03.11.2025
TSV Mimmenhausen - TSV Mühldorf
3:1 (25:15, 25:17, 31:33, 25:23)
Draußen herrschte Schneetreiben in eiskalter Dunkelheit, drinnen aber, in der BZ-Arena eitel Sonnenschein. Der TSV Mimmenhausen hat es tatsächlich geschafft, seiner Favoritenrolle gerecht zu
werden. Die einzelnen Satzergebnisse (25:15, 25:17, 31:33, 25:23) verraten aber: Nur zu Beginn war der TSV tatsächlich die dominierende Mannschaft. Und dass sie am Ende hart um die drei
anvisierten Punkte kämpfen musste. Kampf gegen die eigene Unzulänglichkeit, Kampf aber auch gegen Bayern, die trotz „katastrophalem Beginn“ (Trainer Mateusz Zarzcynski) den Hausherren ein Duell
auf Biegen und Brechen lieferten. „Wir waren das bessere Team“, freut sich der Mimmenhausener Coach über das „sehr wichtige“ 3:1. „Wir brauchten kein Glück.“
Umso besser, weil „die personelle Situation vor dem Anpfiff mal wieder alles andere als rosig aussah“, erklärte Pampel. Die Gäste erschrecken wollte er also nicht, als sie den ehemaligen
Weltklasse-Diagonalangreifer sich aufwärmen sahen. Das hatte andere Gründe. Lukas Baumgärtner war im Mittwochtraining umgeknickt, hatte am Freitag „sehr verhalten trainiert“. Also setzte sich
Pampel vorsorglich selbst auf die Kaderliste. Der 46-Jährige, um es vorweg zu nehmen, musste nicht ran. Obwohl Kapitän Jan Jalowietzki obendrauf die Woche über krank war, das Freitagtraining
abbrach und David Markovic mit einer flotten Grippe im Bett lag.
Völlig losgelöst von inneren Zweifeln startete Mimmenhausen in das Duell
Umso erstaunlicher, wie Mimmenhausen in die so enorm wichtige Partie fürs eigene Selbstbewusstsein und den weiteren Saisonverlauf gestartet war. Völlig losgelöst von allen inneren Zweifeln
machten Jalowietzki & Co. dort weiter, wo sie eine Woche zuvor in Schwaig aufgehört hatten: Beim Gegner den Glauben an etwas Zählbares früh im Keim ersticken – unter großer Mithilfe des
Tabellenschlusslichts.
„In den ersten beiden Sätzen waren wir katastrophal schlecht, kommentierte der Mühldorfer Trainer das 25:15 und 25:17. „Sie haben uns mit ihren Fehler sehr geholfen, die Sätze zu gewinnen“, so
Pampel über die glasklaren Resultate. Zwölf Punkte im ersten Satz, zwölf im zweiten: Gegen solch eine
Weil die Aufgabe sich als weit weniger schwierig als angenommen
erwies, glaubten die Mimmenhausener, das ginge so weiter. Bis zum 3:0. Aber plötzlich machte der TSV Mühldorf sehr viel weniger Fehler, gingen seine Bälle eben nicht mehr wie zuvor ins Aus oder
ins Netz. Auf einmal war da Widerstand: „Und wir zu passiv“, kritisierte Pampel das 8:6, 16:13 und 23:23. Zarczynski sah ein Mimmenhausen, das „Angst vor dem Gewinnen hatte“. Für Lukas
Baumgärtner ein Rätsel, warum „wir in der Crunchtime unsere Linie verlieren“. Auch am Samstagabend. Statt das Ding nach Hause zu schaukeln, wurde Mühldorf geradezu aufgebaut. Sechs Matchbälle
hatte der bisher so dominierende TSV Mimmenhausen. Keiner wurde genutzt. Mühldorf dankte, verwandelte seinen ersten zum 33:31.
Ungute Erinnerungen an das Kriftelspiel wurden wach. Da hatte der TSV seine deutliche 2:0-Führung verspielt. Aber Mühldorf (Zarzcynski: „Wir haben keinen Spieler, der konstant punktet“) ist nicht
Kriftel. Und Mimmenhausen hat daraus gelernt. „Wir sind besser geworden, ganz klar“, freut sich Christian Pampel, dass seine Mannschaft im vierten Satz wieder mit heißem Herz und kaltem Kopf doch
noch für die volle Punktzahl sorgte. Und darüber, dass der 16-jährige Leon Reichert (“das hat er gut gemacht“) zum MVP gewählt wurde. Im dritten Satz durch die Hereinnahme von Tim Frings in der
Annahme etwas entlastet, hielt der schmächtige Bursche im vierten Durchgang mehrfach unglaubliche Bälle im Spiel. Sehr zu Begeisterung von Fans und Kollegen. Denn die setzten in einem jetzt
unterhaltsamen, weil nun engeren Spielverlauf (8:6, 16:13, 22:19, 24:22) den ausgiebig gefeierten Schlussstrich. Durch einen hartnäckig um das 25:23 kämpfenden Joshua Rauber.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki (AA), Ehlers (MB), Baumgärtner (D), Rauber (AA), Zippel (MB), Frings (AA), Hornung (Z), Reichert (L, MVP).
Hermann Hummler, Südkurier
03.11.2025
TSV Mimmenhausen – TSV Grafing
3:1
Der TSV Mimmenhausen hat ein Abdriften in eine Negativspirale eindrucksvoll verhindert. Darüber ist nicht nur Christian Pampel „sehr glücklich“ Seine Mannschaft hat nach dem desaströsen 0:3 in Dresden 14 Tage zuvor eine starke Leistung gegen Grafing aufs Parkett gezaubert und sich – mit Abstrichen – mit dem 20:25, 25:21, 25:20 und 25:16 „gut aus der Affäre“ gezogen. Dabei hatte es nach der ersten Hälfte des ersten Satzes in der BZ-Arena Salem so gar nicht nach einem Erfolg ausgesehen.
Die Gastgeber starteten gut, führten bis Mitte des Satzes – und dann riss der Faden bei Kapitän Jan Jalowietzki und seiner Mannschaft. Plötzlich wurde aus dem 12:10 ein 14:14 und die „Jungs waren
in der Folge vorsichtig, nervös und das gesamte Konstrukt fiel auseinander“, weiß der Mimmenhausener Trainer, warum Grafing den ersten Durchgang drehte und relativ deutlich für sich entschied.
Auch nach dem Wechsel machten die Mimmenhausener „immer wieder Fehler“ (Pampel). Aber im Gegensatz zum ersten Schlagabtausch mit den Fighting Bayrisch auf der anderen Netzseite ließen sie sich
davon nicht mehr beirren. Vor allem Joshua Rauber fand einen bestechenden Rhythmus. Der im Vergleich zu seinen Kollegen „nur“ 1,82 Meter große Außenangreifer machte zur richtigen Zeit die
richtigen Bälle“, lobte Pampel. Rauber, auch Mit-Trainer der dritten Damenmannschaft des TSV, stabilisierte nicht nur die Annahme, „er war auch im Aufschlag und Angriff gut“. Nicht verwunderlich
deshalb, dass ihn der Grafinger Trainer Heiko Roth zum „Mann des Spiels“ erkor.
„Eine Wahl, der ich nur zustimmen kann“, bekräftigte Pampel.
Der Trainer hätte auch zugestimmt, wenn Roth Libero Leon Reichert die Goldmedaille zuerkannt hätte. Der 16-jährige Newcomer habe „echt gut gespielt, ich bin voll des Lobes“, so Pampel. Und weil nicht nur die eben Erwähnten „wussten, was sie wollten“, Lösungen auf beinahe jede Grafinger Aufgabe fanden, setzte sich der TSV Mimmenhausen immer mehr in Szene. Und so wurde aus dem 7:6 ein 13:9, 18:14 und 25:21 zum Satzausgleich.
Das Duell startete neu. Mit dem Momentum aufseiten des Gastgebers. Dem gelang es immer besser, den Grafinger Zuspieler Tim Aust (MVP) „zu lesen“. „Wir haben gut antizipiert, gut reagiert und auch
ein wenig Glück dabei gehabt“, sagt Pampel, der sich im dritten Durchgang schon früh sicher sein konnte, dass sein Team auch den Satz gewinnt (9:9, 17:14, 23:19, 25:20). Auf einmal war der Druck
aufseiten der jungen Grafinger, die Satz vier nicht verlieren durfte, sonst drohte die Partie schneller zu Ende zu gehen als erwünscht. Mit entsprechenden Folgen: „Jetzt wollten sie die Punkte
erzwingen, ihre Fehlerquote stieg“, wusste Pampel, warum seine Equipe nun leichteres Spiel hatte. Zuvor hatten die Bayern es Mimmenhausen “sehr schwer gemacht“.
Mit dem 17:12-Zwischenstand war das Match entschieden, das Kapitän Jan Jalowietzki mit zwei blitzsauberen Assen gegen konsternierte Grafinger zum 25:16 beendete. „Ich freue mich, dass das Team
nach dem 0:3 in Dresden eine Reaktion gezeigt hat“, lobt Pampel. Charaktertest bestanden, TSV Mimmenhausen!
TSV Mimmenhausen: Hornung (Z, Schmitt), Jalowietzki (AA), Zippel (MB), Baumgärtner (D, Markovic), Rauber (AA, MVP), Ehlers (MB), Reichert (L).
Hermann Hummler, Südkurier
05.10.2025
TSV Mimmenhausen - VC Eltmann
0:3
Das Unwahrscheinliche ist nicht, das eher Wahrscheinliche dafür umso deutlicher eingetreten: Der TSV Mimmenhausen verlor glatt mit 18:25, 16:25 und 23:25 gegen Eltmann, den haushohen Favoriten.
„Das Ergebnis hat mich nicht wirklich überrascht“, urteilt Christian Pampel, der sich nur gewünscht hätte, „dass wir Eltmann mehr unter Druck hätten setzen können“.
Drei Gründe, warum der Wunsch des Trainers nicht in Erfüllung ging. Zum einen sind da die Volleyballer aus Unterfranken selbst. Eltmann ist athletisch sehr stark, demonstrierte seine
Überlegenheit im Block, über Außenangreifer Robin Stolle und den MVP, Diagonalangreifer Alexander Duncan-Thibaut, die kaum zu halten waren.
Zum zweiten hat es der TSV Mimmenhausen nicht geschafft, die technischen Probleme, die Eltmann immer wieder offenbart, zu seinen Gunsten ausnutzen. Die Ceratonia-Volleys so unter Druck zu setzen,
dass sie in einen „Fehlerstrudel“ geraten. Im Gegenteil, Eltmann machte vor allem im zweiten Satz kaum Fehler. Entsprechend deutlich der Abstand beim 25:16 zwischen den beiden Teams.
Und zum Dritten: Dass der TSV es nicht fertig brachte, die Eltmänner in jedem Durchgang zeitweise, aber nicht konstant unter Druck zu setzen, war einem Virus geschuldet. Magen-Darm-Probleme
legten die Woche über vier Spieler flach. Im Freitagtraining fehlten dann noch zwei. Lukas Baumgärtner klagte Ende des dritten Satzes über Magenkrämpfe. Da „war der Wurm drin“, so Pampels
trockener Kommentar.
Aber nicht alles war zum Vergessen am Samstagabend in der BZ-Arena. Das 1. Tempo, zum Beispiel.
Ein Punktebringer, wie beim Erfolg vergangene Woche in Mühldorf. Noch stabiler gerieten die Schnellangriffe, nachdem Pampel Philipp Hornung für Zuspieler Yannik Schmitt einwechselte. „Der kennt
seine Mitspieler besser“, begründet er, warum Neuzugang Schmitt „nicht so erfolgreich“ gewesen sei. Wobei Pampel gerne einschränkt, dass es nicht so sehr am neuen Zuspieler lag. Und dass Jan
Jalowietzki (in der Partie mal nicht Libero) „sehr solide über die Außen gespielt“ habe. CVE-Trainer Vladimir Rakic sah das genauso, nominierte den Kapitän zum Wertvollsten Spieler des TSV
Mimmenhausen.
Zur „erfreulichen Sache“ wurde aber auch Leon Reichert. Im Vergleich mit seinen Kollegen körperlich noch eher ein Hering und einen Kopf kleiner. Eigentlich Stammspieler der dritten Mannschaft,
hat sich der 16-jährige Überlinger, er begann vor einem Jahr beim TSV Mimmenhausen mit Volleyball, seit ein paar Wochen im Training erstaunlich schnell und solide in die „Erste“ gespielt. Ins
eiskalte Eltmann-Wasser geworfen, „ist das Experiment erfreulich gut gegangen“, lobt Pampel. „Er hat seine Sache gut gemacht, es gab keinen Grund, ihn nach dem ersten Satz herauszunehmen.“ Zwar
müsse er noch viel lernen (wie auch der Rest der Mannschaft), aber ein hoffnungsvoller Anfang ist gemacht. Bei einem 0:3, das nicht aufs Gemüt drückt. Pampel: „Ich habe nicht mit einem Punkt
gerechnet, schade nur, dass wir den vierten Satz verpassten.“
TSV Mimmenhausen: Ehlers (MB), Schmitt (Z, Hornung), Markovic (AA, Rauber), Zippel (MB), Baumgärtner (D), Jalowietzki (AA, MVP), Reichert (L).
