aller Grafinger Proteste nahm er seine Entscheidung nicht zurück wie einige Male zuvor. Und so machte Jonas Hoffmann nach einem Grafinger Fehler den Deckel drauf - 25:23, 3:1 und Vizemeisterschaft!

 

TSV Mimmenhausen: Ott (9), Birkenberg (4), Streibl, Pampel (36), Hoffmann (15), Becker (6), Cipollone (1). L. Diwersy (Libero).

 

 

 

Hermann Hummler, Südkurier



15.12.2019

TSV Mimmenhausen - TGM Mainz-Gonsenheim

3:0

 

Wer sich am Samstagabend, nach dem Schlusspfiff so gegen 21.30 Uhr im Internet die Tabelle angeschaut hat, der bekam ganz Außergewöhnliches, etwas Einmaliges zu sehen: Mimmenhausen Tabellenführer! Karlsruhe spielte um die Zeit noch – und die Mannschaft von Christian Pampel hatte nach dem glatten 3:0 (25:20, 25:22, 25:20) frech den Platz an der Sonne eingenommen. Sehr zur Freude von Christian Pampel aber blieb es nicht dabei. Karlsruhe besiegte Hammelburg und das punktgleiche Gotha steht auch noch vor Mimmenhausen. Auf diese unglaubliche Reihenfolge reagierte der 40-Jährige ehemalige Weltklasse-Diagonalangreifer mit einem Wort: „krass!“

 

Mimmenhausen ist Tabellendritter, und noch viel überraschender: Die Volleyballer vom Bodensee haben bisher die wenigsten Sätze in der Liga abgegeben. Elf in elf Partien. Wahnsinn! Christian Pampel „ist das gar nicht so wirklich recht“. Zweischneidig sei das. Zum einen macht das den Spielertrainer stolz. Zum anderen aber würden die zukünftigen Aufgaben nun immer schwerer für den einstigen Underdog. Trotz der sensationellen Zwischenbilanz hat sich für den Spielertrainer erst einmal überhaupt nichts am Saisonziel geändert: Keiner solle vergessen, dass „wir 38 Punkte mindestens brauchen für den Klassenerhalt.“ Wirklich bange ist Christian Pampel aber nicht nach den vier 3:0-Erfolgen hintereinander.

 

Und dem starken Signal am Samstag mit dem 3:0 gegen Mainz-Gonsenheim, das derzeit nicht gerade vom Glück geküsst wird. Beide Diagonalangreifer sind verletzt. Peter Kloft, „er ist so etwas wie ein Hybrid“, beurteilt Spielertrainer Manuel Lohmann den etatmäßigen Mittelblocker, „kann Diagonal und Zuspiel.“ Nicht wirklich eine gute Voraussetzung gegen ein „schnelles, mit guten Angreifern neben Pampel nicht mehr ausrechenbares“ Mimmenhausen“, räumt Lohmann ein. „Einen Punkt hätten wir trotzdem gerne mitgenommen“, verrät der enttäuschte Mainzer Mittelblocker. Gegen Hammelburg habe das doch auch geklappt.

Aber Mimmenhausen hat sich enorm verbessert. „Wir haben viele Sachen gut gemacht, waren phasenweise richtig gut“, lobt Pampel seine Spieler, „aber jetzt kommt das große Aber!“

 

Vor allem im ersten Durchgang versemmelten die Blau-Gelben ganz schön viele einfache Bälle (4:8). Dass sie den Satz dennoch gewannen, lag einzig und alleine an Mainz-Gonsenheim, das „noch viel mehr Fehler gemacht“ (Pampel) habe (16:15, 24:20). Bezeichnend der Weg zum Satzball: Zweimal wurde Libero Hendrik Diewersy, Cousin der Mimmenhauser Diwersy-Brüder, beim Aufschlag von Tobias Streibl auf dem falschen Fuß erwischt, und Sebastian Dinges sorgte mit einem zu langen Service für das 25:20.

 

Mainz reduzierte seine Fehlerquote gewaltig nach dem Wechsel. Vor allem gegen seine Angriffe über die Mitte und aus dem Hinterfeld fanden die Hausherren kaum Mittel. Weil der TSV aber sein Side out hielt, nicht nur in Pampel (der MVP machte 22 Punkte), sondern auch in Jonas Hoffmann und dem genesenen Lukas Ott veritable Angreifer hatte, ging der spannende Durchgang (8:7, 16:15, 24:22) ebenfalls an die Gastgeber. Als „symptomatisch“ für das Mainzer Spiel bezeichnete Pampel den 25. Punkt. Den pritschte er als Dankeball übers Netz – und alle schauten zu, wie der in der Spielfeldmitte aufklatschte.

 

Hängende Mainzer Köpfe im dritten Satz (5:10) hoben sich sichtlich, als Mimmenhausen ob des großen Vorsprungs unkonzentriert wurde (10:10, 16:15, 22:17). Dank Pampel (vier der letzten sechs Punkte) warf der TSV aber das Ruder herum, gönnte den Gästen keinen Satz und gewann mit 25:20 auch den dritten Durchgang.

 

Egal, wie auch immer Christian Pampel letztlich den derzeitigen Höhenflug seiner Mannschaft sehen und beurteilen mag, die Konkurrenz ist sich im Klaren, dass es in Mimmenhausen richtig schwer wird, etwas zu holen.

 

Hermann Hummler, Südkurier