Hermann Hummler, Südkurier
29.09.2025
TSV Mühldorf - TSV Mimmenhausen
1:3
Der zweite 3:1-Erfolg (21:25, 25:23, 25:19, 25:22) innerhalb einer Woche: Auf eine angenehme Rückreise vom Inn an den Bodensee hatte Christian Pampel insgeheim schon gehofft. Er hatte aber niemals damit gerechnet, „dass es drei Punkte werden“, gibt der (Spieler-)Trainer gerne zu. Vor allem „sehr angenehm und toll“ sei es, dass der TSV – im Gegensatz zur vergangenen Saison – „viel besser in diese Runde gestartet ist“, klingt der sonst so nüchtern denkende Coach beinahe euphorisch. Aber nicht alles sei toll gewesen. „Ein paar Dinge haben wir nicht gut, ein paar andere dafür gut gemacht“, schränkt er gleich wieder ein.
Junge Mimmenhausener Volleyballer haben aus der vergangenen Saison gelernt
Vor allem im ersten Satz hatte der Annahmeriegel des TSV Mimmenhausen ein paar Mühldorfer Aufschläge „kassieren müssen“. Daraus resultierten logischerweise „schwache Angriffe“, mit denen „wir
Mühldorf gestützt haben“, moniert Pampel ein 21:25, in „dem wir trotzdem nicht schlecht waren“. Aus der bitteren Saison 2024/25 hat die junge Mannschaft ganz offensichtlich ihre Lehren gezogen,
akzeptiert Rückschläge, wird nicht hektisch. „Wir hatten einen Plan, wussten, was zu machen ist“, erklärt Pampel, warum der zweite Satz „viel besser als der erste“ verlief. Zum Beispiel wie sie
Moritz Wöls stoppen. Der Außenangreifer düpierte den Mimmenhausener Block im ersten Durchgang ein ums andere Mal. Über die Position 4 mit einer sehr hohen Quote, sehr stark. Der 1,95-Mann und
spätere MVP des Gastgebers war „immer mit dem gleichen Ball“ erfolgreich! Sehr zum Ärger von Pampel.
TSV Mühldorf macht unter Druck Fehler
Der 19-jährige Blondschopf wurde gestoppt, und weil er eher schwankend in der Annahme war, mit „unseren Aufschlägen bearbeitet“. Die Mimmenhausener Annahme wurde immer stabiler, das nutzte ihr Zuspieler. Gegen das von Philipp Hornung orchestrierte 1. Tempo mit den beiden „sehr guten Mittelblockern“ Pascal Zippel und Andrew Ehlers „fand das junge Mühldorfer Team kein Mittel“. Der Druck auf die Gastgeber mit "großem Potenzial" wurde immer größer, weil „wir sie so erwischt hatten“, freute sich Pampel, „dass ihr Spiel planlos wurde, sie Fehler machten“. Das erinnert sehr an den TSV Mimmenhausen 2024/25. Und das „zahlte sich aus“, je länger das Duell dauerte. Diagonalangreifer Lukas Baumgärtner wurde zwar in Satz Nummer drei ausgewechselt, aber nicht wegen Trainingsrückstand nach Verletzungspause. „Er bekam einen Ball auf den Daumen.“ Und so kam Pampel zum dritten Einsatz im dritten Saisonspiel. Mit dem er aber alles andere als zufrieden war: „Ich bin nicht in Tritt gekommen, habe nicht gut gespielt. Aber die anderen Fünf haben so gut gespielt, sie haben das ausgehalten“.
TV Mimmenhausen blieb in der Erfolgsspur
Der TSV Mimmenhausen verlor den Faden nicht, blieb in der Erfolgsspur. Dem hatte Mühldorf nichts entgegenzusetzen. Vor allem übers 1. Tempo punktete der Tabellenfünfte nach Belieben. Matchball
zum 25:22 – ein Schnellangriff von Pascal Zippel. So wären nach Pampels Urteil sowohl Ehlers als auch Zippel starke Anwärter für den MVP. Aber die Wahl von David Robert Markovic „freut mich sehr,
weil auch er es verdient hat“.
TSV Mimmenhausen: Markovic (AA, MVP), Ehlers (MB), Baumgärtner (Pampel, D), Rauber (AA), Zippel (MB), Hornung (Z), Jalowietzki (L).
Hermann Hummler, Südkurier
15.09.2025
TuS Kriftel - TSV Mimmenhausen
3:0
Der TSV Mimmenhausen hat den Auftakt in die achte Zweitligasaison beim Vizemeister wie von vielen erwartet verloren. Aber nicht so klar, wie es den Sätzen nach den Anschein hat. Das 20:25, 19:25
und 26:28 relativiert die klare Niederlage. „Unter den Umständen, unter den wir in Kriftel antreten mussten“, sah Trainer Christian Pampel das 3:0 als „besser als erwartet an“.
Trainer Christian Pampel? Nur auf dem Papier. In Wirklichkeit war der TSV-Coach aufgrund des dezimierten Kaders (nur neun TSV-Volleyballer auf dem Spielberichtsbogen) zurück auf dem Spielfeld!
Aus der Not geboren bot sich der 46-jährige ehemalige Weltklasse-Diagonalangreifer selbst auf. Lukas Baumgärtner verletzt, Richard Schaugg ja nicht mehr im Team – also musste er mangels
Alternativen selbst die Kohlen aus dem erwartet heißen Krifteler Feuer holen.
Und Kriftel machte in den ersten beiden Sätzen „so gut wie keine Fehler“, traf im Angriff fast alles und der TSV Mimmenhausen wurde „gleich mal gekillt“. Die Annahme der Gelb-Blauen vom Bodensee
hatte mit „gewissen Wacklern“ den TuS-Angreifern phasenweise das Leben echt leicht gemacht. Nicht wirklich verwunderlich. Die jungen Burschen „sind ja noch nicht wirklich auf Herz und Nieren
getestet worden“, relativiert Pampel seine Kritik im nächsten Atemzug. Und Kapitän und Libero Jan Jalowietzki (Johann Reusch verließ das Team, Tim Frings ist noch bis Dezember studienbedingt in
Norwegen) kann's trotz seiner Erfahrung alleine auch nur bedingt richten.
Während der 14-Mann-Kader des Gastgebers also in den ersten beiden Sätzen gut spielte, ohne vom TSV Mimmenhausen dazu gezwungen worden zu sein, drehte sich das Blatt im dritten Durchgang. „Jetzt
gelangen gewissen Sachen“, wie Pampel sich ausdrückte. „Das hat mir sehr gut gefallen.“ Kriftel weniger. Aus der klaren Dominanz wurde ein hinter den Gästen vom Bodensee her hechelnder Favorit,
der es nicht schaffte, den Rückstand von bis zu vier Punkten aufzuholen. „Da hat man gesehen“, so Pampel, „dass Kriftel unter Druck gesetzt Fehler macht.“
Weil aber die Spieler von Trainer Tim Schöne „die besseren“ sind, mit Druck besser umgehen können als die Mimmenhausener, ließen sie sich von vier Satzbällen beim 20:24 nicht aus der Ruhe
bringen. Der TSV schon. Er machte auch mit Satzball Nummer 5 und sechs den Sack nicht zu. Belohnte sich nicht für eine ansprechende Leistung und unterlag mit 26:28 dem besseren Team. Nicht
überraschend Pampels Kommentar, der aber – Fairness verlangt das - seinerseits auch am TuS-Block scheiterte: „Das 0:3 stört mich ein bisschen, weil wir den einen Satz hätten gewinnen
müssen.“
Insgeheim war Pampel ehrlich froh, dass die Partie schon nach drei Sätzen zu Ende war. „Ich kann aufgrund meiner Verletzung nicht mehr trainieren“, sagte er. „Ob ich einen vierten Durchgang
körperlich noch durchgestanden hätte?“ - und lässt die Antwort offen. Dass der 1,98-m-Mann mit mehr als 200 Spielen für die Nationalmannschaft auch ohne topfit zu sein, alleine mit seiner
unglaublichen Technik, noch immer herausragend ist, bewies er am Samstag in der Sporthalle Weingartenschule des Öfteren. Aber: Mit den „gewisse Sachen haben mir ganz gut gefallen“ meinte er auf
keinen Fall, dass er zum MVP gewählt wurde.
Hermann Hummler, Südkurier
12.02.2024
TSV Mimmenhausen – TV Bühl
2:3
Der TSV Mimmenhausen hatte sich vorgenommen, dem Favoriten TV Bühl am Sonntag ein Bein zu stellen. Das Vorhaben ist der Mannschaft von Christian Pampel beim 26:24, 25:27, 25:17, 20:25 und 12:15 zwar nicht ganz geglückt. Aber sie hat sehr zur Freude der Fans tolle Gegenwehr geleistet.
„Dass wir einen Punkt gegen Bühl geholt haben, freut mich sehr“, hat Christian Pampel ein „sehr gutes Spiel“ seiner Mannschaft gesehen. „Schade, dass es nicht zwei geworden sind, gefühlt wären sie möglich gewesen“, fügt der Mimmenhausener Trainer an.
Gastgeber gewinnen den ersten Satz
Die in blau-schwarz gekleideten Blau-Gelben donnerten ihren Aufschlag gleich dreimal als Ass ins Bühler Feld – und Mimmenhausen blieb am Ball (8:2, 16:12), hatte vor allem in Diagonalangreifer Richard Schaugg seinen herausragenden Akteur. Dennoch musste Pampel die erste Auszeit der Partie nehmen: Jan Jalowietzki hatte keinen guten Start erwischt. Mal abgesehen von seinen Aufschlägen, mit viel Risiko übers Netz gepfeffert, hatte Eric Storz erhebliche Mühe damit.
Seine Kollegen übernahmen einen Teil seiner Annahmefläche, aber Mimmenhausen ließ sich nicht beirren. Und Richard Schaugg setzte seine Rallye fort, brachte alle Angriffe durch. Warum der Satz dennoch am Ende sehr eng wurde (22:22): Bühls große Jungs in der Mitte! Außer Schaugg kam kein TSV-Angreifer durch. Weder über Außen noch über die Mitte. Dennoch setzten sich die Gastgeber durch, machte Jalowietzki mit einem cleveren Angriff und einem mächtigen Block gegen Alexander Duncan-Thibault das 26:24 perfekt.
Uwe Dienst musste auch die erste Auszeit im zweiten Satz nehmen (3:5), Mimmenhausen ließ seine Spieler einfach nicht zum Zug kommen. Nach seinen Worten – 30 Sekunden Bedenkzeit – drehte sich die Partie. Aber nur kurz. Schaugg knüpfte an seine bisherige grandiose Vorstellung an. Und seine Kollegen steigerten sich erheblich (8:6, 16:13) im Vergleich zum ersten Durchgang.
Dennoch fanden sie nicht immer die beste Lösung gegen ein Bühl mit einfach den besseren individuellen Spielern,
die jeden Mimmenhausener Fehler gnadenlos in Breakpunkte verwandelten (17:20). Wer aber Kapitän Federico Cipollone & Crew kennt, der weiß, dass drei Punkte kein Rückstand zum Verzweifeln sind. Mimmenhausen glich aus, besser noch: Der TSV hatte den ersten Satzball (24:22), vergab auch den zweiten. Ausgerechnet Schaugg schoss blockfrei übers Ziel hinaus! Bühl ließ sich die Chance nicht nehmen und holte sich den Durchgang mit 27:25.
Harte Gegenwehr des Tabellenachten
Der Satzverlust war alles andere als logisch. Aber die Köpfe hingen deshalb nicht beim TSV. Er machte, jetzt mit Philipp Friedrich für Birkenberg, unbeirrt mit seinen Möglichkeiten weiter, setzte Bühl heftig unter Druck (7:8, 16:13). Pascal Bäuerle und seinen Kollegen schmeckte das gar nicht, entsprechend deutlich war von den Lippen des Mittelblockers abzulesen, was er von der Gegenwehr das Tabellenachten hielt, als er zur Grundlinie schritt.
Die Hausherren konnten seinen Fluch nicht lesen, aber sie kümmerten sich eh nur um sich. Mit viel Spaß beim „dem-Favoriten-ein-Bein-stellen. Plötzlich machten sie, unterstützt von vielen Bühler Eigenfehlern auf allen Positionen, ihre Punkte, hatten vor allem die Schnellangriffe der 2,07-Meter- und 1,97-Meter-Brocken im Griff. Zum Lohn gab es ein unglaubliches 25:17.
Einen Punkt hatten sich die wackeren Badener schon erkämpft. Noch ein einziger Satz und die Sensation wäre perfekt gewesen. Aber Bühl hat Potenzial, ließ sich von aufmüpfigen Volleyballern vom See nicht vorführen (8:6, 16:12), und so retteten sich die Bisons nach einem erneut heftig umkämpften Durchgang mit dem 25:20 in den Tiebreak. Im dem ließ das Pampel-Team lange nicht locker (8:7, 11:11). Am Ende aber setzte sich Bühl doch mit 15:12 durch. Mimmenhausen hat auch den dritten Tiebreak der Saison verloren.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki (Hammer), Birkenberg (Friedrich), Hoffmann, Schaugg, Zippel, Cipollone, Frings (MVP).
Hermann Hummler, Südkurier
23.01.2024
TSV Mimmenhausen - SV Schwaig
3:0
Der TSV Mimmenhausen hat sich mit dem 25:20, 25:22 und 25:14 gegen einen ersatzgeschwächten Tabellenvierten Schwaig sehr überzeugend aus der Affäre gezogen und seinen positiven Lauf fortgesetzt.
Die Mannschaft von Trainer Christian Pampel hat auch im sechsten Spiel nacheinander gepunktet. Während Schwaig auf drei Stammspieler verzichten musste, hatte Pampel keine Aufstellungssorgen. Tim
Frings spielte für den nicht ganz fitten Lars Hammer Libero. „Die drei Punkte freuen mich riesig“, kommentierte der TSV-Trainer eine insgesamt starke Vorstellung seiner Equipe. "Für uns war das
heute sehr schwer", hatte Schwaig-Trainer Milan Maric, "wir haben nur wenig Druck erzeugen können, gegen einen TSV Mimmenhausen, gegen den es zu Hause nie einfach ist."
Die startete konzentriert und fokussiert, führte stets, mal deutlicher, mal holte Schwaig auf. Überholen aber ließen sich die schwarz-weiß gekleideten TSV-Volleyballer nicht (8:6, 16:13). Im
Gegenteil: Schwaig machte einfach zu viele Eigenfehler. Alleine im Aufschlag erhielt Mimmenhausen fünf Punkte, ohne etwas dafür tun zu müssen. Nicht verwunderlich deshalb, dass der erste Satz
relativ unspektakulär mit 25:20 an die Gastgeber ging.
„Mimmenhausener Block, hier kommst du nicht vorbei“, skandierten die Zuschauer schon früh im zweiten Satz. Schwaig blieb auch nach dem Seitenwechsel oft in der TSV-Mauer hängen (8:5). Aber zu
früh gefreut: So zugestellt der Weg für den SVS auch war, die Eigenfehlerquote des TSV Mimmenhausen wog dieses Manko mehr als auf (15:16). Das: „Auf geht’s, Mimmenhausen, kämpfen und siegen!“ der
Fans half.
Schwaig ging zwar 20:18 in Front, danach aber hatte sich Mimmenhausen gefangen. Nutzte das Momentum nach dem Ausgleich zum 20:20 bis zum Satzgewinn (25:22). Es hatte aber lange Zeit nicht wirklich nach einem zweiten Satzerfolg ausgesehen. Schwaig vergab diese Chance. "Ja, der Satz hätte kippen können", sagt Christian Pampel, "aber ich fürchtete nie, dass wir das Spiel verlieren."
Die Frage war nun, ob es der TSV Mimmenhausen schaffen würde, zum dritten Mal (Dresden und Delitzsch) in der Saison drei Sätze hintereinander zu gewinnen. Geschlagen gegeben, das wussten die
Hausherren, würde sich der Tabellenvierte trotz 0:2-Satzrückstand sicher nicht, denn "wir haben zwei Sätze lang gut gespielt", urteilt Maric. Aber sowie Jan Jalowietzki zum Service schritt (8:7),
wehte Schwaig ein scharfer Wind ins Gesicht. Seine Aufschlagserie legte den Grundstein für eine komfortable Führung (13:8) – und die bauten Pampels Spieler sogar noch aus! Einen aus einem
homogenen Team herausheben, bedeutet in diesem Falle nicht, alle anderen zurückzusetzen. Aber was Richard Schaugg, im zweiten Satz nicht immer überzeugend, nun an Höhe am Netz vermissen lässt,
macht er schlau und überlegt mit dem Block spielend, mit seinen unwiderstehlichen Angriffen wett. Sechs Punkte hintereinander steuerte er bis zum 16:9 bei. Den Vorsprung ließ sich Mimmenhausen
nicht mehr nehmen. Getragen von der Halle, auch in dem Durchgang mustergültig von Federico Cipollone (Maric: "Er macht den Unterschied") bedient, setzte sich die Mannschaft Punkt um Punkt von
einem SV Schwaig ab, der sich dem Unvermeidlichen fügte und am Ende sehr deutlich 14:25 geschlagen wurde.
TSV Mimmenhausen: Birkenberg, Schaugg, Hoffmann (Rauber), Zippel, Cipollone (MVP), Jalowietzki, Frings.
Hermann Hummler, Südkurier
11.12.2023
TSV Mimmenhausen - MTV Ludwigsburg
3:1
Der TSV ist gerade so an einer saftigen Blamage vorbeigeschrammt. Dass es nicht zur „Katastrophe“ gekommen ist, wie Trainer Christian Pampel die zeitweise schon fast lustlos wirkende Vorstellung bezeichnete, ist rechtzeitig wiedergefundenem Spaß am Volleyball zuzuschreiben. Ein gerüttelt Maß am Erfolg der Gastgeber muss sich Aufsteiger Ludwigsburg ankreiden lassen. Entsprechend gefrustet war Markus Weiß nach dem 20:25, 21:25, 25:18 und 24:26. „Wer wie wir unten steht, noch nicht viel gewonnen hat“, sagt der enttäuschte Trainer, „glaubt dann auch nicht daran, dass er das Spiel tatsächlich drehen kann. Uns hat der Mut verlassen.“ Dabei hatten die Barock Volleys Mimmenhausen nach dem Urteil von Christian Pampel „am Abgrund“.
Die Gastgeber waren eher pomadig in die Partie gestartet, steigerten sich, machten immer weniger Fehler (6:8, 16:14, 21:16, 24:19, 25:20). Vor allem über die Mitte sowie Jan Jalowietzki und Jonas Hoffmann setzten sie Akzente. Pampel hatte seine Spieler davor gewarnt, Ludwigsburg nur nach dem Tabellenplatz zu beurteilen. Die können Volleyball spielen, hatte er argumentiert. Und das zeigte das Team von Markus Weiß im zweiten Durchgang. Es offenbarte gleichzeitig auch, warum es trotz ansprechender Leistung nur zu einen Sieg über Delitzsch gereicht hatte: Eigenfehler in den entscheidenden Momenten sind noch nie belohnt worden. Ludwigsburg führte 20:18.
Und musste auch diesen Durchgang abtreten. Vor allem Baumgärtner sorgte für Punkte, und Eigenfehler eines übermotivierten und durch Schirientscheidungen wohl gefrusteten Severin Hauke – der Satz ging mit 25:21 doch noch an den TSV.
2:0 vorn, das letzte Heimspiel 2023 quasi in trockenen Tüchern. Dachten die Fans, dachten alle. Umso brutaler der Einbruch im dritten Satz. 21 mal griff der TSV an, neunmal wurde er geblockt. Baumgärtner musste für Richard Schaugg Platz machen (3:8), Tim Frings ersetzte Hoffmann (12:18). Keine Wirkung. „Tote Hose auf dem Spielfeld“ (Pampel) beim widerstandslosen 18:25 (4:8, 11:16, 13:21, 16:23).
Als im vierten Satz der riesige Rückstand (4:8, 11:16, 14:19) den nächsten Nackenschlag ankündigte, kehrte mit Hoffmann der Erfolg zurück. Dreimal hintereinander punktete der Außenangreifer, plötzlich hielt der Annahmeriegel wieder, stabilisierte sich der K1 – Mimmenhausen spielte wieder Volleyball. Und wie! Aus dem 14:19 wurde ein 23:23 und 24:23. Die Halle stand Kopf. Den ersten Satzball wehrte Ludwigsburg ab. Jalowietzkis Lob zum 26:24 ließ am Ende alle erleichtert jubeln. „Wir haben Ludwigsburg stark gemacht“, ärgerte sich Pampel über die unnötig spannende Partie. Gelobt hat er seine Spieler in der 20 Minuten nach Spielschluss anberaumten Teamsitzung dafür wohl eher nicht.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Baumgärtner, Schaugg, Hoffmann, Frings, Zippel, Hornung (MVP), Hammer, Rauber (beide Libero).
Hermann Hummler, Südkurier
27.11.2023
TSV Mimmenhausen - TSV Grafing
2:3
Fortuna ist in der bisherigen Saison wahrlich keine Freundin des TSV Mimmenhausen. Wichtige Spieler wie Libero Johann Reusch fehlen die gesamte Saison, und als sich der TSV gerade so berappelt hatte, verletzte sich Federico Cipollone, fehlte auch am Samstag. Und dann kam beim 17:25, 25:12, 25:21, 23:25, 17:19 gegen den Aufsteiger aus Bayern noch ein gerüttelt Maß an Pech hinzu. „Ich hätte gerne gewonnen“, war Trainer Christian Pampel nicht ganz zufrieden mit dem knappen Resultat. „Die Chancen dazu waren da.“
Verbissen, mit purem Willen und Köpfchen hatte sich die Mannschaft von Trainer Christian Pampel in die Partie gefuchst. Nach schwachem Beginn („den Satz haben wir um die Ohren bekommen“) mauserten sich die Volleyballer, sorgten mit einem klaren Gewinn des zweiten Satzes für die Retourkutsche und ließen auch im darauffolgenden Durchgang nicht wirklich etwas anbrennen. Weder über die Außen mit Jan Jalowietzki (die Highlights: seine Angriffe aus dem Hinterfeld) und Jonas Hoffmann (der MVP) noch über die Diagonale (Richard Schaugg gegen Grafinger Blockspieler!) oder über die Mitte (Bogdan Birkenberg und Pascal Zippel sehr effektiv von Zuspieler Philipp Hornung bedient) blieb Mimmenhausen den Grafingern eine Antwort schuldig. In einem sehr lebhaften und mit langen Ballwechseln gespickten Satz gelang dem badischen TSV mit dem 25:21 ein 2:1-Satzvorsprung, er schaffte es aber wieder nicht, drei Sätze hintereinander erfolgreich zu gestalten.
Ein nicht zu geringer Anteil daran darf dem Gegner zugeschrieben werden. Der TSV Grafing, der sich selbst „Fighting Bayrisch“ nennt, machte seinem Namen alle Ehre. Jugendlich unbekümmert! Pampel wählte Janik Sambale zum MVP. Der Außenangreifer ist gerade mal 18 Jahre alt. Tristan Mohr 15, Paul Koch 20. Mimmenhausen, Team und Fans, erlebte, wie weit die jungen Burschen athletisch sowie spielerisch sind – und wie unglaublich nervenstark. Sie glichen nach teilweise wildem Schlagabtausch mit dem ein wenig glücklich zustande gekommenen 25:23 im vierten Satz zum 2:2 aus. Tiebreak!
Mit „Köpfchen“ blockte Jalowietzki den zweitligaerfahrenen Patrick Pfeffer zum 11:8 und Schaugg lobte einen Dankeball klug zum 12:8. Dennoch reichte es nicht. Tristan Mohrs As um Millimeter im Feld – 12:13, und dann gab der Stuhlschiedsrichter den Angriff von Hoffmann, der klar drin war, als no ball. Statt 14:12 und Matchball führte die Wiederholung des Spielzugs zum 13:13. Künstlerpech. Und dennoch erhielt Mimmenhausen noch eine Chance. Jalowietzki verwandelte den vom starken Libero Lars Hammer im Spiel gehaltenen Ball zum 17:16. „Wir aber schafften es nicht mehr“, ärgert sich Pampel, „die Bälle tot zu machen“ – 19:17 für Grafing endete eine Partie, die eigentlich zwei Sieger verdient gehabt hätte.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Schaugg, Hoffmann (MVP), Zippel, Hornung, Hammer.
Hermann Hummler, Südkurier
20.11.2023
TV Rottenburg - TSV Mimmenhausen
3:0
Die einen hatten ein enges Match erwartet, die anderen darauf gehofft. Aber nur der TV Rottenburg hat sich mit dem überragenden 25:15, 25:19 und 25:15 den Frust von der Seele, sich aus der Krise geschmettert. Mimmenhausen dagegen steckt nach dieser bitteren Niederlage, bei der der TSV bis auf Teile des zweiten Satzes chancenlos war, immer noch tiefer drin. Noch selten zuvor war Trainer Christian Pampel so enttäuscht, der sich das Fiasko mit den Hauptangreifern „nicht erklären konnte“.
Was bringt den ehemaligen Weltklassespieler, der doch eigentlich schon alles erlebt haben sollte in seinem erfolgreichen Volleyball-Leben, dermaßen in Erklärungsnot? Rottenburg düpierte seine Gäste mit einer im professionellen Volleyball eher unglaublichen Taktik – keiner blockt den Diagonalangreifer! „Wir haben das von Montag weg mit viel Nachdruck trainiert“, erzählt Libero Johannes Elsäßer (MVP des TVR). „Und der Plan ist gelungen!“
Sehr sogar. Weil die Außenangreifer Jan Jalowietzki und Jonas Hoffmann deshalb in jedem Fall einen turmhohen Doppelblock gegen sich hatten, blieben sie oft zweiter Sieger. Über die Mitte gelang so gut wie kein Punkt. Zur Verdeutlichung: Maik Trautmann misst stolze 2,11m, Ferdinand Gerstenberger (206 cm) und Jahn Huber (207) sind nur unwesentlich kleiner. Umso mehr wäre es auf Richard Schaugg und sein Ersatz Lukas Baumgärtner angekommen. Die aber hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt, „funktionierten nicht“ (Pampel).
Eigenfehler und eine unglaublich gut eingestellte Rottenburger Feldabwehr hielt deren ungeblockte (!) Bälle zum Entsetzen des TSV wie selbstverständlich im Spiel (die hohe Volksbank Arena hilft da sehr). Und daraus wurden im Gegenangriff Breakpunkt um Breakpunkt: Unruhe, Nervosität beim TSV – Gift für erfolgreiche Attacken.
„Ein Rückraumangriff 1 ohne Block und dann keine Punkte“, legt Mittelblocker Bogdan Birkenberg im Interview den Finger in die schmerzende Mimmenhausener Wunde. „Dann fällt alles hinten runter, und Christian Pampel kann soviel wechseln, wie er will.“ Das tat der Mimmenhausener Trainer auch. Allerdings ohne die erhoffte Wirkung. Lukas Baumgärtner blieb blass, dann übernahm sogar Jan Jalowietzki den Hauptangriff. Pampel stellte Tim Frings auf die Außenbahn. Die Wende aber blieb aus.
„Das war eine Lehrstunde für uns“, redete TSV-Urgestein Birkenberg nicht lange um den heißen Brei herum. „Der TV Rottenburg hat uns deutlich gezeigt, welche Baustellen wir haben. Gut, dass das so passiert ist. Jetzt muss geliefert werden!“
Nur im zweiten Satz, als Mimmenhausen mit seinem Aufschlag mehr Druck erzeugte, machte Rottenburg Fehler, geriet in Schwierigkeiten. „Da hatten wir genug Chancen, aber was wir eigentlich im gesamten Spiel gut machen wollten, machten wir nur einen halben Satz lang gut“, kommentierte Birkenberg. Vergangenes Wochenende, nach dem 3:0 über Dresden, hätten alle Mimmenhausener die Medaille des „Wertvollsten Spielers“ verdient gehabt. In Rottenburg bot sich keiner wirklich an. TVR-Trainer Jan Scheuermann entschied sich für Jan Jalowietzki.
Hermann Hummler, Südkurier
13.11.2023
TSV Mimmenhausen – Volley YoungStars
2:3 (21:25, 25:19, 26:24, 17:25, 9:15)
TSV Mimmenhausen – Ramfire Volleys Dresden
3:0 (25:15, 25:19, 25:23)
Dem doch viele Fans enttäuschenden Start ins Doppelspiel-Wochenende hat der TSV Mimmenhausen ein grandioses Ende folgen lassen. Entsprechend zufrieden ist Trainer Christian Pampel: „Nach dem 2:3 war ich schon stark gefrustet, weil aber gegen Dresden jeder seinen Part fast fehlerlos gespielt hat, waren wir wirklich ein gutes Team.“ Vier Punkte holten die Blau-Gelben, die von Pampel erhofften zwei Siege aber blieben ihnen verwehrt. Ein Umstand, der den 3:0-Erfolg über Dresden nicht schmälerte. Und wie gut diese drei souverän erspielten Zähler der Mimmenhausener Volleyball-Seele getan hatten, wurde jedem klar, der Christian Pampel beim Tanz mit den Fans zugeschaut hat. Ausgelassen beschreibt am ehesten den doch sonst so reservierten TSV-Coach.
Er hatte allen Grund dazu nach dem unerwartet unsicheren Auftritt gegen bärenstarke YoungStars aus Friedrichshafen. Die zerlegten mit ihren Aufschlägen die TSV-Annahme. Zuspieler Federico Cipollone, der „Mann des Spiels“, musste oftmals weite Wege gehen, um seine Pässe an den Mann zu bringen. Hauptangreifer Richard Schaugg & Co. sahen sich dann einem turmhohen Block aus 16- und 17-jährigen Riesen gegenüber, die meist genügend Zeit bekamen, sich zu positionieren.
Dennoch, die Niederlage gegen das bockstarke Team von Trainer Adrian Pfleghar hätte nicht sein müssen. Mimmenhausen bekam trotz aller Mankos die Kurve, führte 2:1, um dann im vierten Satz nicht nur das mögliche 3:1 zu verspielen, sondern – die Annahme war erneut eingebrochen – auch noch den Tiebreak.
„Anfangs haben wir deren Annahme unter Druck gesetzt, unser Side out gehalten“, erklärt Christian Pampel, „in vierten und fünften Satz ist uns das gekippt.“
Ob die Dresdener daraus ebenfalls einen entscheidenden Vorteil würden ziehen können? Auf einen stabilen ersten Pass sollte es gegen die Sachsen weitaus mehr ankommen als gegen die YoungStars: Federico Cipollone hatte sich verletzt. Beim Blocken war er auf den Fuß von YoungStar Pekka Arne Stapelfeldt getreten und umgeknickt. Nach kurzer Behandlung ging es zwar für den Zuspieler weiter, aber gegen Dresden musste er passen. Nachwuchsmann Philipp Hornung übernahm – und er machte seine Sache ausgezeichnet. „Er hat ein starkes Spiel gemacht“, lobt Pampel, „nicht nur seine Schnellangriffe waren hervorragend.“ Der „Mann des Matches“ blieb bescheiden, freute sich riesig, dass er endlich „einen Sieg, das 3:0 über die Linie bekommen“ habe. Aber nicht nur er, alle anderen seien „recht gut“ gewesen. Zum Beispiel die Annahme. Die stand wie eine Eins, ermöglichte der Nummer 11 im TSV-Team „alle Optionen“, die Hornung nervenstark ohne zu zögern nutzte. Außerdem trug zum deutlichen 3:0 bei: Kaum einen Ball brachte Dresden schon im ersten Versuch auf den Boden; Block, Blocksicherung und Feldabwehr der Hausherren hatten stets ihre Finger im Spiel und machten wie selbstverständlich Breakpunkte. Eigentlich hätten alle TSV-Volleyballer die MVP-Medaille verdient nach der tollen Reaktion auf das unleidige 2:3.
TSV Mimmenhausen (beide Partien): Jalowietzki, Friedrich, Birkenberg, Zippel, Schaugg, Baumgärtner, Hofmann, Cipollone, Hornung, Rauber und Hammer.
Hermann Hummler, Südkurier
04.10.2023
TSV Mimmenhausen – VC Eltmann
3:1
Christian Pampel gehört nicht zu jenen Menschen, die extrovertiert herumturnen. Emotionale Ausbrüche gibt es nicht beim Trainer des TSV Mimmenhausen. Weder nach den beiden glatten 0:3-Niederlagen noch am Sonntagabend, nach 111 Minuten nervenaufreibendem Volleyball und einem im Vorfeld nie und nimmer für möglich gehaltenen 3:1-Erfolg über das noch unbesiegte Eltmann. Bei Fans und Spielern entlud sich der enorme Druck, den Auftakt in die Punkterunde nicht komplett versemmelt zu haben, in purer Freude und Erleichterung. Die Spieler tanzten ausgelassen auf dem Spielfeld, frenetisch applaudiert von der gut besuchten BZ-Arena – und Christian Pampel huschte ein Lächeln übers Gesicht.
Nach wackligem Beginn funktioniert TSV-Team
„Wenn alle Mannschaftsteile funktionieren“, hatte er vor Saisonbeginn gesagt, „dann können wir gegen jede Mannschaft bestehen.“ Auch gegen ein solch gut besetztes Team wie Aufsteiger VC Eltmann. Es war nicht immer Gold, was glänzte, beim packenden Schlagabtausch mit den Unterfranken. Wahrlich nicht. Zu Beginn mussten die Zuschauer schon befürchten, dass ihre Lieblinge erneut unter die Räder geraten. Sieben Punkte (7:8, 10:17) betrug der eigentlich schon den Satz entscheidende Vorsprung der Gäste. Aber nicht Eltmann, Mimmenhausen jubelte. Sowie die Annahme (Jalowietzki, Hoffmann und Libero Hammer) stand, die Angreifer mit einem zuverlässigen Richard Schaugg auf der Diagonalen und Pascal Zippel in der Mitte nicht nur ihr Sideout hielten sondern auch die Breakbälle killten, geriet der VC auf die Verliererstraße. Sein großer Vorsprung war schnell aufgezehrt (13:19, 22:23), die beiden Satzbälle (24:24) egalisiert. Und mit dem dritten eigenen zum 28:26 endete für Mimmenhausen die Leidenszeit. „Jan hat uns mit seiner Aufschlagserie den ersten Satz gewonnen“,
lobt Pampel die individuelle Leistung seines Außenangreifers, der das gesamte Spiel über Eltmann vor enorme Probleme stellte.
Jan Jalowietzkis Aufschläge sorgen für Satzgewinn
„Das bringt eine Mannschaft voran“, fährt der TSV-Trainer fort. Und wie. Im zweiten Satz ließ Mimmenhausen seinen Gast nicht mehr schalten und walten, wie der wollte. Cipollone & Co blieben dran (5:8, 15:16) und fanden wie schon im ersten Satz den besseren Schlussakkord. Zweimal klappte der zunächst nicht. Aber dann machte Eltmann – wie im Durchgang zuvor – den einen Fehler zu viel. 26:24 und 2:0 für Mimmenhausen – der erste Punkt der Saison 23/24!
Christian Pampel hat Alternativen und nutzt sie gewinnbringend.
Aus dem frühen Feierabend wurde aber nichts. Eltmann schlug zurück, von Mimmenhausen mit Annahmeproblemen nicht ernsthaft gestört (7:8, 13:16, 17:24, 19:25). Das Spiel zu drehen, das gelang dem VC aber nicht. Weil Jalowietzki und Hoffmann weiterhin „gut spielten“, durfte ihr Trainer eine entscheidende Karte ziehen, die „ich in den ersten beiden Spielen nicht hatte“. Für den nicht immer sattelfesten Lars Hammer kam ein neuer Libero. Mit Tim Frings, einem weiterhin großartig aufschlagendem Jan Jalowietzki, dem stets passsicheren Federico Cipollone, der zurecht zum „Wertvollsten Spieler“ gewählt wurde, und viel Geduld machte der TSV Mimmenhausen den Sack tatsächlich zu. Über einem Gast, der sich trotz seiner unglaublichen Abwehr geschlagen geben musste (4:8, 15:16, 24:23). Richard Schaugg versenkte wie selbstverständlich den dritten Mimmenhausener Matchball zum 27:25 und 3:1.
„So hatte ich mir das vorgestellt, gewünscht; gehofft, dass wir in diese Spur finden“, lässt Christian Pampel ein wenig hinter die Fassade blicken. „Aber nicht, dass wir drei Punkte holen.“ Und da ist es wieder, das Lächeln im Gesicht des TSV-Trainers.
Hermann Hummler, Südkurier
06.03.2023
TSV Mimmenhausen – TV/DJK Hammelburg
3:1
An diesen Anblick werden sich die Fans des TSV Mimmenhausen erst noch gewöhnen müssen. Christian Pampel, die Hände ganz relaxed hinter seinem Rücken verschränkt an der Seitenlinie, statt auf dem Spielfeld, im Sprung hoch über der Netzkante, weit ausholend zum Schmetterschlag. Pampel hat sich verletzt, Schluss mit Spielertrainer. Der Tabellenfünfte hat bis zum Saisonende „nur“ noch einen Trainer.
Zugegeben, in der einen oder anderen Situation wurde seine unnachahmliche Art vermisst, auch aus den verzwicktesten Situationen am Netz als Sieger hervor zu gehen. Meist aber hatten seine Spieler beim 25:19, 24:26, 25:16 und 26:24 Ball und TV/DJK Hammelburg im Griff Die Burschen sind alleine klargekommen, „haben sehr viele Sachen sehr gut gemacht“, lobte Pampel. Federico Cipollone (Zuspiel und Mann des Matches), Richard Schaugg als Pampelersatz auf der Diagonalen hat sich nach anfänglicher Zurückhaltung "durchgefuchst" (Pampel). Jan Jalowietzki, der nicht nur mit seinen Aufschlägen glänzte, und Tim Frings auf den Außenbahnen sowie die immer durchschlagenden Mittelblocker Bogdan Birkenberg und Pascal Zippel bildeten mit Libero Johann Reusch, der Stimmungskanone im Team, die gewohnt solide Mannschaft.
Und die setzte den abstiegsgefährdeten Gast aus Unterfranken vom ersten Ballwechsel an unter Druck. Nervosität, weil einer ihrer Besten fehlte, war beim Hausherr vielleicht ganz am Anfang zu spüren. Sollte sich die Mannschaft von Trainer Philipp Fischer nach dem 3:2-Hinspielerfolg
wieder etwas ausgerechnet haben, nachdem ja klar war, dass Mimmenhausen ohne Punktegarant Pampel zurecht kommen musste, wurde sie schnell eines Besseren belehrt.
Nicht alles klappte beim Gastgeber, logisch. Der musste sich ja erst einmal auf die neue Situation einstellen. Aber schon erstaunlich viel erfreute Pampel und Fans. Und grundsätzlich nur jene Gegner haben in der BZ-Arena eine Siegchance, die ihre Fehlerquote niedrig halten können. Hammelburg gelang das im zweiten Durchgang, den der TV prompt gewann. Nach 5:1-Führung aber erst im umkämpften Schlussspurt. Mimmenhausen vergeigte seinen Satzball (24:23), Hammelburg nutzte seinen einzigen in der gesamten Partie zum 26:24.
Auch zuvor und danach – ein Duell auf Augenhöhe mit vielen tollen Ballwechseln; Feldabwehr und Blocksicherung waren auf Zack. „Alles, was ein toller Volleyballabend braucht!“, schwärmt Pampel. Die Rallyes übrigens endeten meist mit einem Mimmenhausener Erfolg. Selbst nach einem verheerenden 2:8-Zwischenstand im vierten Durchgang machten sich Cipollone & Co. nicht ins Hemd. „Locker und ruhig“ (Pampel) glichen sie aus (13:13), überholten Hammelburg (22:21) und gingen verdient als Erster durchs Ziel (26:24).
Man hätte meinen können, die Feier nach dem Schlusspfiff sei ausgelassener gewesen als alle zuvor. Mag sein. Da fiel viel Last von den blau-gelben Schultern. Jedenfalls kam der souveräne Erfolg gerade zur rechten Zeit. Wer sich über die Frauen und Männer in „Zivil“ beim Siegertanz wunderte: Am Samstagabend war Sponsorenabend!
Hermann Hummler, Südkurier
21.02.2023
TSV Mimmenhausen - SSC Karlsruhe
1:3
Mimmenhausen hat sich im Duell mit Spitzenreiter Karlsruhe nur Meriten, aber keine Punkte verdient. Mehr als ein 1:3 (26:24, 24:26, 20:25, 22:25) war gegen den amtierenden Meister nicht möglich. Weil der Gastgeber nicht in Bestbesetzung antreten konnte, Pampel sich außerdem noch verletzte, wurde der Gast seiner Favoritenrolle gerecht. Mimmenhausen bleibt auf Rang vier, weil Verfolger SV Schwaig in Rottenburg nur 3:2 gewann.
Zuspieler Philipp Hornung (Federico Cipollone krankheitsbedingt nicht auf dem Feld), Christian Pampel (D), Bogdan Birkenfeld, Pascal Zippel (beide MB), Jonas Hoffmann (MVP) und Jan Jalowietzki (beide AA) sowie Libero Johann Reusch leisteten sich zum Einstieg ein paar Fehler und lagen 5:8 zurück. Kein Problem für die Blau-Gelben, ihr Zwischenspurt brachte sie wieder heran (10:10, 14:16). Alleine mit Pampel und vor allem über die Mitte punktete Mimmenhausen und ging trotzdem in Führung (19:18, 24:22). Zwei Satzbälle blieben ungenutzt. Dass auch Karlsruhe nicht fehlerlos ist, machte Denir Hadzic deutlich: Extra für den Aufschlag eingewechselt, produzierte der Zuspieler mit einem Netzaufschlag das 26:24 für den TSV.
Einfach phänomenal diese Mimmenhausener, die scheinbar nie und von niemandem aus der Ruhe zu bringen sind.
Auch im zweiten Satz nicht? Es sah gut aus, was die Gastgeber da boten, sie knüpften an ihre starke Leistung aus dem ersten Satz an. Karlsruhe eher nicht. Die Nordbadener schienen genervt von heißen Hausherren (8:5, 16:14). Aber mit ihrer großen Routine drehten sie den Schlagabtausch, von Mimmenhausener Fehlern unterstützt, zum 26:24.
Mit einem fetten Schock begann der dritte Satz: Beim ersten Ballwechsel verletzte sich genau der Spieler, der die relevanten Bälle beim TSV tot gemacht hatte: Christian Pampel! Totenstille in der Halle. Und beim TSV Mimmenhausen saß der Schock tief. Zu tief – Karlsruhe setzte sich ab (8:5, 16:12) und mit kaum zu überwindendem Block (acht Punkte) 25:20 durch. Christian Pampel saß auf der Bank, das verletzte Bein hochgelegt und musste mit ansehen, wie seine aufopferungsvoll fightende Mannschaft den Punktgaranten arg vermisste und zur ersten Auszeit fünf Punkte Rückstand hatte (9:14). Der Bruch im Spiel, seit Pampel fehlte, spielte Karlsruhe beim 25:20 und 3:1 natürlich in die Karten. Purer Kampfeswillen alleine reicht nicht gegen den Zweitliga-Spitzenreiter.
Hermann Hummler, Südkurier
13.02.2023
SV Schwaig - TSV Mimmenhausen
3:2
Mimmenhausen hat seine Niederlagenserie in Schwaig nicht beenden können. Die Mannschaft von Spielertrainer Christian Pampel musste nach einer 2:0- und 17:13-Führung ein 34:32, 25:23, 24:26, 24:26 und 12:15 hinnehmen. Dennoch: Hut ab vor dieser Leistung. Mimmenhausen hatte auf den angeschlagenen Zuspieler Federico Cipollone zu verzichten, Jonas Hoffmann war zwar in Schwaig dabei, spielte aber nicht, und der ebenfalls angeschlagene Pampel wechselte sich im vierten Satz beim 7:11-Zwischenstand selbst aus.
„Körperlich ist es mir schon besser gegangen“, sagte der 43-Jährige, „aber aufgrund der Bedingungen bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ Mit einer Fohlentruppe einen in Bestbesetzung spielenden Gastgeber an den Rand einer satten Niederlage gebracht zu haben, nötigt Respekt ab. Dürrer Trost für einen TSV, der nach zwei Stunden und 33 Minuten aufopferungsvollem Einsatz weiterhin auf seinen ersten Sieg in der Hans-Simon-Halle warten muss.
An dem waren der 18-jährige Zuspieler Philipp Hornung, Diagonalangreifer Lukas Bäumgärtner (20 Jahre), die Außen Jan Jalowietzki und Tim Frings (22), in der Mitte Tobias Streibl (im vierten Satz von Bogdan Birkenberg ersetzt) und MVP Pascal Zippel (22) sowie der unermüdliche Antreiber Libero Johann Reusch (22) so nah dran wie nie zuvor in ihrer fünfjährigen Zweitligahistorie.
Vom ersten Ballwechsel weg zeichnete sich die Mannschaft durch unglaubliche Geduld aus. Sie ließ sich weder vom Gegner noch von nicht immer souveränen Schiedsrichtern aus ihrer Konzentration bringen. Nicht einmal dann, als Pampel & Co. neun Satzbälle ungenutzt ließen, gab sie auf. Und wurde für ihre Hartnäckigkeit belohnt (5:8, 11:16, 18:18, 24:21, 34:32). Vor allem die Floats von Hornung, Frings, Zippel oder Streibl, aber auch gewaltige Sprungaufschläge von Pampel und Jalowietzki machten der Schwaiger Annahme das Leben so richtig schwer.
Auch im zweiten Durchgang fanden „unsere Außenangreifer viele gute Lösungen“, lobt Pampel nach dem 2:0 (8:5, 16:15, 24:22, 25:23). Nach mehr als 70 Minuten intensivstem Volleyball schien das „echt gute Schwaig“ (Pampel) schon am Ende, Mimmenhausen kurz vor dem 3:0. 17:13 führte der Gast im dritten Abschnitt nach einem „dämlichen Fehler“ (Livestream-Kommentatoren). Die Hausherren hatten nur fünf Spieler auf dem Feld. Mimmenhausen aber machte den Sack nicht zu. Weil: Die Einwechslung von Klement für Tafelmayer verringerte zwar die Angriffspower des SV, stabilisierte aber dessen Annahme. „Schwaig wurde immer besser“ (Pampel), glich mit zweimal 26:24 zum 2:2 aus. Tiebreak! In dem war der TSV-Nachwuchs in der einen oder anderen Situation zu vorsichtig oder wollte zu viel. Die Aufholjagd (4:8, 8:10, 11:13) blieb unvollendet. „Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn wir gewonnen hätten“, sagt Pampel, dem es wurscht ist, dass die Serie nicht riss, „die jungen Spieler haben das toll gemacht!“
Hermann Hummler, Südkurier
06.02.2023
TSV Mimmenhausen - TSV Mühldorf
3:0
Sehr souverän hat Mimmenhausen die Aufgabe gegen das Schlusslicht der Liga erledigt. In 68 Minuten reiner Spielzeit setzte sich das Team von Christian Pampel mit 25:16, 25:21 und 25:17 durch. Der Spielertrainer war zum „Wertvollsten Spieler“ einer homogenen Mannschaft gewählt worden, die in Annahme, Zuspiel, Angriff, Block- und Feldabwehr sowie im Aufschlag ihrem Gegner weit überlegen war. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Pampel nach einer aus Mimmenhausener Sicht zuletzt eher selten einseitigen Partie. Vor allem freute ihn, dass „wir kontinuierlich unser Spiel durchgezogen haben und mal zu Null gewannen.“ Das sei ja zuletzt nicht immer der Fall gewesen.
Pampel übersieht trotz des Lobes nicht, dass „uns Mühldorf es nicht allzu schwer machte“. Die Mannschaft von Trainer Michael Mayer erlaubte sich viel zu viele Eigenfehler. Gegen ein Mimmenhausen, das sein Können demonstrierte. „Wir haben ihnen mit unseren Service ihr Zuspiel schwierig gemacht“, erklärt Pampel, warum vom ersten Ballwechsel an der TSV Mühldorf in die Defensive geraten war. Schlecht getimte Angriffe der Gäste wurden meist mit konzentrierter Block- und Feldabwehr im Spiel gehalten – und zu Zählern umgemünzt. Zwei Asse, sieben von zehn Angriffspunkten als Breakpunkte und fünf direkte Blocks – das mühelose 25:16 war standesgemäß.
Und dennoch zauberte der Beginn des zweiten Satzes ein Lächeln ins Gesicht von Michael Mayer. Sein Team schien die Lektion gelernt zu haben. Vielleicht aber glaubten Federico Cipollone, Jonas Hoffmann, Jan Jalowietzki, Bogdan Birkenberg, Pascal Zippel und Libero Johann Reusch auch, das mühelose Punkten ginge einfach so weiter. Tat es nicht. Mühldorf verdiente allen Respekt, wie sich die junge Truppe trotz des katastrophalen ersten Satzes reinwarf. Plötzlich wurde es ein echtes Match, endete nicht jede Rallye wie selbstverständlich mit einem Mimmenhausen-Punkt (8:5, 16:15). Aber Mayer verging bald das Lächeln. Seine Spieler hörten trotz Auszeit in den entscheidenden Momenten nicht auf ihn, setzten mal den falschen Angreifer ein, vertändelten einen leichten Ball. Nach dem knappen 18:19 und 19:20 wurde – nach teils wildem Ballwechsel – auch dieser Durchgang klar verloren (21:25).
„Den hätten wir gewinnen können“, ärgert sich Mayer nach Spielschluss kurz. „Mehr aber war nicht drin!“ Zu eindeutig die Überlegenheit der Hausherren. Die ließen sich nicht verunsichern, machten mit ihrem druckvollen Spiel und wenigen Fehlern weiter. Ihr Spielfluss wurde auch nicht unterbrochen, als Pampel für Lukas Baumgärtner das Feld räumte. Der blockte gleich mal Thomas Brandstetter (20:14). Nach 22 souveränen Minuten (8:3, 16:10, 24:17) Matchball – den erledigte Jonas Hoffmann. Er blockte den 18-jährigen Moritz Wöls zum 25:17. „Gebt mir einen von den erfahrenen Mimmenhausenern“, wusste Michael Mayer, warum seine Crew 0:3 untergegangen war.
Hermann Hummler, Südkurier
30.01.2023
TuS Kriftel – TSV Mimmenhausen
2:3 (25:23, 24:26, 33:31, 24:26, 12:15)
Der TSV Mimmenhausen hat sich nach mehr als zweieinhalb Stunden Hochspannung für die Moral und den Tabellenplatz wertvolle und aufgrund seines unbedingten Kampfeswillens absolut verdiente Punkte gesichert. „Ich bin total froh über die zwei Punkte“, sagte Christian Pampel, „die haben wir uns redlich verdient!“ In einer Partie, die von den beiden Diagonalangreifern bestimmt, aus Gastgebersicht sogar dominiert wurde. Am Ende aber setzte sich Erfahrung über Jugend durch, in einem unglaublich spannenden Duell (25:23, 24:26, 33:31, 24:26, 12:15).
Büchi lässt Mimmenhausen verzweifeln
„Wir müssen unseren K-1-Angriff stabilisieren“, hatte der Mimmenhausener Spielertrainer vor der Partie von seinen Kollegen gefordert. Wohl wissend, wenn der nicht funktioniert, die TuS-Retourkutsche kaum aufzuhalten ist. „Kriftel hat in Marius Büchi einen herausragenden Diagonalangreifer“, so Pampel weiter. Nur wenn der keinen guten Tag habe, werde das Punkten leichter. Der 2,01 Meter große 22-Jährige erwischte einen absoluten Sahnetag, spielte wohl die Partie seiner noch jungen Karriere. Bis ihm im kräfteraubenden Duell die Power schwand. Zuvor ließ er die Mimmenhausener regelrecht verzweifeln.
Trotzdem gleicht Mimmenhausen nach Sätzen aus
Elf Punkte machte er im ersten Durchgang. Den hatte Mimmenhausen stark begonnen (8:4, 16:14, 22:20) und auf der Zielgeraden doch noch verloren – zu viele Eigenfehler und ein überragender Büchi.
Und die Nummer 16 der Hessen punktete weiter traumwandlerisch sicher: mal am Block vorbei, mal den Block nutzend, meist aber einfach über die Mimmenhausener Hände hinweg. Trotzdem glich der TSV aus. Weil seine Angreifer ihr Side out hielten, mit Tim Frings für den nicht überzeugenden Jan Jalowietzki Stabilität in die TSV-Annahme kam. „Klasse, dass er reingekommen ist und gleich gut funktionierte“, lobte Pampel. Federico Cipollone (MVP), der angeschlagen in die Partie ging, zeitweise „echt litt“ (Pampel), konnte deshalb viel über die starke Mitte (7:8, 16:15, 24:23) spielen, Mimmenhausen in der Partie halten. Den ersten Satzball wehrte Büchi ab, den zweiten drosch er zum 26:24 für den TSV ins Netz.
Mimmenhausen gab nie auf und wurde belohnt
Neun Satzbälle hatte Mimmenhausen im dritten Durchgang. Neun, und keinen verwandelt beim 31:33 (8:7, 16:14, 24:21). Auch den bitteren Nackenschlag verdauten Pampel & Co: „Wir haben nie aufgegeben!“ Mimmenhausen bremste Büchi merklich ein (8:7, 16:15, 24:22), verballerte aber zwei Satzbälle. Dann geriet Büchis Angriff zu lang – 26:24 für Mimmenhausen. Das Momentum war nach langem, nervenaufreibenden Kampf, mit sich und dem Gegner, auf TSV-Seite gewechselt. Pampel (33) gelangen keine rekordverdächtigen 51 Punkte wie seinem Gegenüber. Aber der 43-Jährige war mit seiner riesigen Erfahrung zur Stelle, als es drauf ankam. Vor allem im Tiebreak gegen ein müde gespieltes Kriftel. „Wir haben das Beste aus dem gemacht, was für uns derzeit möglich ist“, fasste Pampel die denkwürdige Partie zusammen.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Frings, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Cipollone (MVP), Reusch
Hermann Hummler, Südkurier
23.01.2023
TSV Mimmenhausen – Volley YoungStars
3:0 (25:15, 25:23, 25:18)
TSV Mimmenhausen – GSVE Delitzsch
2:3 (25:17, 25:15, 22:25, 16:25, 13:15)
Den ersten Teil der Wochenendaufgaben erledigte der TSV standesgemäß, nachdem er lange auf seinen Gegner hatte warten müssen. Teile der YoungStars waren im Friedrichshafener Schneechaos festgesteckt, hatten für die knapp 25 Kilometer mehr als zwei Stunden Fahrt benötigt. Auftrag Nummer 2, gegen den Tabellensiebten ebenfalls punkten, pumpte mehr Adrenalin in die Adern von Christian Pampel und seinen Spielern. Während Pampel „einigen Bälle im dritten Satz“ nachtrauerte, sah GSVE-Coach Benedikt Bauer einen „verdienten Sieg, der ein wenig glücklich“ zustande gekommen sei.
Mimmenhausen gelingt perfekter Start
Pampel, Cipollone, Hoffmann, MVP Jalowietzki, Streibl, am Ende von Birkenberg ersetzt, Zippel und Libero Reusch begannen in der Aufstellung wie gegen die YoungStars, und ähnlich erfolgreich. Weil Delitzsch sein Visier noch nicht justiert hatte. Zum 10:5-Zwischenstand hatte Mimmenhausen gerade mal fünf Punkte selbst beigesteuert. Die GSVE-Fehlerquote minderte sich im Verlauf des ersten Satzes zwar, aber die Gastgeber sorgten mit viel Selbstsicherheit, druckvollen Aufschlägen und Angriffen für einen klares 25:17.
Auch Satz Nummer zwei geht an den TSV
Für Breakbälle sorgte die Feldabwehr auch nach dem ersten Wechsel. Die wurden souverän genutzt. Zunächst aber bissen sich die Delitzscher Angreifer am TSV-Block die Zähne aus. Weder die erste Auszeit (1:4) noch die zweite (5:10) von Benedikt Bauer ("Wir haben wohl in Friedrichshafen zu gut gegessen und geschlafen") änderte aber etwas am klaren Spielverlauf. Da stand ein ganz anderer TSV auf dem Spielfeld als jener, der zuletzt für wenig fröhliche Momente gesorgt hatte.
„Und auch der zweite Satz geht an Mimmenhausen“, verkündete Hallensprecher Max Strakerjahn lautstark. Mit 25:15 auch der eine Klatsche für Delitzsch.
Delitzsch verhindert schnelles Spielende
Mimmenhausen hielt trotz der klaren Resultate die Konzentration, gegen Delitzscher, die mit dem Rücken zur Wand nun plötzlich ins Spiel fanden. So einfach wie bisher gingen die Punkte nicht mehr an die Gastgeber. Eine echte Herausforderung für den TSV, der plötzlich seine Souveränität verlor. Jetzt wurde es echt spannend. Weil Mimmenhausen sich wehrte, gegen die eigenen Nervosität und den jetzt vor allem über die Mitte sehr starken Gegner. Der verhinderte mit dem 25:22 das schnelle Spielende. "Wir waren bei zwei oder drei Bällen etwas bewegungsfaul", kommentierte Christian Pampel enttäuscht, dass es nicht zum 3:0 gereicht hatte.
Cipollone verletzt sich
Vierter Satz also. Und trotzdem drei Punkte für Mimmenhausen, das war die Frage. Die musste Philipp Hornung beantworten. Er kam für den humpelnden Cipollone ins Team. Delitzsch hatte nun ordentlich Oberwasser, der Gastgeber viel Mühe mit sich und dem Sportgerät. Der Wind hatte sich gedreht, blies den Hausherren eiskalt ins Gesicht. Die Enttäuschung, so kurz vor der Ziellinie mit dem 16:25 brutal ausgebremst worden zu sein, saß tief. Delitzsch habe seine Annahme gehalten und daraus seine schnelle Mitte effektiv eingesetzt, kennt Christian Pampel einen der Gründe für die knappe Niederlage.
Unglaublich spannendes Ringen um jeden einzelnen Punkt
Mit Cipollone, trotz Leistenbeschwerden, versuchte Mimmenhausen im Tiebreak wenigstens noch zwei Punkte zu sichern. Das megaspannende, unglaubliche Ringen um jeden einzelnen Punkt in der BZ-Arena aber gewann am Ende das glücklichere Delitzsch mit 15:13, das trotz der vielen Fehlaufschläge vor allem über die Mitte für den Erfolg gesorgt hatte.
Hermann Hummler, Südkurier
27.11.2022
TSV Mimmenhausen - TV Rottenburg
3:0
Der TSV Mimmenhausen hat sich vom TV Rottenburg nicht in die Suppe spucken lassen. Obwohl die Satzergebnisse (25:20, 25:21, 25:23) am Samstag in der gut gefüllten BZ-Arena immer knapper geworden waren, bis zum Schluss für tolle Stimmung gesorgt hatten, setzte sich der Favorit im baden-württembergischen Derby durch, ohne vom Aufsteiger echt gefordert werden zu können. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Christian Pampel, „mit dem 3:0-Erfolg“, mit dem er vor dem Spiel nicht gerechnet hatte. Weil aber Mimmenhausen im Vergleich zu Karlsruhe und Freiburg, die jeweils einen Punkt an Rottenburg hatten abgeben müssen, „weniger Fehler gemacht hatte“, geht das Resultat in Ordnung, obwohl für Pampel das Duell mit dem Aufsteiger „gefühlt immer auf des Messers Schneide“ war.
Christian Pampel schaut stets auf mehr als nur die nackten Resultate und Tabellenplätze, hat immer auch im Visier, was dem Verein und der Mannschaft zukünftig von Nutzen ist. Dazu gehört unbedingt: „Ich möchte möglichst alle spielen lassen“, sagt der Spielertrainer, obwohl er mitten im Rennen um die Meisterschaft ist. Mögliche Rückschläge werden bewusst im Kauf genommen, zufriedene und stets einsatzbereite blaugelbe Volleyballer können langfristig das Zünglein an der Waage sein in der Frage: Wer wird Zweitliga-Meister?
Und so lief gegen Rottenburg Tim Frings statt Jonas Hoffmann auf. Er „hielt die Annahme sehr gut, arbeitete im Angriff gut und brachte viel Schwung“ (Pampel), sodass der junge Außenangreifer vom Rottenburger Trainer Jan Scheuermann prompt zum Mann des Spiels gewählt wurde. Alles richtig gemacht, Christian Pampel!
Die Goldmedaille erhielt „Thorsten“, so sein Spitzname bei den Mimmenhausern, übrigens aus der Hand einer Volleyball-Legende:
Bogdan Jalowietzki, Kapitän und langjähriger Mittelblocker des VfB Friedrichshafen, Co-Trainer der Volley YoungStars Friedrichshafen und nebenbei auch noch der Vater von Jan Jalowietzki.
Jan eröffnete das Duell zwischen Aufsteiger und Meisterschaftsanwärter gleich mit zwei Assen. Seine Teamkollegen machten weiter viel Tempo und Druck (8:6). Dem hielt Rottenburg nur phasenweise Stand, und zur zweiten Auszeit war der erste Satz auch schon Geschichte (16:11). Die fünf Punkte Abstand blieben auch nach dem zweiten Satzball (25:20).
Weniger deutlich verlief der Beginn des zweiten Durchgangs, in dem Federico Cipollone seinen ehemaligen Vereinskameraden zeigte, was die aus seiner Bundesligazeit beim TVR schon lange wussten: brillante Zuspiele, nach guten und schlechten Annahmen, mit hohen Bällen oder 3-Meter-Schüssen. Auch die Einwechslung von Dirk Mehlberg, der ehemalige Bundesligaprofi kam für Jakob Elsässer ((12:17), und wenig später der Doppelwechsel von Zuspieler und Diagonalangreifer drehten die Partie nicht mehr zugunsten der Gäste (25:21). Obwohl die Ballwechsel aufgrund der stabileren TVR-Annahme nun umkämpfter wurden.
Jan Scheuermann, der 22-jährige Coach der Rottenburger, hatte seine konkurrenzfähigere Equipe gefunden. Im dritten Satz sah Mimmenhausen nicht mehr so elegant und locker aus (8:7), hatte viel mehr Mühe, seine Angriffe in Punkte umzumünzen. Ausgerechnet der Block aber – viel kleiner als der der Rottenburger – kippte den Spielverlauf und die Partie. Aus dem 11:16 wurde ein 21:21, 23:23 und 24:23. Ein weiterer Mimmenhausener Pluspunkt, der Aufschlag, sorgte für die Entscheidung. Christian Pampels Service verbaggerte Jakob Elsäßer, Federico Cipollone hatte keine Mühe, den verirrten Ball zum 25:23 postwendend zurück ins Rottenburger Feld zu schmettern.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Frings, Zippel, Cipollone, Reusch.
Hermann Hummler, Südkurier
21.11.2022
TV/DJK Hammelburg
vs. TSV Mimmenhausen
3:2
Das war nicht der Tag des TSV Mimmenhausen. Am Sonntag musste die Mannschaft von Spielertrainer Christian Pampel nach einem umkämpften Spiel mit 28:30, 25:19, 25:20, 27:29 und 13:15 ihre erste Niederlage hinnehmen. Die FT Freiburg ist nun die einzige Zweitliga-Mannschaft, die nach einem Drittel der Saison noch kein Spiel verloren hat. Wer fünf Matchbälle nicht verwerten kann, das 24:22 im vierten Satz endete mit einem unglaublichen 29:27 zugunsten des TV/DJK Hammelburg, den Tiebreak trotz sechs direkten Punkten nach Fehlaufgaben der Hammelburger nicht zum knappen Erfolg nutzen kann, der darf sich nicht wundern, wenn der Gegner triumphiert.
Tut der TSV Mimmenhausen in Person seines besten Mannes auch nicht. Christian Pampel wurde zum Mann des Spiels beim TSV, hätte sich aber nicht selbst gewählt. „Niemand verliert gerne“, sagt der Diagonalangreifer, aber wenn die Mannschaft diese große Anzahl an Siegchancen nicht nutze, liege das nicht alleine an einem nur in Teilen wenig überzeugenden TSV. Konkret: „Hammelburg hat echt gut gespielt“, lobt Pampel den Gegner. So gut, dass Mimmenhausen, das zunächst mit Philipp Hornung als Zuspieler begann, in Bedrängnis geriet. Ab dem zweiten Satz spielte Federico Cipollone den intensiven Schlagabtausch zu Ende. An Hornung lag es nicht, dass Mimmenhausen den ersten Durchgang nach 0:6-Rückstand knapp 28:30 verloren hatte.
Hammelburg erwischte eine tolle Tagesform („Was ist denn hier los“, rief der Hallensprecher mehrmals verwundert), kompensierte zum Beispiel im Tiebreak seine schwache Aufschlagbilanz mit einer „hundertprozentigen Quote“ (Pampel) im Angriff. „Vor allem Moritz Rauber hat da den Unterschied gemacht.“ Der Bruder des Mimmenhauseners Joshua Rauber habe alle Bälle gekillt. Und Mimmenhausen eben nicht. „Wenn wir den Ausgang der Partie in der eigenen Hand hatten“, klagt Pampel, „dann haben wir den Punkt nicht immer gemacht.“ Nicht einmal gegen einen Einerblock! Der Gastgeber hatte auch da die besseren Werte: „Hammelburg machte zu viele direkte Blockpunkte gegen uns.“
Dennoch ist das erstaunliche und so nicht erwartete 2:3 für Christian Pampel kein Beinbruch. „Wir haben ja trotz allem gut gespielt“, fasst der Spielertrainer rekordverdächtige zweieinhalb Stunden Volleyball auf sehr hohem Niveau zusammen. Die Niederlage habe gezeigt, dass wir „noch ein paar Hausaufgaben mehr zu erledigen haben.“ Eine Erkenntnis, die beim einen oder anderen Mimmenhausener Volleyballer noch länger dafür sorgt, dass dieser Schlagabtausch mit Hammelburg nicht als abgehakt durchgeht.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Hornung, Cipollone, Reusch.
Hermann Hummler, Südkurier
14.11.2022
Baden Volleys SSC Karlsruhe
vs. TSV Mimmenhausen
2:3
Der TSV Mimmenhausen ist aus einem mega-spannenden Spiel als verdienter Sieger hervorgegangen. Nach zwei Stunden und 13 Minuten mit viel Hin und Her, Auf und Ab sowie Top-Volleyball auf Augenhöhe feierten Spielertrainer Christian Pampel und seine blau-gelben Volleyballer so ausgelassen, als hätten sie soeben die Meisterschaft gewonnen. Das an diesem Tag reifere Team hatte dem amtierenden Meister mit dem 25:22, 20:25, 25:19, 20:25 und 15:10 seine Grenzen aufgezeigt.
Abteilungsleiter Christof Kraußer, der „nicht mit einem Mimmenhausener Erfolg in Karlsruhe rechnete“, fuhr trotzdem hin. Und wurde von seinen Spielern „umso glücklicher“ gemacht. „Kompliment ans Team“, lobte er eine Starting Six, die in Federico Cipollone, wohl der beste Zuspieler der 2. Liga, zwar ihren „Mann des Spiels“ hatte. Aber auch Jan Jalowietzki, Bogdan Birkenberg, Christian Pampel, Jonas Hoffmann, Pascal Zippel und Libero Johann Reusch „waren der Hammer“.
Die Baden Volleys standen offensichtlich unter enormem Druck, starteten nervös ins Duell mit einem TSV Mimmenhausen, der zwar auch nicht immer alles perfekt machte, aber in den entscheidenden Momenten cool und abgeklärt punktete. Die Aufschläge sorgten für Unruhe in der SSC-Annahme, im Karlsruher Angriff fehlte der Zug – so stand der Mimmenhausener Block oft prächtig. Jalowietzki stoppte Jens Sandmeier, der auch im weiteren Verlauf der Partie kaum zu seiner meisterlichen Form finden sollte, zum 25:22 (8:7, 16:13, 24:22).
Sowie aber Karlsruhe trotz der zahlreichen Wechsel nicht nur mit dem Aufschlag zu annähernd gewohnter Form fand, musste Mimmenhausen Tribut zollen. Der Gast vom Bodensee sah im zweiten Durchgang seine Felle schnell davon schwimmen (4:8, 9:16, 13:22, 17:24). Vielleicht hatte Karlsruhe geglaubt, das Duell mit dem badischen Rivalen verlaufe so, wie die vergangenen auch.
Was auch immer Mimmenhausen damals versucht hatte, der SSC gewann beide Male 3:0. Vielleicht hatte aber auch das DVV-Pokal-Achtelfinale gegen den VfB Friedrichshafen die Karlsruher ein paar Körner zu viel gekostet. Jedenfalls machten die Gäste einen frischeren und ausgeruhteren Eindruck im dritten Durchgang. Der ging an Mimmenhausen, weil Pampel & Co. beim 25:19 (8:6, 16:14, 24:19) schlicht und einfach viel weniger Fehler machten als ihre Konkurrenten.
Statt nun aber die Karlsruher Schwächephase auszunutzen, sich mit dem dritten Satzgewinn sogar alle drei Punkte zu sichern, gerieten die Mimmenhausener wieder in Bedrängnis. Der Satz ging weg, obwohl sie alles versuchten (6:8, 10:16, 19:23). Wirklich alles. Banden wurden beschädigt beim Versuch von Pampel und Cipollone, den Ball von der Tribüne aus im Spiel zu halten. Der TSV-Steller scheute wenig später den verletzungsträchtigen Clinch mit dem Anschreibertisch nicht: Alles vergeblich! Mit einem Netzroller sorgte Maximilian Kersting für das 25:20, den Satzausgleich und die Lotterie „Tiebreak“.
Aber nicht einmal der von vielen als Glücksspiel betrachtete fünfte Satz brachte die Nerven der TSV -Spieler ins Zittern. Zäh wie die Kletten verteidigten sie die SSC-Angriffe, hatten schnell einen entscheidenden Vorsprung (5:1) erblockt – und am Ende mit dem 15:10 dem Meister eine bittere Niederlage beigebracht.
„Wir haben Feuer gezeigt, gekämpft, den Fokus auf das, was wir machen müssen, nie verloren“, klingt ein sonst eher besonnener Christian Pampel geradezu euphorisch. „Wir haben den schmalen Grat zwischen Lockerheit und Fokus wunderbar getroffen, ein riesiges Lob an die gesamte Mannschaft.“
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Reusch. Baumgärtner und Streibl für taktische Aufschläge eingewechselt.
Hermann Hummler, Südkurier
17.10.2022
TSV Mühldorf - TSV Mimmenhausen
1:3
Der TV Mimmenhausen hat auch in veränderter Aufstellung mit dem 25:23, 25:22, 24:26 und 25:12 die nächsten drei Punkte geholt. Das Duell des Tabellenzweiten mit dem Schlusslicht war teilweise deshalb umkämpft, weil Mimmenhausen ganz bewusst Philipp Hornung zuspielen ließ. Zur Zufriedenheit von Christian Pampel erledigte der 18-Jährige diese Aufgabe. „Wir haben mit ihm zwei Sätze gewonnen und einen verloren“, fasst der Spielertrainer zusammen. Nicht alles habe so gut wie schon im Trainer geklappt, „wir haben einige Punkte aus guten Situationen heraus nicht gemacht“, urteilt Pampel. Verurteilt aber nicht. Hornung lerne daraus.
So erklärt sich ein wenig, warum die einzelnen Sätze in der Nutz-Arena sehr umkämpft waren, obwohl die gefürchteten Mühldorfer Servicekanoniere ihr Visier zunächst überhaupt nicht justiert hatten. Mimmenhausen setzte mit einem die Hauptlast tragenden Christian Pampel, mit Johann Reusch (der Libero wurde erneut als „Spieler des Spiels“ ausgezeichnet) im ausgezeichneten Annahme- und Abwehrzentrum, den starken Außenangreifern Jonas Hoffmann und Jan Jalowietzki sowie den Mittelblockern Pascal Zippel und Bogdan Birkenberg die Akzente.
Das Team profitierte im ersten Durchgang enorm von den zahlreichen Fehlaufschlägen der Hausherren. Zwar blieb der Kurs Richtung 25. Punkt ein eher kurviger (8:6, 16:13). Aber zu mehr als dem zwischenzeitlichen 19:19 reichte es Mühldorf nicht beim 23:25.
Ein vogelwildes Hin- und Her – der zweite Durchgang. Da führte Mimmenhausen 3:0, kurz darauf lag Mühldorf 8:6 vorn, um wenig später diesen Vorsprung wieder zu verspielen (12:14). Bis zum 20:20 sicherte sich kein Konkurrent einen entscheidenden Vorsprung. Dann aber setzte sich die größere Erfahrung gegen die Jungfüchse vom Inn mit 25:22 durch.
Das Schlusslicht der Liga hat eben keinen Diagonalangreifer wie den Ex-Nationalspieler Pampel. Immer wenn`s brenzlig wurde, und Mühldorf sorgte schon für ein paar kitzlige Momente im Duell mit dem Favoriten, landete der Ball im Vertrauen auf die riesige Erfahrung bei Pampel – und meist setzte sich der durch. Meist. Weil aber Mimmenhausen im dritten Satz eher schwächelte, durfte Mühldorf trotz erneut stark wechselnder Spielstände (6:8, 16:14, 21:21) mit dem 26:24 als Erster über die Ziellinie dieser Etappe steuern.
Das war es dann aber auch schon mit der Mühldorfer Herrlichkeit. Der TSV traf im vierten Durchgang auf einen unglaublich auftrumpfenden Gegner. Mimmenhausen, mit Federico Cipollone am Steuer, machte so gut wie keine Fehler mehr. „Jedes Zuspiel führte zu einem guten Angriff“, lobte Pampel sein Team, das beim 25:12 nun kurzen Prozess mit einem Mühldorf machte, das resigniert seine Waffen streckte.
Mimmenhausen feiert nicht nur den dritten Drei-Punkte-Erfolg im vierten Saisonspiel, es hat auch Revanche genommen für die beiden 2:3-Niederlagen in der vergangenen Saison. Statt nun aber auf der Welle weiter zu schwimmen, hat die Mannschaft erst einmal wieder Zwangspause. Mimmenhausen nimmt diese Saison nicht am Pokal teil, weil es nach dem Spiel in Delitzsch am Samstag, 24. September (Rückkehr noch Mimmenhausen in den frühen Morgenstunden), am Sonntag ab 9 Uhr in Freiburg hätte am Pokalturnier teilnehmen sollen. „Deshalb haben wir nicht gemeldet“, erklärt Christian Pampel, warum er und seine Spieler am Wochenende nun frei haben.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Hornung, Cipollone, Reusch, Streibl (taktische Aufschläge).
Hermann Hummler, Südkurier
03.10.2022
TSV Mimmenhausen – TuS Kriftel
3:1 (23:25, 25:16, 25:21, 25:21)
Auch das dritte Saisonspiel musste Mimmenhausen in veränderter Aufstellung bestreiten – und gewann trotzdem. Gegen Kriftel mussten die Gastgeber auf Christian Pampel verzichten. Der Diagonalangreifer und Spielertrainer hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Für ihn spielte Richard Schaugg. Überraschend lief auf der Außenbahn Tim Frings auf. Jonas Hoffmann, nach Trainingsrückstand, saß auf der Bank. Dafür war Zuspieler Federico Cipollone wieder mit dabei beim 23:25, 25:16, 25:21 und 25:21.
Die gesamte Mannschaft hat geliefert
Nicht nur die „Ersatzspieler“ überzeugten, „die Mannschaft insgesamt hat geliefert“, lobte Christian Pampel, der zu Hause das Spiel im Livestream verfolgte. Ganz bewusst hatte er darauf verzichtet, während der Partie „Ferndiagnosen zu stellen“. Co-Trainer Christian Oswald und die Spieler seien erfahren genug, „sie wissen, was ich von ihnen will“.
Mimmenhausen zu Beginn nicht wirklich souverän
Zwar sah Mimmenhausen zu Beginn nicht wirklich souverän aus. Im ersten Satz sorgten etliche individuelle Fehler im Aufschlag im Spiel sowie eine eher schwächelnde Annahme dafür, dass Kriftel ab Mitte des Satzes auf 17:14 davonzog. Jan Jalowietzki und Schaugg brachten ihre Farben zwar wieder heran (21:22).Gleichziehen oder Kriftel überholen, das gelang nicht. Symptomatisch für das TSV-Spiel: Den tollen Aufschlag von Jalowietzki konnte Kriftel nicht kontrollieren. So segelte der Ball unmittelbar zurück über die Netzkante. Pascal Zippel aber baggerte ihn unkonzentriert wieder ins Krifteler Feld – Florian Bonadt nahm das Geschenk dankend an.
22:24 statt 23:23 – Mimmenhausen konnte den Satzverlust nicht mehr verhindern.
Unschöner Auftakt bringt Mimmenhausen nicht aus der Ruhe
Den Satzverlust nicht, aber den Absturz schon. Beeindruckend, wie wenig sich die Männer um Kapitän Federico Cipollone von diesem unschönen Auftakt aus der Ruhe bringen ließen. Plötzlich stand die Annahme. Block und Feldabwehr, organisiert von Libero Johann Reusch (Pampel: „das ist seine große Stärke“), fischten nahezu alle TuS-Angriffe weg. Zurecht wurde Reusch als „Spieler des Spiels“ ausgezeichnet.
Pampel schaut in Ruhe von zu Hause aus zu
Starke Aufschläge, sicherere Annahme und ein Zuspieler, der auch im Fallen noch einen punktgenauen Aufsteiger zuspielte: „Ich hatte jetzt beim Betrachten eine gute Ruhe“, sagt Pampel. Der TSV-D-Zug rollte nun (8:4, 16:9, 24:16), der Gast kam dem Abstellgleis immer näher. Dem 25:16 folgte im dritten Durchgang (8:6, 16:15, 19:18, 24:20) der nächste Satzverlust.
Kein Tiebreak, drei Punkte für Mimmenhausen
Drei Punkte für Mimmenhausen oder doch Tiebreak? Die Frage war bald beantwortet. Je näher die Entscheidung rückte, desto sicherer agierte Mimmenhausen. Und bei der Rallye zum Matchball schaute Cipollone, außerhalb des Spielfeldes auf dem Boden liegend, genüsslich zu, wie Tim Frings den Dankeball zum 24:20 verwandelte. Der Freiburger sorgte auch für das 25:21. Ohne Pampel und Hoffmann gegen ein keineswegs enttäuschendes Kriftel drei Punkte eingefahren: Mimmenhausen ist bestens in die Saison gestartet.
TSV Mimmenhausen: Frings, Birkenberg, Cipollone, Jalowietzki, Zippel, Schaugg, Reusch. Streibl und Baumgärtner kamen für Aufschläge.
Hermann Hummler, Südkurier
26.09.2022
GSVE Delitzsch – TSV Mimmenhausen
2:3 (25:19, 24:26, 25:27, 25:21, 12:15).
Der TSV Mimmenhausen hat ein aus seiner Sicht besonderes Spiel gewonnen. Zum ersten Mal nach sehr langer Zeit musste das Team von Spielertrainer Christian Pampel ohne das Herz der Mannschaft in Sachsen ans Netz – und hat sich in der Artur-Becker-Halle nicht nur wacker geschlagen, sondern den krankheitsbedingten Ausfall von Zuspieler Federico Cipollone erstaunlich abgeklärt verkraftet. Selbst ein Drei-Punkte-Erfolg war möglich für den Vizemeister. Gegen einen Gastgeber, der vor allem über seinen Aufschlag und Diagonalangreifer Florian Lüddemann Pluspunkte hatte. „Wir haben zwar gewonnen“, sagt Pampel, „aber wir waren nur phasenweise gut.“ Da komme noch viel Arbeit auf ihn zu, reflektierte ein müder Spielertrainer auf der langen Heimfahrt an den Bodensee.
Ohne Cipollone und dann keine saubere Annahme
Ohne Cipollone, einen der Besten seiner Zunft im Team, hängt sehr viel von einer sauberen Annahme ab. Sonst gerät Cipollone-Ersatz Philipp Hornung in seinem ersten Spiel für den TSV in arge Nöte. Libero Johann Reusch aber bekam seine Annahme die gesamten fünf Sätze über viel zu wenig in den Griff. Teilweise spielte Mimmenhausen ohne ihn, oder minimierte sein Aufgabenfeld so, dass die Delitzscher Präzisionskanoniere ihn kaum treffen konnten.
Philipp Hornung füttert Angreifer mit guten Bällen
Hornung dagegen, der vom Meister Baden Volleys SSC Karlsruhe an den See gewechselt, am Volleyball-Internat in Frankfurt ausgebildet worden war, nahm dieses Manko scheinbar unbeeindruckt zur Kenntnis. Abgesehen von ein paar missglückten Schnellangriffen, fütterte der junge Sportler (Jahrgang 2004) Christian Pampel auf der Diagonalen, Jonas Hoffmann und Jan Jalowietzki auf den Außenbahnen mit guten Bällen.
Sechs Satzbälle – eigentlich eine klare Sache, oder? „Plötzlich brach bei uns große Unruhe aus“, weiß Pampel, warum der TSV um den Satzausgleich bangen musste. Die Einwechslung von Tim Frings geriet zum Desaster. Co-Trainer Christian Oswald rannte mit dem Liberotrikot hin und her – zu spät! Vier Asse und einen Angriff später stand es 24:24. Sechs Satzbälle verballert, erst der siebte saß. Birkenberg blockte Köthen.
Starkes Delitzsch in einem tollen Spiel
Erstaunlich dabei, wie abgeklärt der Vizemeister trotzdem geblieben war, sich auch im dritten Durchgang nicht verunsichern ließ (8:3, 16:15, 24:23) und den 27:25 gewann (drei Satzbälle) und sich schon mal zumindest einen Punkt gutschreiben lassen konnte. Drei Zähler sind es nicht geworden. Das wäre der Delitzscher Leistung, die ebenfalls mit Ersatz antreten mussten, überhaupt nicht gerecht geworden. „Delitzsch hat sehr stark in einem tollen Spiel gespielt“, lobt Pampel. Und so ging Satz Nummer vier nach ausgeglichenem Rennen mit 25:21 an die Gastgeber. Mehr aber war nicht drin für die Gymnasialen.
Christian Pampel macht den Unterschied
Im Tiebreak zeigte der Mimmenhauser Man of the Match, Christian Pampel, seine ganze Klasse. Während sein Gegenüber, Florian Lüddemann war der herausragende Akteur auf GSVE-Seite, in den entscheidenden Momenten Fehler machte. Pampels Netzroller-Ass sorgte für den Matchball (14:11), Lüddemann mit seinem Aufschlag ins Netz für das 15:12 aus Mimmenhauser Sicht. Eines hat dieses Duell offenbart: So wie Philipp Hartung "seinen Weg machen wird" (Pampel), so wird das auch der TSV Mimmenhausen.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel, Hoffmann, Zippel, Hornung, Reusch. Kurzeinsätze hatten: Frings, Baumgärtner und Schaugg.
Hermann Hummler, Südkurier
19.09.2022
TSV Mimmenhausen - VC Dresden
3:0
Dem TSV Mimmenhausen ist etwas in seiner Zweitliga-Historie eher seltenes gelungen. Er ist mit einem souveränen 25:21, 25:17 und 25:20 in die Saison gestartet. Keineswegs selbstverständlich ist das (das beste Auftaktresultat bisher war ein 3:2 in Grafing am 19. September 2020). Die Vorbereitung des Vizemeisters war und ist traditionell stets durchwachsen, aus den verschiedensten Gründen. So auch in diesem Jahr. Dennoch machte die in gewichtigen Teilen neue Truppe um Spielertrainer Christian Pampel schon jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt einen erstaunlich soliden Eindruck. Entsprechend gelöst wirkte der dann auch im Nachgang. „Ich freue mich sehr darüber“, nimmt Pampel die Gratulation gerne an, „dass wir gewonnen haben.“ Unterm Strich sei er mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber "wir haben noch an einigen gröberen Dingen zu arbeiten".
Dass noch längst nicht alles Golden war beim glänzenden Start in die Punkterunde, war zu erwarten. Probleme in der Annahme, die Abstimmung klappte noch nicht so einhundertprozentig („wir haben uns teilweise umgerannt“), und natürlich die Unsicherheit in der Antwort auf die Frage: Wo stehen wir jetzt eigentlich? Capitano Cipollone und Crew sahen nicht immer so souverän aus. Da ging eine klare Führung flöten (7:4, 11:10, 19:16, 20:19, 23:20, 25:21). Aber Dresden schaffte es nie, daraus Kapital zu schlagen. Dazu fehlte den vor allem mit dem Aufschlag viel Druck machenden Gästen die individuelle spielerische Klasse. Die hatten die Mimmenhausener. Nicht nur in den üblichen Protagonisten wie Christian Pampel, Federico Cipollone oder Jonas Hoffmann.
Auch in Jan Jalowietzki, der Neuzugang spielte durch auf der Außen, und Richard Schaugg (er kam für Pampel beim 17:12 im dritten Satz) waren unübersehbar zwei weitere Persönlichkeiten auf dem Spielfeld. Jan machte seine Sache gut, als hätte er nie etwas anderes getan, als die gewohnt präzisen Pässe von Cipollone selbstbewusst und mit schnellem Armzug zu verbraten. Eine sichere und reaktionsschnelle Feldabwehr hatte TSV-Zuspieler Cipollone so manche Gelegenheit gegeben, spektakulär verteidigte Bälle in erfolgreiche Angriffe und Breakpunkte umzumünzen.
Und wenn dann auch noch das Spiel über die Mitte schon nahezu perfekt funktioniert, wird es für jeden Gegner schwer. So manches mal schien es, als wären Bogdan Birkenberg und Pascal Zippel, er wurde, sehr zur Freude von Christian Pampel, als Man of the Match mit Gold ausgezeichnet, schneller als die Dresdener Pässe. Die Sachsen jedenfalls bissen sich oft die Zähne aus an der TSV-Mauer, waren in der gut gefüllten BZ-Arena oftmals nur Sparringspartner. Sie zeigten in den Sätzen zwei (9:10, 13:16, 16:23, 17:25) und drei (3:7, 7:9, 12:18, 19:22, 20:25) gute Ansätze. Den großen Spaß am ansprechenden Spiel konnte sie dem TSV Mimmenhausen aber nicht vergällen.
Fröhlich hüpfte der nach dem Schlusspfiff im Kreise. Froh über den gelungenen Start. Der Druck, den Auftakt zu vergeigen, quasi aus Tradition, der war schon enorm. Die Freude darüber, dass das nicht der Fall war, auch.
TSV Mimmenhausen: Jalowietzki, Birkenberg, Pampel (Schaugg), Hoffmann, Zippel, Cipollone, Reusch.
Hermann Hummler, Südkurier